Ein amerikanisches Studienergebnis über Vorurteile zum Nachdenken

Ein Studienergebnis, das ernsthaft zum Nachdenken anregen sollte, wurde von der University of Virginia veröffentlicht: Verbraucher kaufen Waren im Internet weniger wahrscheinlich von farbigen als von nichtfarbigen Anbietern. Das Experiment wurde über die Dauer eines Jahres durchgeführt.

„Das deutet auf eine rassistische Wahrnehmungsstruktur hin“, so Heike Radvan von der Amadeu Antonio Stiftung gegenüber pressetext. Die demokratische Gesellschaft sei gefragt, die sich genau ansehen sollte, woher Rassismus kommt und wie dagegen vorzugehen ist. Schon in der Kindererziehung müsse die Gleichwertigkeit der Menschen vermittelt werden.

Die aufgestellte These wurde auf dem US-amerikanischen Anzeigenportal Craigslist getestet. Dort schalteten die Forscher in 300 Regionen 1.200 Inserate für iPod-Geräte. Dabei wurde dasselbe Gerät auf Bildern einmal von einer farbigen Hand, einmal von einer nicht-farbigen und nochmals von einer nicht-farbigen Hand mit einem Tattoo gehalten.

Farbige Verkäufer erhielten im Vergleich zu ihren nicht-farbigen Kollegen um 13% weniger Rückmeldungen. Ferner erhielten sie um 18% weniger Angebote für den iPod und diese waren zudem noch um 12% niedriger als der Betrag, der nicht-farbigen Verkäufern offeriert wurde. Bei nicht-farbigen Tattoo-Trägern wurden ähnliche Resultate festgestellt wie bei farbigen Verkäufern.

Die Käufer legten des Weiteren weniger Vertrauen an den Tag, wenn sie dachten, der Anbieter des Geräts sei farbig. So nannten sie etwa um 17% weniger oft ihren Namen. Einer Lieferung per Post statt einer persönlichen Übergabe stimmten 44% zu, und 56% äußerten sogar Bedenken wegen Überweisungen über lange Strecken.



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