„Embargo-Account“- Schließungen bei eBay und PayPal

Nachdem eBay Großbritannien einem Händler verboten hatte Briefmarken aus Nord-Korea zu veräußern,  hat PayPal nachgezogen und einem Händler aus York den Account geschlossen. Dieser Händler hatte Kaffee aus Kuba angeboten. PayPal fror den Händler-Account ohne jegliche Vorwarnung ein. PayPal versucht damit, die seit den 60-iger Jahren bestehende US-Blockade gegen Kuba wieder einmal in Ländern der Europäischen Union durchzusetzen.

Die eBay-Tochter begründet ihren Schritt damit, dass man als US-Unternehmen dazu verpflichtet sei, die US-amerikanischen Sanktionen einzuhalten, selbst bei den Tochtergesellschaften außerhalb der Vereinigten Staaten. Chris Dawson meint, dass diese bestimmt keine großartige Werbung für PayPal sei. Der Bezahldienst gleiche damit  eher einem „überheblichen Monster“, als einem großartigen Unternehmen, das Online-Bezahlungen anbietet. PayPal sollte lieber kleine Unternehmen unterstützen und nicht eine ständige Bedrohung für solche Firmen darstellen.

Inzwischen gibt es einen weiteren Fall, von dem Dawson von Tamebay berichtet. PayPal hatte bereits im Dezember 2012 den Account eines Buch-Shops in Cambridge geschlossen, der unter anderem Bücher nach Kuba und Syrien lieferte, an Menschen, die Englisch lernen wollen. Der Account wurde gesperrt, obwohl der Shop keine PayPal-Zahlungen aus den entsprechenden Nationen akzeptierte.

Das Cambridge International Book Centre benötigte etwa 2 Tage, um die betreffenden Staaten von ihrer Webseite zu entfernen, damit ihr PayPal Konto wieder reaktiviert wurde.

Als Händler sollte man sichergehen, dass man keine Produkte aus den Ländern anbietet, die dem US-Embargo unterliegen. Auch sollte man Lieferungen in solche Embargo-Staaten löschen, um sicherzugehen, dass das PayPal Konto nicht gesperrt wird.

Eine ideale Situation sieht anders aus.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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