Die Verbraucherzentrale Bundesverband verklagt PayPal

W3vfmTAfXjUkXZ9Wfv7wsbrNmS5NSbDI5DferX0ses4Die eBay-Tochter PayPal bekommt Ärger mit der Verbraucherzentrale, da der Bezahldienst nicht hinlänglich auf den Vorwurf von intransparenten Klauseln reagiert hat. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat PayPal wegen unklarer Vertragsklauseln verklagt. Die Zulässigkeit von 10 Klauseln müsse vor Gericht geklärt werden, so eine Sprecherin des vzbv in einem Bericht der „Berliner Zeitung“.

Der Verband hatte den Angaben zufolge schon im Jahr 2012 20 Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bemängelt. PayPal habe jedoch nur für 50% eine Unterlassungserklärung abgegeben, erklärte der vzbv. Aus diesem Grund sei im März 2013 Klage beim Landgericht Berlin eingereicht worden. Wann eine Entscheidung falle, sei noch nicht klar.

PayPal wollte sich unter Verweis auf „möglicherweise“ bevorstehende Gerichtsverfahren zu Einzelheiten nicht äußern. Ein PayPal-Sprecher erklärte, dass man ständig daran arbeite, die AGB und Leistungen „so nutzerfreundlich wie möglich“ zu gestalten. Man habe auch nach der Beschwerde durch den vzbv im vergangenen Jahr Änderungen an den AGB vorgenommen.

Wie der vzbv berichtet, habe man mehrfach Hinweise darauf bekommen, dass Kunden-Accounts aus nicht verständlichen Gründen gesperrt worden seien. Ein recht undurchsichtiger Verifikations-Prozess führt dazu, dass es oft Monate dauert, ehe die Kunden an ihr Geld gelangen. Daraufhin habe sich der vzbv „das umfängliche Vertragswerk vorgenommen“. Es seien dabei „sehr offene und intransparente“ Vereinbarungen gefunden worden, die für den Kunden „nicht abschätzbar“ seien.

Der Verbraucher wisse zum Beispiel nicht, wann eine Prüfung von Seiten PayPals durchgeführt werde und wie lange eine Zahlung offen sei, obwohl gegenüber dem Händler eine Zahlungspflicht bestünde, so eine Sprecherin des vzbv. Die Klauseln müssten anschaulicher gestaltet werden, um dem Verbraucher nahe zu bringen, warum eine Zahlung erst einmal eingefroren werde.

Einer Studie im Auftrag des vzbv zufolge fehlt den meisten Deutschen das erforderliche Grundwissen für einen sicheren Internet-Einkauf. Lediglich 22% habe demnach in einem Test sämtliche dementsprechende Fragen beantworten können, so der Verband.

Bei der repräsentativen Studie der Universität Friedrichshafen wurden per Online-Fragebogen 9 Fragen zu Verbraucherrechten, Sicherheitsaspekten und anderen Bereichen gestellt. Laut vzbv müssten alle Fragen fehlerfrei beantwortet werden können, um sich beim Internet-Shopping sicher zu bewegen. Das allerdings hätte nur eine Minorität geschafft. Nur 73% hätten gewusst, dass eine sichere Verbindung durch das Kürzel „https“ [sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll] in der Browser-Adresszeile und ein geschlossenes Schloss-Symbol angezeigt werde.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband verklagt PayPal was last modified: by

Ähnliche Beiträge

Bundesgerichtshof weicht PayPal-Käuferschutz auf und stärkt die Rechte der Verkäufer Der Bundesgerichtshof hat sich gestern, am 22.11.2017, in zwei Entscheidungen erstmals mit den Auswirkungen einer Rückerstattung des vom Käufer mittels PayPal gezahlten Kaufpreises aufgrund eines Antrags auf PayPal-Käuferschutz befasst. Problemstellung: Der Online-Zahlungsdienst PayPal bietet an, ...
Zahlreiche gefälschte eBay-und PayPal-Mails im Umlauf Aktuell werden E-Mail-Postfächer mit angeblichen Zahlungserinnerungen der Unternehmen eBay und PayPal überschwemmt. Zu Unrecht wird behauptet, dass eine offene Forderung besteht, die beglichen werden muss. Für weitere Informationen soll eine Rechnung geöffnet werden. Vorsicht: Nicht öffnen, denn es ...
Kuba-Embargo: PayPal sperrt erneut Händler-Konto Kurze Zeit, nachdem PayPal der norddeutschen Heavy-Metal-Band COR die Konten sperrte, trifft es nun das Familienunternehmen Teeladen Herzberg aus Brandenburg. Damit geht der Online-Bezahldienst weiter energisch gegen deutsche Händler vor, die mit kubanischen Waren handeln. Der Teeladen Herzberg hatt...
US-Notenbank Federal Reserve hat unter anderem PayPal im Visier Wie das Wall Street Journal berichtet, untersucht die US-Notenbank Federal Reserve mögliche Risiken von Internet-Bezahlanbietern wie PayPal oder Bitcoin. Die stellvertretende Vorsitzende Federal Reserve Janet Yellen erklärte, dass man derzeit zu verstehen versuche, welche Schwierigkeiten diese neuen...
In den USA steht Sammelklage gegen Bill Me Later an eBay sieht sich in den USA einem Prozess gegenüber, der sich jedoch nicht gegen eBay selbst, sondern gegen seinen Bezahldienst Bill Me Later (BML)richtet. Diese Bezahloption erfreut sich wachsender Beliebtheit und erscheint auf immer mehr Einkaufswebseiten. In der Klage wird behauptet, dass bei d...
Negative eBay-Bewertungen müssen vom Verkäufer akzeptiert werden Bekommt ein Verkäufer im Internet-Auktionshaus eBay eine schlechte Bewertung, so muss er diese akzeptieren. Das geht aus einem am Montag, den 13. Dezember 2010 veröffentlichten Urteil (142 C 18225/09 vom 16.12.2009) des Amtsgerichts München hervor. „Dieses System dient dazu, sich über den normalerwe...

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

Beitrag teilen:


Kategorien: Payment, Recht & Sicherheit

Schlagworte:, , , ,