Beigelegter Streit mit Icahn: eBay-Aktie reagiert mit Kursschwäche

Wo Carl Icahn auftaucht, ist Ärger vorprogrammiert, das meint „DER AKTIONÄR“. „Das Problem besteht darin, dass viele US-Unternehmen schlecht gemanagt werden“, zitierte ihn ehemals die New York Times, „sehr schlecht sogar“. Das sei auch einer der Gründe, weshalb er so erfolgreich sei. Der 78-jährige Icahn ist ein sogenannter Aktionärs-Aktivist. Er kauft sich in Unternehmen ein, übernimmt die Kontrolle und übt später Druck auf Aufsichtsrat und Management aus. Dadurch will er den Firmenwert steigern.

An der Wall Street sind die Angriffe von Icahn legendär und man sieht sie dort auch sehr gerne. Gewöhnlich reicht schon die Bekanntgabe, dass Icahn eine Position erworben hat, um den Aktienkurs des entsprechenden Unternehmens in die Höhe zu treiben. So auch bei eBay geschehen: In den acht Wochen nach Bekanntwerden seines Einstiegs verteuerte sich die eBay-Aktie in der Spitze um 14%. Icahn forderte von eBay die Abspaltung PayPals. Vom Spin-off versprach er sich einen Mehrwert für eBay.

PayPal ist der treibende Motor des Konzerns, stark im Wachstum und äußerst gewinnbringend. Colin Sebastian von R.W. Baird schätzt, dass PayPal allein einen Wert von 40 Milliarden US-Dollar hat. Das entspräche 30 Dollar je eBay-Aktie, womit PayPal mehr wert ist als das Business mit Internet-Auktionen. eBay-Chef John Donahoe wehrte sich allerdings heftig gegen die Forderung Icahns. Er argumentierte, dass eBay und PayPal nur zusammen das vollständige Potential, das der Internet-Handel bietet, herausholen können. Eine Abspaltung würde sowohl den Marktplatz als auch den Bezahldienst schwächen.

Mittlerweile ist der Streit zwischen eBay und dem Großaktionär beigelegt.

eBay Aktienkurs

eBay Aktienkurs von finanzen.net

An der Börse reagierte die eBay-Aktie auf die jüngste Entwicklung mit Verlusten, denn die Anleger sind unzufrieden. „DER AKTIONÄR“ hält die vorläufige Lösung allerdings für einen guten Mittelweg. Ein überstürztes Spin-Off von PayPal hätte für kurze Zeit zwar für steigende Kurse bei eBay gesorgt, auf lange Sicht den Mutterkonzern aber eher geschwächt. Gemeinschaftlich können sich die beiden Konzerne im wachsenden intensiven Wettbewerb, eBay mit Amazon sowie PayPal mit Alipay und anderen Bezahldiensten besser behaupten.

Anleger könnten darüber nachdenken, die derzeitige Kursschwäche bei eBay als Einstiegsgelegenheit zu werten und entsprechend handeln.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Börse, Quartalszahlen, eBay

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