Amazon Großbritannien verfolgt beim Pricing in der Buch-Kategorie klassische Supermarkt-Strategie

Amazon Großbritannien verfolgt beim Pricing in der Buch-Kategorie klassische Supermarkt-Strategie

Die Unternehmensberater von Simon-Kucher & Partners haben herausgefunden, dass Amazon Großbritannien (dort gibt es keine Buchpreisbindung) lediglich bei den Top 20-Print-Bestsellern hohe Rabatte anbietet, das berichtet buchreport.de Ab Rang 21 bis Platz 100 jedoch schlage Amazon Großbritannien im Vergleich zu anderen Internet-Händlern durchschnittlich 14% auf.

Bei einem Drittel der 62 Titel, die im 10-tägigen Untersuchungszeitraum in den Top 100 geblieben seien, habe Amazon die Preise verändert. Amazon Großbritannien antworte mit dieser beweglichen Preisänderung auf Mitbewerber, Tageszeit sowie die Popularität der verschiedenen Bücher. Britische Buchhändler wie W H Smith boten zum Beispiel in der Weihnachtssaison Rabatte von bis zu 75% an.

Buchreport.de zitiert Mark Billige, Partner im Londoner Büro von Simon-Kutcher & Partners: „Fragen Sie jemanden, wo man die niedrigsten Bücherpreise bekommt, und Sie werden zu Amazon geschickt. Aber erstaunlicherweise ist dieser Ratschlag oft falsch.“ Simon-Kucher-Pricing-Experte Kyle Poyar fügt hinzu, dass Amazon eine klassische Supermarkt-Strategie verfolge. Bei Amazon habe man begriffen, dass Kunden langsamer drehenden Produkten wenig Interesse schenkten.

Ratschlag von Simon-Kucher: Buchhändler sollten sich auf der Suche nach durchgreifenden Preis-Strategien vor allem bei ihren Supermärkten vor Ort Anregungen holen. Der „Bookseller“ zitiert einen Amazon-Sprecher: „Die unterstellte Pricing-Strategie sei nicht richtig. Man versuche, bei jedem angebotenen Buch konkurrenzfähige Preise anzubieten“.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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