Skip McGrath: eBay ist der Verlierer im Weihnachtsgeschäft 2013

Wer hat den „Weihnachstverkaufs-Wettbewerb“ gewonnen, eBay oder Amazon? Diese Frage stellt sich aktuell der E-Commerce Profi Skip McGrath. Nach der Bekanntgabe der Zahlen zum 3. Quartal 2013 blickte Amazon in seinem Ausblick freudestrahlend in die Zukunft, was die Verkäufe in der Weihnachtssaison anbelangte. eBay war sehr vorsichtig und absolut nicht sicher, wie sich die Weihnachtsverkäufe auf den Marktplätzen entwickeln würden.

Konkrete Zahlen zum Weihnachtsgeschäft sind noch keine bekannt, doch McGrath glaubt, dass beide Unternehmen akkurate Vorhersagen getroffen haben. McGrath sagt, dass seine eigenen Verkäufe auf Amazon enorm stark waren, wohingegen sein Unternehmen einen der schlechtesten Dezember auf eBay verzeichnete. Amazons Erfolg schreibt McGrath den fortgesetzten Investitionen in die Verteilzentren und die Technologie zu. Und, viel wichtiger für McGrath, der besseren Behandlung der Amazon-Händler.eBay ist der Verlierer im Weihnachtsgeschäft 2013

eBay hat einige sonderbare Dinge getan und leidet noch immer unter einem unglaublich schlechten Management, das so McGrath, mit dem Eintritt Donahoes als CEO begann[2008]. Seit Donahoes Amtsantritt befände sich eBay in einer Abwärtsspirale. eBay versuchte seit dieser Zeit sich ständig neu zu erfinden und das ziemlich erfolglos.

eBays letztes Debakel ist seine Cassini Suchmaschine, die heimlich still und leise und vor allem überstürzt sowie unausgereift im Juli 2013 an den Start gebracht wurde. McGrath fragt sich, ob der Schöpfer von Cassini resignierte oder gefeuert wurde, in jedem Fall hat er eBay vor ein paar Wochen verlassen. Es sei jedenfalls so, dass die geplante Suchfunktionalität von Cassini noch nicht funktionstüchtig ist und irgendwann Ende 2014 vielleicht an den Start gehen wird.

Viele eBay-Händler verzeichneten seit der Cassini-Einführung Verkaufsrückgänge, so McGrath. eBays Verschwiegenheit und Mangel an Kommunikation mit den Händlern besonders hinsichtlich der neuen Suchmaschine trug nicht zum Händlervertrauen und einer guten Performance derer bei.

eBay entzieht sich selbst den Boden durch die Deklassierung seiner Händler

Eine andere sonderbare Strategie die sich eBay offensichtlich auf die Fahnen geschrieben hat, ist die, viele altgediente Händler von der Plattform zu entfernen und den restlichen, durchaus erfolgreichen Händlern unverständliche Verkaufsbeschränkungen aufzuerlegen. Händler, die über Jahre hinweg auf und für eBay sehr bedeutend waren, enorme Gebühren bezahlt haben und exzellente Erfolgsgeschichten vorwiesen, berichteten auf verschiedenen Mitteilungs-Boards und Foren von ihnen auferlegten Verkaufslimitierungen ohne jegliche Erklärung von eBay. Anderen erfolgreichen eBay-Händlern mit guten Scores beim Feedback und den detaillierten Händlerbewertungen wurde plötzlich der Account gesperrt, als ihre detaillierten Händlerbewertungen nur wenig schlechter wurden.

eBays Strategie besteht darin, immer mehr große Unternehmen zu rekrutieren, die auf eBay ihre Produkte anbieten. Die kleinen unabhängigen Händler, wie Skip McGrath selbst auch, haben das Nachsehen. Eine Idee, warum eBay das macht hat McGrath nicht und er sieht auch keine Vorteile darin. Denn eine der Stärken eBays sei von je her die Verfügbarkeit einer unglaublichen Vielfalt von Produkten gewesen. Schmeißt man Händler raus, verringert sich diese Artikelvielfalt.

Amazon hingegen hat von jeher realisiert, dass eine große Anzahl an  Händlern mehr Wettbewerb bedeutet und mehr Wettbewerb heißt: Geringere Preise und das wiederum zieht mehr Kunden an. Dadurch, dass eBay den Konkurrenzkampf beschränkt, fördert das Unternehmen einen Preisanstieg, der in geringeren Verkäufen resultiert. Verliert eBay seine kleineren und mittleren Händler und ersetzt sie durch Großunternehmen verliert eBay zudem den persönlichen Bezug [der anscheinend aber auch nicht gefragt ist]. Als kleiner Händler habe man ein gesteigertes Interesse an der Zufriedenheit seiner Kunden. Während ein Angestellter einer großen Online-Plattform, hier in Form der neuen großen eBay-Händler, kein persönliches Interesse an den Kunden hat, hier zählt nur das Geld.

eBay taugt nur noch als Zusatzgeschäft

„Immer wenn ich kritische Artikel über eBay verfasse, erhalte ich Mails, in denen ich gefragt werde, ob es nicht besser wäre eBay zu verlassen. Die Antwort ist Nein und das aus zwei Gründen:

  1. Auch wenn meine eBay-Verkäufe schwächer als meine Amazon-Verkäufe sind, lohnen sich die Zusatzverkäufe auf der Plattform.
  2. Zum anderen ist eBay immer noch der beste Weg im Online-Marketing zu beginnen. Auch wenn es nicht mehr so einfach ist wie ein paar Jahr zuvor.
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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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