Amazons Beliebtheit ist in Deutschland deutlich zurück gegangen

Amazon ist in Deutschland hinsichtlich des Umsatzes im Internethandel immer noch auf dem ersten Platz. 2012 hatte Amazon in Deutschland 8,7 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 6,3 Milliarden Euro)umgesetzt, ein Plus von 20% gegenüber 2011.

Was die Popularität in Deutschland anbelangt, musste Amazon allerdings seinen Spitzenrang einbüßen, so eine Studie der  Beratungsfirma OC&C. Das ist das Resultat der Befragung von 30.000 Menschen in neun Nationen, die Handelsblatt Online vorliegt. Platz 1 nimmt jetzt die Drogeriemarktkette dm ein.

Die im folgenden Artikel gezeigten Ergebnisse beziehen sich auf Deutschland. Die Käufer wurden unter anderem zu der wahrgenommen Artikelauswahl, dem Preis, der Qualität und dem Vertrauen in die Marke befragt. Maximal waren 100 Punkte zu erreichen, ein Wert von mehr als 75 gilt als „sehr gut“. Amazon liegt mit einem Gesamtwert von 82,5 Punkten 1,7 Zähler hinter dm. Das Amazon-Minus von 7,7 Punkten gegenüber 2012 ist drastisch. Es ist der zweitstärkste Rückgang aller 84 beurteilten Handelsunternehmen. Studienautor Christian Ziegfeld über Amazon: „Kritische Stimmen zur Steuerpolitik und den Löhnen in Logistikzentren haben das Markenimage stark angekratzt“.

Amazon sieht sich in Deutschland zur Zeit des bedeutenden Weihnachtsgeschäftes immer wieder Arbeitsniederlegungen ausgesetzt. Die Gewerkschaft ver.di beharrt auf einer Bezahlung der Amazon-Mitarbeiter, die dem Tarifvertrag in Einzel- und Versandhandel entspricht. Amazon jedoch möchte sich auch weiterhin nach dem niedrigeren Lohnniveau der Logistikbranche richten. Der Konzern steht ferner unter Druck, weil er durch ein clever konstruiertes Unternehmensgeflecht Steuerzahlungen in Europa enorm drückt.

Die OC&C-Studie führt aber auch weitere Gründe für die nachlassende Hochstimmung der Internet-Käufer an. So böten immer mehr Händler ähnlich attraktive Preise wie Amazon. Zudem erschlage die enorme Produktauswahl offensichtlich viele Kunden. Die Vorauswahl der für den Kunden passenden Sortimente werde verstärkt wieder ein Teil der Wertschöpfung des Händlers. Stationäre Händler hätten ebenso die Erfahrung gemacht, dass die Kunden „nicht zwischen 17 Margarinesorten wählen möchten.“ Auch andere Internet-Händler leiden unter diesem Phänomen wie etwa notebookbilliger.de.

Die Nutzerzahlen der deutschen Amazon-Webseite sind zuletzt leicht gesunken. Von Januar bis Oktober 2013 griffen im Schnitt 31 Millionen Nutzer (Unique Users) auf Amazon.de zu, so die Daten von comScore. Das entspricht einem Minus von 0,36% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

[easychart type=“vertbar“ height=“400″ width=“590″ title=“Die 10 beliebtesten deutschen Online-Händler“ groupnames=“2012,2013″ valuenames=“dm,Amazon,Douglas,Thalia, Müller,Rossmann,Tchibo,Globus,Otto,Bonprix“ group1values=“85.5,90.2,78.4,82.4,77.8,78.8,80,80.4,78,76″ group2values=“84.2,82.5,81.1,81,80,79.6,79,78.1,77.9,77.9″ minaxis=“75″]

Die Liste der 10 beliebtesten deutschen Händler:

  • dm Drogeriemarkt   84,2 (- 1,3 Punkte gegenüber 2012)
  • Amazon             82,5 Punkten (-7,7 Punkte gegenüber 2012)
  • Douglas            81,1 (+ 2,7 Punkte gegenüber 2012)
  • Thalia Bücher      81 (-1,4 Punkte gegenüber 2012)
  • Müller Drogerie    80 (+ 2,2 Punkte gegenüber 2012)
  • Rossmann Drogerie  79,6 (+ 0,8 Punkte gegenüber 2012)
  • Tchibo Multisortimenter  79 (- 1,0 Punkte gegenüber 2012)
  • Globus Lebensmittel     78,1 (-2,3 Punkte gegenüber 2012)
  • Otto Multisortimenter   77,9 (-0,1 Punkte gegenüber 2012)
  • Bonprix Mode            77,9 (+1,9 Punkte gegenüber 2012)

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