Europäische Verbraucher wollen 2015 mehr Geld für Einkäufe ausgeben

Die Verbraucher planen, im nächsten Jahr ihre Ausgaben zu erhöhen und weniger Geld zu sparen. Das ist das Resultat des „Europa Konsumbarometer 2014“, eine repräsentative Konsumentenbefragung im Auftrag der Commerz Finanz GmbH.

Europäische Verbraucher wollen 2015 mehr Geld für Einkäufe ausgeben

Die Stimmung bei den Verbrauchern steigt erstmalig seit 2008 wieder an: Im Schnitt 40% der Verbraucher planen, ihre Ausgaben 2015 zu steigern. Kernthemen auf der Liste der Konsumentenwünsche sind Reisen sowie Freizeit. Mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs sollen laut Studie ebenfalls vermehrt gekauft werden. Bereits aktuell sind die Europäer technisch bestens ausgerüstet: So besitzen 42% ein Smartphone und nutzen dies auch oft im lokalen Ladengeschäft.

Dr. Anja Wenk, Bereichsleiterin Vertriebsmanagement der Commerz Finanz GmbH: „Eine der größten Herausforderungen der Händler wird die Verknüpfung von Online- und Offline-Welten, die über digitale Apps und Services einen Mehrwert für die Kunden bieten.“ Die Kunst liege in Zukunft besonders darin, die Flexibilität des M-Commerce in die stationären Verkaufsstellen einzubinden. Der Handel der Zukunft eröffne im Sinne der Digitalisierung ein einheitliches Marken- und Shopping-Erlebnis über mehrere Kanäle. Parallel dazu entspreche er dem Wunsch der Verbraucher nach Fachberatung und Erlebnis-Einkauf.

Europas Verbraucher sind vertrauensvoll, was die ökonomische Gesamtsituation ihrer Nation anbelangt. Vier von zehn Punkten vergeben sie für die allgemeine Wirtschaftslage, eine Verbesserung um 0,3 Punkte zu 2013. Ihre persönliche Situation bewerten sie mit fünf von zehn Punkten sogar noch besser. Dies entspricht einem Plus von 0,2 Punkten im Vergleich zu 2013.

Diese gelöste Stimmung unter den europäischen Konsumenten bleibt nicht ohne Folgen für ihre Ausgaben- und Sparpläne: In sechs von zwölf Ländern überwiegen Ausgabensteigerungen für 2015 gegenüber Sparplänen. Jeder vierte Europäer will sich selbst demnächst mehr Gutes tun. Der Hauptposten bleibt wie schon in den Vorjahren, bei Freizeit und Reisen (49%), Elektrohaushaltsgeräten (39%) und Einrichtungs-/Renovierungsarbeiten (38%) bestehen. Smartphones und Tablets, mit 27% respektive 22%, stehen ebenso oben auf der Wunschliste. Der stationäre Handel ist damit mehr denn je gefragt, seine Services und Verkaufsräume an die zunehmend digitalisierte Kundschaft anzupassen.

Die digitale Welt des Internets ist heute dauernder Begleiter der Verbraucher. Daher sind die Europäer gut mit Smartphone, Laptop und anderen digitalen Geräten ausgerüstet:

  • 68% der Befragten besitzen einen Laptop oder einen heimischen Computer(62%)
  • 42% verfügen über ein Smartphone und
  • 20% nennen ein Tablet-PC ihr Eigen.

Internethandel ist für die europäischen Kunden ein fester Bestandteil der Konsumwelt: Mehr als 37% plant, künftig verstärkt über das Internet einzukaufen. Für den Verbraucher, der von zu Hause aus einkauft, sind nicht zuletzt die Bildschirmgröße und einfache Bedienbarkeit ein wichtiger Faktor.

  • In Deutschland erfolgen 48% der Bestellungen vom PC und 44% vom Laptop aus. Über das Smartphone und Tablet wird besonders von unterwegs auf Informationen zugegriffen.
  • Trotz der starken E-Commerce-Tendenz ist der Einzelhandel immer noch ein fester Bestandteil der europäischen Konsumwelt.
  • 43% der Verbraucher gehen davon aus, dass sich die Gewohnheit, im Geschäft zu kaufen, auch in Zukunft nicht ändern wird.
  • 11% plant, künftig mehr in Ladengeschäften einzukaufen.
  • 73% der Europäer geben an, dass die Qualität einer Händlerwebseite oder Mobile App sie dazu animiert, Verkaufsstellen vor Ort aufzusuchen. So suchen 70% vorab im Netz nach Sonderangeboten und 72% nach Informationen über das nächstgelegene Geschäft, das die gewünschten Artikel anbietet.

Im Ladengeschäft hört die Internet-Vernetzung nicht auf: Neben digitalen Angeboten erwarten die Europäer eine Fortsetzung des virtuellen Einkaufs-Erlebnisses, das durch Flexibilität und bequeme wie effiziente Kaufprozesse geprägt ist. Die Vorteile des Internet-Handels mit den Stärken des Vor-Ort-Services zu vereinigen, ist die Herausforderung für den stationären Handel.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



Kategorien: Onlinehandel allgemein

Schlagworte:, , , , , ,