Buchpräsentation der Verlage im Internet lässt zu wünschen übrig

Eine Analyse der Kölner Unternehmensberatung wdp (Watcher Digital Partners) zeigt auf, dass die deutschen Buchverlage Umsatzpotentiale verschenken, da sie ihre Produkte im Internet wie beispielsweise auf der deutschen Plattform Amazon sehr mangelhaft darstellen. Die Präsentation der Produkte auf Amazon stehe nur stellvertretend für die allgemein ungenügende Darstellung auf verschiedenen Plattformen.Buchpräsentation der Verlage im Internet lässt zu wünschen übrig

Watcher Digital Partners hat zwischen Dezember 2013 und Februar 2014 mehr als 150.000 Bücher(darunter 81% Fachbücher) deutscher Verlage, die auf Amazon Deutschland verfügbar sind, analysiert. Das Resultat der Untersuchung zur „Produktdarstellung der Verlage im digitalen Handel“ ist enttäuschend: Das Gros der 228 untersuchten Verlage schneidet bei wesentlichen Funktionen wie „Produktbeschreibung“, „Produktfotos“, „Blick ins Buch“ oder „Zusatzmaterialien“ schlecht ab. 78% aller analysierten Produkte bescheinigt die Unternehmensberatung eine mangelhafte Produktdarstellung. Häufig fehlt es dabei schon an einer aussagekräftigen Beschreibung des entsprechenden Buches.
Eine bessere Produktbeschreibung aber kann den Verkaufsrang um bis zu 51% verbessern. Zusatzmaterialien, Autorenprofile und Pressestimmen können sogar zu einem Plus von 87% führen.

Christoph Nichau, Partner bei wdp und verantwortlich für die Studie erklärt: „Die Verlage können sich im stationären Handel auf kompetente Verkäufer verlassen – im digitalen Handel müssen sie das Verkaufsgespräch über die Produktdarstellung selbst führen.“ Dem stationären Geschäft gehe oft die Informationssuche im Netz voraus. Das würden viele Verlage noch nicht genügend bedenken.

wdp hat den Buchmarkt ferner aus Verbrauchersicht analysiert. Erfolgreichster Verlag im untersuchten Amazon-Verkaufsrang war der Verlag Gräfe und Unzer. Ein Buch dieses Verlags erreichte im Schnitt einen Verkaufsrang von 24.326. Es folgen der Arkana Verlag (38.951) und der Dr. Oetker Verlag (39.623). Wenig überraschend, so die Verantwortlichen der Studie, findet sich mit edition fischer ein Zuschußverlag mit einem durchschnittlichen Verkaufsrang von 4.135.547 am Tabellenende wieder.

Auf Basis der durchschnittlichen Bewertungen der einzelnen Bücher ermittelte wdp überdies ein klares Bild der Kundenfavoriten. Der Groh Verlag schneidet hier mit 4,69 von möglichen 5 Punkten (Note „sehr gut“) am besten ab. Es folgen auf dem zweiten Rang der SCM-Verlag (4,68) und der Stürtz-Verlag (4,66) mit nur geringem Abstand. Der Franzis Verlag, der Voggenreiter Verlag und der Dörfler Verlag haben dagegen die am schlechtesten bewerteten Produkte im Sortiment: Sie erzielen lediglich eine durchschnittliche Bewertung von 3,74 (Franzis), 3,84 (Voggenreiter) und 3,90 Punkten (Dörfler).

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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