Auktionen auf dem Online-Marktplatz eBay haben keine Anziehungskraft mehr

eBay-Versteigerungen werden von den Nutzern des Online-Marktplatzes nur noch zu 15% in Anspruch genommen. Das Gros der User bevorzugt bei eBay mittlerweile das „Sofort-Kaufen-Format“, so eine Studie der Stanford University mit dem Titel „What happened to Internet Auctions?“. Das berichtet businessweek.com. Seit dem Jahr 2003 sind die Auktionen  um 80% zurückgegangen. eBay entwickelt sich damit immer mehr zu einer traditionellen E-Commerce-Webseite.

eBay sollte Auktionen ausgliedern

Liran Einav, einer der 4 Autoren der Studie und Volkswirtschaftler an der Stanford University erklärt, dass die Leute eBay trotzdem immer noch als eine Online-Auktionsseite ansehen.

Für die Entwicklung hin zum Festpreis-Format und weg von den Versteigerungen sind laut der Autoren der Studie weder die Zusammensetzung der Käufer, noch die Händler oder die angebotenen Waren verantwortlich. Die Nachfrage nach Auktionen sei ganz einfach zurückgegangen. Ein Grund hierfür liege darin, dass die Käufer ihre Wunschobjekte vor allem schnell, einfach und bequem erhalten möchten. Bei Auktionen hingegen kann es unter Umständen mehrere Tage dauern, bis der Artikel letztendlich verkauft wird.

Als weiteren Grund nennen die Autoren die verstärkte Nutzung von mobilen Endgeräten. Auf Smartphones zum Beispiel sei die Zeit, die die User durchschnittlich auf dem Online-Marktplatz eBay verbringen um 25% geringer im Vergleich zu den Nutzern, die über den Computer eBay besuchen. Auch die Seitenaufrufe lägen nur bei 50% im Vergleich zu Besuchen vom PC.

Auch hat der Hauptvorteil des Online-Auktionsformates, nämlich günstige Preise für Wunschobjekte zu erzielen, immer mehr an Reiz verloren. Das komme daher, dass es immer mehr E-Commerce-Seiten gebe, bei denen man die Verkaufspreise gleicher Artikel gegenüberstellen könne. Selbst eBays eigenes Archiv der Verkaufsdaten unterstützt die Kunden darin, genau erkennen zu können, wo der Marktpreis für bestimmte Artikel liegt.

Für eBay selbst sind die sinkenden Auktionszahlen nicht neu. Schon vor einiger hat eBay damit begonnen sein Business-Modell von den Auktionen loszulösen. Einen besonders starken Rückgang der Versteigerungszahlen gab es schon 2008, als eBay seinen Suchalgorithmus veränderte. Bei den Resultaten wurden nun nicht mehr die Produkte ganz oben angezeigt, deren Auktions-Restlaufzeit am kürzesten war. Die Sortierung zeigte jetzt Angebote in der Reihenfolge ihrer Relevanz für Käufer an.

Die Daseinsberechtigung für Auktionen liege auch nicht mehr so sehr in den eventuell günstigen Verkaufspreisen. Sie nähere sich eher dem Modell der Coupon-Nutzung oder anderen Werbestrategien an, so die Studie.

Einige besonders seltene Artikel wird man wahrscheinlich auch in Zukunft trotzdem nur bei Versteigerungen bekommen können, wie beispielsweise eine Haarsträhne von Justin Bieber.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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