Amazon gibt futuristischen Plan bekannt: Die Auslieferung via Drohnen

Die Ankündigung, dass Amazon CEO Jeff Bezos in der Interview-Sendung „60 Minutes“ auftreten wird, war eigentlich nichts Besonderes. Doch eine Online-Vorschau eines Teils des Interviews hat die Aufmerksamkeit einiger Internet-Medien auf sich gezogen. Bezos hatte eine große Überraschung angekündigt und die gab es dann auch: Amazon plant georderte Ware mit kleinen Drohnen auszuliefern, um dadurch die Kosten für die Paketzustellung zu sparen. Einen Namen hat der Service auch schon: Prime Air.Grafik, genutzt auf onlinemarktplatz.de

In den USA testet Amazon bereits die Auslieferung via Drohnen, wie Jeff Bezos dann in der Sendung von CBS verraten hat. Die Amazon-Drohnen könnten Pakete mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm binnen einer halben Stunde zum Kunden befördern. Bezos erklärte, dass man mit diesen achtmotorigen Drohnen das Gros der bestellten Waren selbst ausliefern könnte, da nur 14% aller Bestellungen bei Amazon schwerer seien. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Lieferung via Drohne die Umwelt weniger belaste als die Zustellung per Transporter.

Die Helikopter-Drohnen sollen in den Logistikzentren starten. Die Bestellung wird direkt vom Band eines Logistikzentrums abgeholt und dann beim Amazon-Kunden vor der Haustüre deponiert. Was Amazon jedoch noch fehlt ist eine Genehmigung für den Lufttransport, sodass mit dem Einsatz der Fluggeräte erst in vier bis fünf Jahren zu rechnen sei. Die Motivation für die Auslieferung per Drohne erklärte der Amazon CEO in dem Interview damit, dass man den Spitzenplatz Amazons im Retailhandel sicherstellen wolle.

Das Handelsblatt zitiert den Mobile-Geeks-Blogger Sascha Pallenberg, der Amazon „Prime Air“ als die Marketing-„Luftnummer“ des Jahres bezeichnet. Pallenberg schildert in seinem Blog einige „profane“ Herausforderungen, die den Service eigentlich aussichtslos machten. Er bemängelt zum Beispiel die kurze Reichweite von nur 16 Kilometern. Der Kunde dürfe damit maximal acht Kilometer vom Logistikzentrum entfernt wohnen, was jedoch in Ballungszentren zu Problemen führe. Es sei denn Amazon plane zukünftig an jeder größeren Kreuzung ein entsprechendes Logistikzentrum aufzubauen.

Ein weiteres Problem sei die Herausforderungen hinsichtlich der Flugaufsichtsbehörden und der M2M-Kommunikation. [Machine-to-Machine (kurz M2M) steht für den mechanisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten wie Maschinen, Automaten oder Fahrzeugen untereinander oder mit einer zentralen Leitstelle]. Pallenberg: „Wenn 2000 Drohnen über San Francisco Pakete ausliefern, dann sollten diese sich auch ein wenig untereinander abstimmen können“.