Thüringens Wirtschaftsminister mischt sich bei Kritik um Arbeitsbedinungen bei Zalando ein

Thüringens Wirtschaftsminister mischt sich bei Zalando-Kritik ein

Der Wirtschaftsminister von Thüringen, Matthias Machnig (SPD) kritisierte die Arbeitsbedingungen im Erfurter Logistikzentrum von Zalando. 2012 wurde das Verteilzentrum in Erfurt eröffnet. Der Freistaat förderte die Ansiedlung mit 22,4 Millionen Euro. Zalando investierte 170 Millionen Euro. „Es muss Verbesserungen bei der Arbeitsdichte und Kontrolle der Mitarbeiter geben“, so Machnig gegenüber dem „Spiegel“. Der Minister forderte mehr Mitbestimmung für die Mitarbeiter, etwa durch die Wahl eines Betriebsrates.

Ein Sprecher Zalandos wies die Vorwürfe zurück. Ein Betriebsrat werde von der Belegschaft gewählt und nicht von der Geschäftsleitung. Ferner gebe es im Logistikzentrum in Erfurt Formen der Mitbestimmung wie beispielsweise Sprechstunden und Runde Tische mit Führungskräften. Zudem stünden bei Kritik Sozialpädagogen als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Bezahlung entspreche Tarifverträgen der Branche.

Zuletzt hatten Erfurter Mitarbeiter vor etwa 2 Wochen im „Spiegel“ die Arbeitsbedingungen an dem Standort bemängelt. Noch einmal übten Mitarbeiter heftige Kritik an den Bedingungen in Erfurt in der MDR-Sendung Exakt. Sie berichteten von Zeitdruck, unentwegten Kontrollen, langen Laufwegen, enormer Hitze und dem Verbot sich hinzusetzen. Machnig hatte in derselben Sendung noch erklären lassen: „Hinweise auf eine unbefriedigende Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze liegen uns bislang nicht vor.“ Direkt nach der TV-Sendung war einem der Kritiker gekündigt worden. Zalando erklärte dazu nur: „Der Umstand, dass sich der Mitarbeiter in einer MDR-Sendung geäußert hat, war nicht ursächlich für die Kündigung.“

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