Amazon wird unzureichende Zensur im Bereich e-Books vorgeworfen

Das Technologieportal The Kernel hat Amazon vergangene Woche vorgeworfen, besonders hinsichtlich seines Lesegerätes Kindle unzureichende Zensur zu betreiben. Den Angaben des Online-Magazins zufolge, stehen vor allem in der Rubrik der Laien-Autoren eine Reihe von e-Books zum Kauf bereit, die von Vergewaltigungen, Pädophilie und Inzest handeln. Darunter erregte zum Beispiel ein Buch mit dem Titel „Taking My Drunk Daughter“ massive Aufmerksamkeit.

Als Reaktion auf die schweren Vorwürfe haben sowohl Amazon als auch Rivale Barnes & Noble sowie Kobo Bücher, deren Titel oder Inhalte diese schwierigen Thematiken tangieren, entfernt. Gleichwohl hat, bis auf die Bestätigung die von The Kernel genannten Bücher entfernt zu haben, keiner der genannten Anbieter bis jetzt Stellung zu den Anschuldigungen des Internet-Nachrichtendienstes bezogen.

Offiziell dürften auf den Amazon E-Readern eigentlich keine pornographischen Texte erscheinen. Denn in den Richtlinien des Online-Händlers heißt es: „Wir akzeptieren keine Pornografie oder anstößige grafische Darstellungen von sexuellen Handlungen.“ Dennoch schlägt laut einem BBC-Bericht die Suchfunktion allein durch das Eintippen harmloser Stichwörter diese ausdrücklich untersagten Inhalte vor, ohne dabei das Alter des jeweiligen Nutzers zu überprüfen.

Trotz der schnellen Reaktion des Unternehmens stellt dieser Verstoß eine Straftat dar, weil solche Inhalte nicht ohne entsprechende Schutzmaßnahmen angeboten und aufgefunden werden dürfen. Belastend kommt hinzu, dass Amazon mit den betreffenden Texten Geld verdient hat. Denn ein gewisser Prozentsatz dessen, was die Amateur-Autoren für ihre Werke einnehmen, fließt zu Amazon zurück.

The Kernel berichtete nun am 14. Oktober, dass sowohl Amazon als auch Konkurrent Barnes & Nobel  auch Werke über Holocaust-Dementi  verkaufen. Und das selbst in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Österreich, wo das Leugnen des Holcaust gesetzeswidrig ist.


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