Tipps für einen leistungsstarken und profitablen Web-Shop

E-Commerce-Experte Silvan Dolezalek von Zaunz Publishing hat ein paar Hinweise zusammengetragen, die Web-Shop-Betreiber beachten sollten, um einen leistungsfähigen und attraktiven Online-Shop anbieten zu können.

Dolezalek, CEO des Shopsoftware-Anbieters, rät Web-Shop-Besitzern sich zu Beginn auf die Kernthemen zu konzentrieren, die für den Betrieb eines Online-Shops wichtig sind. Tue man das nicht, laufe man Gefahr sich bei der Suchmaschinen-Optimierung oder in anderen Spezialthemen zu verrennen. Ein wichtiger Ratschlag ist aus Dolezalek Sicht, dass der „geschätzte Kunde nicht unterschätzt werden darf“. Die Mindestanforderungen, die Web-Shops inzwischen erfüllen müssen, seien sehr hoch. Das betreffe die Optik, die Produktdarstellung, die Versandgeschwindigkeit, den Kundenservice sowie die einzelnen Zyklen, die ein Kunde durchläuft, bevor er sich für den Kauf eines Produktes entscheidet [Customer Journey]. Bevor allerdings diese Dinge in Angriff genommen werden, sollten Shop-Betreiber folgende Grundlagen und Grundsatzfragen beachten:

Tipps für einen leistungsstarken und profitablen Web-Shop

Tipps für einen leistungsstarken und profitablen Web-Shop

Der Online-Shop sollte wie eine echte Filiale angesehen werden. Dann könne man die benötigte Arbeitsleistung und Investition dafür einschätzen. Keinesfalls funktioniert der Shop nebenher oder von alleine. Es gibt schon einige Mitbewerber, die im gleichen Metier arbeiten. Daher sollte man entweder spezialisiert oder besser/preiswerter sein, um wahrgenommen zu werden.

Gute Optik – gute Bedienbarkeit

Das ist inzwischen dank durchdachter Shop-Systeme relativ schnell gelöst. Trotzdem sollte man viel Liebe zum Detail in diesen Bereich investieren. Damit kann man die kostbar gewonnenen Besucher vielleicht in Käufer umwandeln.

Gute Produktdarstellung mit textlicher Beschreibung und hochwertigen Fotos

Das ist das A und O eines jeden Web-Shops. Nicht nur aus SEO- Gesichtspunkten. Einzigartiger Inhalt ist unabdingbar. Die Besucher mögen gute Artikelbeschreibung und detaillierte Produktbilder. Je teurer die Waren sind, desto besser muss die Bebilderung sein, wenn nötig mit Video, Zoombild usw.

Trust Symbole (Trusted Shops, EHI, SSL, Payment Logos etc.)

Trust Symbole oder die dahinter stehenden Dienstleister sind zwar für große Web-Shops verpflichtend, den kleineren Shop-Besitzern allerdings oft zu teuer. Viele sehen daher davor ab. Doch eigentlich sollte es doch gerade anders herum sein. Gerade unbekannte Marken erhalten mit einem z.B. Trusted Shops-Siegel mehr Vertrauen und Conversion. Symbole von Zahlungsanbietern sind auch anzubringen, somit wissen die Besucher gleich, ob mit ihrer Lieblingszahlart in diesem Shop bezahlt werden kann.

Die gängigsten Zahlungsarten (Rechnungskauf, Kreditkarte, Amazon Payment, PayPal, Sofortüberweisung)

Der Händler sollte sich über die beliebtesten Zahlarten informieren. Die gängigen sollten auf jeden Fall angeboten werden, sonst sinkt die Conversion enorm.

Keine zu hohen Versandkosten oder versandkostenfrei ab einer (niedrigen) Schwelle

Ist, nicht zuletzt durch Amazon Prime, mittlerweile übliche Praxis. Viele bieten sogar schon ab 10 Euro Gratisversand an. Die Schwelle Versandkosten sind ein häufiger Grund für einen Abbruch im Checkout.

Professionelle Verpackung und Inhalt des Paketes

Das Gesamtbild ist entscheidend. Nur so hat der Kunde Spaß am bestellen und behält den Händler positiv im Gedächtnis. Ferner kann durch Paketbeigaben Geld verdient werden, sofern schon eine ausreichende Paketfrequenz vorliegt.

Schnelle Auslieferung (maximal 2 Tage)

Eine von den Kunden ebenso erwartete Kenngröße ist die schnelle Lieferung. Hierdurch begeistern die Marktplätze die Kunden. Das wird dann auf den gesamten E-Commerce Markt umgelegt und somit auch von kleineren Händlern erwartet, dass die Ware schnell ankommt. In jedem Fall sollte binnen maximal 7 Tagen geliefert werden. Ab dieser Schwelle geht der Kunde davon aus, dass er betrogen worden ist.

Gute Retouren-Abwicklung / Beschwerdemanagement

Das sollte durchgespielt werden. Für den Anfang aber keine Wissenschaft daraus machen. Zunächst kennt man die Retouren-Quote ja noch nicht genau. Viele Warenwirtschaftsprogramme bieten den Retouren-Prozess bereits „schlüsselfertig“ an.

Gute Kundenkommunikation mit Newslettern, Aktionen oder Gutscheinen

Ein sehr wichtiges Thema, sobald der Shop live gegangen ist. Einmal gewonnene Kunden sollten damit mehr gebunden werden und mit Aktionen erneut bestellen. Die nötige Professionalität wie erfahrene Grafiker sollte beachtet werden. Nicht an der falschen Stelle sparen und auf keinen Fall selbst machen.

Facebook, Twitter, Pinterest oder ähnliche soziale Netzwerke als marketing-technischer Hebel

Das Funktionsprinzip der sozialen Netzwerke ist die Verbreitung einer Nachricht an mehrere Kontakte, die mit dem ursprünglichen Kontakt verknüpft sind. Auf Postings sollte man zügig reagieren, vor allem auf Kritik. Für Fans besondere Rabatte ausloben hilft häufig auch weiter.

Produktvideos

Bewegtbild ist sehr beliebt. YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine weltweit. Da man als Shop-Betreiber aber nicht alles gleichzeitig schaffen kann, erst einmal den Hersteller nach Videos fragen. Es gibt auch Unternehmen wie Cliplister, welche sich auf Produktvideos spezialisiert haben. Videos erhöhen die Zeit, die die Besucher auf der Seite bleiben. Das wiederum schätzt auch Google.

Optimierte Suche inklusive Suggest

Inzwischen in fast allen Shop-Systemen obligatorisch, oder über Suchanbieter lösbar. Die Suche wird sehr häufig genutzt, sollte also brauchbare Resultate liefern.

Filter für Attribute (Farben, Größen, usw..) je nach Sortiment-Größe

Ist sehr praktisch, je größer das Sortiment ist. Mittels der Filter lässt sich das Wunschobjekt viel schneller finden oder die Ergebnisse eingrenzen. Das bedeutet für den Shop-Betreiber aber auch viel mehr Arbeit. Bei geringem Sortiment daher nicht zu empfehlen.

Fazit von Dolezalek:

Shop-Betreiber sollten versuchen in all diesen Dingen so aufzutreten, wie sie es bei einer Internet-Bestellung selbst erwarten würden. Bevor die Kernbereiche nicht optimal gelöst wurden, weitere Aufgabengebiete am Anfang lieber weglassen.
Am Anfang Dienstleister bemühen, die unterstützen und das entsprechende Know How vorweisen können.

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