Auch bei Amazon USA scheitern die Gewerkschaften

Auch bei Amazon USA scheitern die Gewerkschaften

Auch bei Amazon USA scheitern die Gewerkschaften

Der Versuch der Gründung der ersten US-amerikanischen  Arbeitnehmervertretung durch Amazon-Mitarbeiter ist gescheitert, wie die Businessweek berichtet. Die Mehrheit einer Gruppe von 27 Technikern in dem Logistikzentrum von Middletown (eines von 40 Amazon Logistikzentren in den USA) entschied sich mit 21 Nein- zu 6 Ja-Stimmen gegen die gewerkschaftliche Organisation unter Federführung der International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAMAW). In Middletown sind insgesamt 1.500 Mitarbeiter beschäftigt.

John Carr, Sprecher der  IAMAW kritisiert: „Der Wahlausgang ist ein ganz eindeutiges Spiegelbild dafür, dass die Taktiken Amazons und der entsprechenden Rechtanwaltskanzlei effektiv waren. Unter dem enormen Druck in den Lagerhallen, dem sich die Arbeiter gegenüber sahen, war es ein mühevoller Kampf.“

Die Wahl, war eine der ersten dieser Art in einem amerikanischen Amazon Logistikzentrum. Der Termin wurde bereits vergangenen Monat angesetzt, nachdem Mitglieder der Gruppe den Antrag stellten, eine Gewerkschaft zu gründen. Es wäre die erste Arbeitnehmervertretung Amazons in den USA gewesen.

Die Gruppe bestehend aus Elektrikern, Maschinenschlossern und anderen  Technikern, waren unzufrieden mit den begrenzten Möglichkeiten der Tarifverhandlungen und darüber, dass das Management ständig wechselte. Eine erneute Wahl ist nach US-Recht erst wieder nach einem Jahr möglich.

Amazon-Sprecherin Mary Osako kommentierte das Votum wie folgt: „Mit der heutigen Abstimmung gegen eine Vertretung durch Dritte haben unsere Mitarbeiter deutlich gemacht, dass sie eine direkte  Verbindung zu Amazon vorziehen. Diese unmittelbare Verbindung ist der wirksamste Weg, die Bedürfnisse unserer Angestellten zu verstehen und auf diese zu antworten. Amazons Unternehmenskultur und Businessmodell stützen sich auf schnelle Innovation, Flexibilität und eine offene, direkte Kommunikation zwischen Verantwortlichen und Mitarbeitern.“

Amazon hat sich in den USA bisher erfolgreich gegen eine Arbeitnehmervertretung wehren können. Im Jahr 2000 haben Mitarbeiter eines Call-Centers in Seattle bereits versucht sich gewerkschaftlich zu organisieren. Sie scheiterten am hartnäckigen Widerstand Amazons. Das Call-Center wurde letztendlich im Zuge von Betriebsverkleinerungen während der Dotcom-Pleite geschlossen.

Für Amazon USA kommt der Ruf nach gewerkschaftlicher Organisation zu einer Zeit, in der Amazon darauf fokussiert ist, das Wachstum über den Profit zu stellen. In drei der letzten vier Quartale hat der Konzern Ertragsverluste hinnehmen müssen und das obwohl der Umsatz kontinuierlich in die Höhe schnellte.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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