ver.di denkt über weitere Schritte im Amazon-Arbeitskampf nach

Die Amazon-Beschäftigten in Bad Hersfeld und in Leipzig haben nach ihrer 2-tägigen Arbeitsniederlegung ihre Arbeit am Mittwoch, dem 19. Juni 2013 wieder aufgenommen.

Wie heise.de berichtet, will die Gewerkschaft ver.di den bisherigen Verlauf des Arbeitskampfs beurteilen und über die weiteren Schritte ratschlagen. Mechthild Middeke von Verdi Hessen verdeutlicht:„Wir wollen weiter Druck aufbauen und sehen, wie wir noch mehr Mitarbeiter zum Streik bewegen.“

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Nach dem Streik am Montag und Dienstag dieser Woche seien bei ver.di „noch keine Signale von Amazon angekommen“. Gespräche gebe es aktuell auch keine.

In Bad Hersfeld und in Leipzig beteiligten sich laut ver.di am letzten Streiktag zirka 1.300 Mitarbeiter. 800 sollen in Hessen und 500 in Sachsen die Arbeit niedergelegt haben. Amazon Angaben zufolge waren es insgesamt weniger als 840 Angestellte, die an den Streiks teilnahmen. Insgesamt wurde Amazon mittlerweile 5 Tage bestreikt.

ver.di beansprucht für sich, schon Streikerfolge erlangt zu haben. Lieferfristen für Bestellungen hätten schon verlängert werden müssen. Ziel der Gewerkschaft sei es, den Protest an weitere Standorte von Amazon Deutschland zu tragen, so eine Verdi-Sprecherin am Dienstag. Es müssten jedoch erst noch Strukturen errichtet werden, um eine hohe Streikbeteiligung zu erreichen.

ver.di-Chef Frank Bsirske sagte nach seiner Rede vor etwa 700 Streikenden am Dienstag in Bad Hersfeld, dass es eine generelle Auseinandersetzung sei, die derzeit ablaufe. Amazon versuche die Kontroverse auszusitzen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Taktik, toter Mann zu spielen, nicht zum Erfolg führen wird.“

Bsirske beanstandete, dass die Amazon-Beschäftigten bis zu einem Drittel weniger verdienten im Vergleich zu Mitarbeitern anderer Versandhändler, die Tariflöhne zahlen. Eine beliebige und einseitige Festsetzung der Löhne durch den Arbeitgeber dürfe es in keinem Fall geben.

ver.di fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels mit höheren Löhnen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Nachtzuschlägen schon ab 20.00 Uhr.

Amazon argumentiert, dass seine Versandzentren Logistikunternehmen seien, die Kundenbestellungen bewerkstelligten. Es handle sich dabei um typische Arbeiten aus dem Logistikbereich, wie Lagerung, Verpackung und Auslieferung von Artikeln.

Bsirske ist der Ansicht, dass Amazon als weltgrößter Internethändler versuche, die Öffentlichkeit für „dumm zu verkaufen“. Das Unternehmen verhalte sich so, als hätte man mit dem Versandhandel nichts zu tun. „Das ist sehr dreist. Aber damit wird Amazon nicht durchkommen.“

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Amazon, Recht & Sicherheit

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