Amazon zieht nach Streiks Förderantrag für den Standort Brieselang zurück

Am kommenden Freitag, dem 29. November 2013 findet der sogenannte Black Friday statt, ein umsatzträchtiges Einkaufshighlight, das sich mittlerweile auch auf dem deutschen Markt etabliert hat. Die Online-Händler bereiten sich mit speziellen Schnäppchen-Angeboten darauf vor, doch die Gewerkschaft ver.di will Amazon Deutschland und den Kunden die Freude am Geschäft vermiesen. ver.di plant die bislang größte Arbeitsniederlegung bei Amazon genau für diesen Tag.

„Wir werden es richtig krachen lassen“, heißt es aus Kreisen der Gewerkschaft. Sie will den Großhändler Amazon seit geraumer Zeit dazu bringen, dass die Belegschaft an den insgesamt neun deutschen Verteilzentren nach dem Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel bezahlt werden. 14 Streiktage gab es bisher seit April 2013 in Leipzig und Bad Hersfeld.

Aber die Streiks werden die Verbraucher höchstwahrscheinlich nicht spüren, denn:

  • Bestreikt werden Bad Hersfeld und Leipzig, aber
  • Amazon lässt seit geraumer Zeit bereits die Ware nach Rheinberg, Koblenz und Herne liefern und
  • viele Versandhändler die Waren bei Amazon anbieten versenden via eigene Logistik

Zudem gibt Verdi nicht bekannt, wie viele Mitarbeiter wirklich streiken, interne Quellen sprechen von einer kleinen Minderheit… .

Amazon zieht kurz vor dem Start in Brieselang Förderantrag zurück

Amazon hat nun beim Wirtschaftsministerium einen Förderantrag für den neunten deutschen Standort Brieselang zurückgezogen. Bei den Fördergeldern soll es sich um einen Betrag von 1,2 Millionen Euro gehandelt haben. Das zuständige Wirtschaftsministerium bestätigt das Zurückziehen des Antrags, macht aber genau wie Amazon gibt aber keine weiteren Informationen zu den Hintergründen. Brieselang geht bisher noch offiziell am 28. November ans Netz.

Amazon beschäftigt momentan noch zirka 9.000 Mitarbeiter in Deutschland. Diesen Monat soll ein zusätzlicher Betrag von 400 bis 600 Euro an die Mitarbeiter gezahlt werden. Das jedoch reicht ver.di nicht aus.

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Nun auch offiziell: Amazon baut Logistikzentren in Polen auf

…  Natürlich wird das von Verdi behinderte Geschäft verlagert, natürlich wird es in Deutschland Arbeitsplätze und Gewerbesteuer kosten und natürlich wird nicht das komplette Geschäft nach Osteuropa verlagert … aber es wird sukzessive und leise einen Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland geben! Hier geht es übrigens zu den Stellenanzeigen für Amazon in Polen: …“

So geht Logistik und Automation – Kiva Robotersysteme bei Amazon:

„… Aber, trotz Automation steigt die Zahl der Beschäftigten bei Amazon in Summe weiter an. Amazon wird Deutschland, wohl wegen der ständigen Debatten über Bezahlung und Arbeitszeiten, teilweise verlassen. Laut Focus werden fünf der acht Versandzentren und zwei Kundendienst-Zentralen in Deutschland zum kommenden Jahr geschlossen. Dafür werden in Polen und Tschechien neue Logistikzentren und Arbeitsplätze entstehen – und in der Wartung von Robotern bei Kiva Systems… .

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