Direktabholung beim Zoll – ein Hemmnis des grenzüberschreitenden Handels

34.000 Pakete, die persönlich von den Empfängern abgeholt werden mussten, sind allein 2013 im Düsseldorfer Zollamt gelandet. Häufig waren dann auch hohe Nachschläge an Zöllen und Einfuhr-Umsatzsteuer zu entrichten.

Die Düsseldorfer Zollbeamtin Dagmar Böttcher gegenüber „Der Handel“: „Das gibt manchmal richtig Ärger.“ Die Anzahl solcher Päckchen habe sich in den letzten Jahren um mehr als 50% erhöht. Das Gros der Waren wurde von Online-Nutzern bestellt. Bundesweite Zahlen gibt es nicht, doch hochgerechnet auf Deutschland wären es 1,6 Millionen Pakete. Man habe gewaltige Steigerungsraten, bestätigte auch Wolfgang Brüggen, Leiter des Zollamtes Düsseldorf-Nord. Allein für Düsseldorf sei mittlerweile eine zweite Abholstelle eingerichtet worden. Bei einer Wartezeit von bis zu drei Stunden lägen die Nerven manchmal blank.

Hemmnisse des grenzüberschreitenden Handels: Direktabholung beim Zoll

Direktabholung beim Zoll ist ein Hemmnis des grenzüberschreitenden Handels

 

Viele Besteller seien völlig überrascht, wenn auf die Internet-Order ein Zollbescheid folge. Die Kunden bestellten die Ware zwar beispielsweise in Großbritannien, geliefert werde diese aber dann aus China. Einem Land außerhalb der EU.

Schnäppchenjäger ärgern sich oft am meisten, wenn ihnen der Zollbeamte den wirklichen Preis ihres Einkaufs präsentiert. Was auf die einzelnen Produktarten an Zoll erhoben wird, füllt eine ganze Datenbank. Ferner kommt für Artikel aus außereuropäischen Nationen die Mehrwertsteuer hinzu, beim Zoll Einfuhrumsatzsteuer genannt. Diese ist ab einem Warenwert von 22 Euro zu bezahlen, Versandkosten und Zoll werden dabei mitgerechnet.

Befindet sich weder Rechnung noch Inhaltsangabe außen am Paket oder wird deren Korrektheit von den Zollbeamten angezweifelt, muss der Besteller auch wegen kleinerer Artikel zum Zoll. Die Beamten dürfen nämlich die Päckchen aufgrund des Post-Geheimnisses sowie der Gefahr eventueller Regressforderungen (Ware beschädigt/Fehlen eines Artikels) nur im Beisein des Empfängers öffnen.

Die Zollämter müssen daher wohl entsprechend dem Wachstum des Online-Handels mit einem immer größer werdenden Kundenansturm rechnen. Extrem unerfreulich wird es, wenn das Schreiben vom Zoll während des Urlaubs im Briefkasten landet, denn nach zwei Wochen gehen die Warenlieferungen an den Absender zurück.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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