Auch die Amazon-Beschäftigten in Bad Hersfeld wollen streiken

Mit großer Mehrheit haben sich die Mitarbeiter am Amazon-Standort in Bad Hersfeld für einen Streik entschieden. Ein Arbeitskampf werde dadurch immer wahrscheinlicher, so Verdi Hessen. Das Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld ist der größte Standort des Konzerns in Deutschland.

78% der Gewerkschaftsmitglieder an diesem Standort beteiligten sich an der Urabstimmung, die seit Montag, dem 22. April 2013, eine Woche lang von Verdi durchgeführt wurde. 97,6% stimmten für die Arbeitseinstellung.

Schon Anfang des Monats hatten sich in Leipzig 97% der Gewerkschaftsmitglieder für Arbeitsniederlegungen bei Amazon ausgesprochen.

Bernhard Schiederig, Verdi-Verhandlungsführer unterstrich, dass die Geschäftsleitung nun abermals die Möglichkeit habe, ihre Bereitschaft für Tarifgespräche zu erklären. Schiederig warnte: Sollte man diese Chance bei Amazon nicht ergreifen, würden Vorbereitungen für Streiks getroffen werden. Das könne dann ganz schnell gehen. Auch forderte er die Unternehmensführung auf, das Resultat der Urabstimmung ernst zu nehmen und „endlich die Tarifverhandlungen zum Abschluss eines Anerkennungstarifvertrages für die Branche des Einzel- und Versandhandels“ aufzunehmen.

Verdi möchte für die rund 3.300 Angestellten von Amazon in Bad Hersfeld eine Bezahlung erzielen, die dem Branchentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels gleichkommt. Bislang ist die Vergütung in den Amazon-Standorten geringer.

Ob es in der kommenden Zeit zu einer Arbeitsniederlegung kommen wird, das hängt jetzt von der Verhandlungsbereitschaft des Konzerns ab.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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