Immer mehr britische Buch-Verlage melden Insolvenz an

Immer mehr britische Buch-Verlage melden Insolvenz an

E-Bücher und der Druck von großen Internet-Händlern wie Amazon führen zu immer mehr Insolvenzen kleinerer britischer Verlage. Laut einer Analyse des Wirtschaftsprüfungsinstituts Wilkins Kennedy haben in den letzten 12 Monaten 98 britische Verlage Insolvenz angemeldet(2012: 69Verlage).

Besonders kleinere Verlage werden in der Statistik aufgeführt. Unter ihnen sind jedoch auch so namhafte Verlage wie Evant Brothers Limited – der Verlag, der erstmals die Kinderbuchautorin Enid Blyton veröffentlichte und sich später auf Lehrmaterial konzentrierte. Evant Brothers Limited meldete im September 2012 Insolvenz an.

Wilkins Kennedy führt diese Entwicklung auf folgende Faktoren zurück:

  • Rabattschlacht: Auf der preisbindungsfreien Insel versuchen sich Supermärkte und Internet-Händler wie Amazon und Barnes & Noble gegenseitig zu unterbieten. Um hohe Preisnachlässe offerieren zu können, zwingen sie die Verlage zu immer günstigeren Konditionen.
  • Online-Gebrauchtbuchmarkt: Während man früher in Antiquariaten nach gebrauchten Büchern suchen musste, genügt heute ein Klick in einem Web-Shop. Bei Amazon werden die gebrauchten Titel sogar unmittelbar neben den neuen Büchern angeboten. Die Verlage gehen leer aus.
  • E-Bücher: Ebenso macht die wachsende Nachfrage nach E-Books den Verlagen zu schaffen. Oft sind die digitalen Bücher bereits regulär meist preiswerter und werden dann häufig deutlich reduziert angeboten. Die Verlage sind durch die resultierenden Konditionen-Forderungen der Händler indirekt betroffen.
  • Piraterie: Da immer mehr E-Bücher verfügbar sind und es immer mehr Lesegeräte in den Haushalten gibt, greifen immer mehr Nutzer auf das Angebot der Buchpiraten zurück – auf Kosten der Verlage.
Beitrag teilen: