Rechnungskauf bei den Deutschen: Tendenz erneut ansteigend

Eine EHI-Studie zum E-Commerce-Markt in Deutschland bei der tausend der umsatzstärksten Web-Shops befragt wurden, beweist erneut: Deutsche kaufen im Internet am liebsten auf Rechnung.

Rechnungskauf bei den Deutschen: Tendenz erneut ansteigend

Rechnungskauf bei den Deutschen: Tendenz erneut ansteigend

Laut Erhebung machen Rechnungskäufe 25,8% aller Umsätze aus. Kreditkarten liegen mit 20,5% (gegenüber 16,9% im Vorjahr) auf Platz zwei, für PayPal entscheiden sich 16,1% aller Kunden.  Weitere signifikante Marktanteile wurden für das elektronische Lastschriftverfahren, Vorauskasse, Finanzierung, Nachnahme und Sofortüberweisung ausgewiesen.

Besonders die kleineren Web-Shops bieten immer öfter den Kauf auf Rechnung an. Sie nutzen hierbei häufig den Service eines Rechnungskaufanbieters wie BillSAFE, Klarna, Billpay, Paymorrow oder Sofortrechnung, der gegen Gebühren die gesamte Durchführung übernimmt.

Bei Express-Checkout-Systemen wie Bezahlen über Amazon oder PayPal stieg ebenso die Anzahl markengestützter Anbieter. V.me, Google Checkout sowie Masterpass bilden in diesem Sektor zukünftige weitere Angebote für den deutschen Markt. Von den besten 1.000 Web-Shops setzen bereits 138 einen Rechnungskaufanbieter mit Marke ein, 22 Händler nutzen Amazon Payments. Das meistangebotene Express-Checkout-System bleibt jedoch weiterhin PayPal.

Bei einigen Payment-Systemen gibt es von Seiten der Händler Preisnachlässe auf Produkte (21,0%) oder Gratis-Lieferung (31,9% der Händler). Sie bieten diese Anreize besonders gerne bei Zahloptionen wie PayPal oder Vorkasse an. Die Käufer interessieren diese Lockmittel oft jedoch wenig, denn sie kaufen trotzdem weiterhin auf Rechnung ein. Auch bei einer sehr deutlich kommunizierten Rabattaktion, was immerhin ein Drittel der Händler macht oder sogar Preisaufschläge beim ungünstigeren Rechnungskauf (42% aller Händler), kaufen die Kunden auf Rechnung.  Aus ihrer Sicht ist der Rechnungskauf der sicherste Weg beim Internet-Shopping.

Zwei Gründe spielen laut der EHI-Studie dabei die Hauptrolle:

  • Attacken auf die Server auch großer, bekannter Internetanbieter passieren immer öfter. Im Wochentakt erscheinen mittlerweile Warnungen vor gestohlenen Passwörtern, was den Kunden zusehends abschreckt. Sie wollen keine Bankdaten mehr durchs das World Wide Web schicken.
  • Der Rechnungskauf bringt ferner den Vorteil eines Käuferschutzes mit sich. Bei Nichtgefallen der Ware kann sie kostenfrei zurückgeschickt werden.

Die Wünsche der Händler und der Konsumenten bezüglich der Bezahlverfahren unterscheiden sich. Die Tendenz zum Rechnungskauf nimmt deutlich zu. Den Händlern aber wäre der umgekehrte Weg lieber: Anstieg der Vorkasse-Zahlung vonseiten der Käufer, da das für den Händler der sicherste Weg ist. Dem ungeachtet können die Händler die Kundenwünsche nicht ignorieren, da sie sich sonst im hart umkämpften Markt des Internet-Einkaufs nicht behaupten können. Sie müssen unterschiedliche Zahloptionen offerieren: je Web-Shop beläuft sich die Anzahl derzeit auf im Schnitt 5,5 Verfahren. Kunden würden sonst beim Bestellprozess den Shop verlassen.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Bezahldienste, Onlinehandel allgemein

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