47% der Deutschen kaufen 2012 Weihnachtsgeschenke im Internet

Immer mehr Verbraucher setzen bei ihren Weihnachtseinkäufen auf das World Wide Web. Das hat eine aktuelle Studie des Hightech-Verbands BITKOM zu aktuellen Trends im Internet-Handel ergeben.

Danach kaufen in diesem Jahr 47% der Internet-Nutzer in Deutschland Weihnachtsgeschenke im Internet. Das entspricht rund 25 Millionen Personen. Zum Vergleich: Vor 2 Jahren waren es erst 43%. Derzeit sind 27% der Befragten noch unentschlossen und 22% verzichten darauf. Überraschend: Die meisten Online-Geschenkekäufer finden sich in der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren mit einem Anteil von 57%. „Das weihnachtliche Online-Shopping gehört heute zum Fest wie die verkaufsoffenen Sonntage im Advent“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf bei Vorstellung der Studienergebnisse. „Die Online-Händler gehen überwiegend optimistisch ins diesjährige Weihnachtsgeschäft.“ Laut einer aktuellen BITKOM-Umfrage rechnen 38% der Online-Händler in den Monaten November und Dezember mit höheren Umsätzen als noch 2011. 36% erwarten Geschäfte auf Vorjahresniveau und 22% einen Rückgang.

Nach den Ergebnissen der BITKOM-Studie kaufen inzwischen 92% Internet-Usern online ein. Das entspricht 70% der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahre. 39% der Internet-Anwender kaufen regelmäßig im Netz ein, allein 2011 mehr als zehn Mal. Die beliebtesten Produkte sind Medien (Bücher, CDs, DVDs), Kleidung, Elektrogeräte sowie Dienstleistungen rund ums Reisen. Aufstrebende Sortimente sind Möbel, Drogerieartikel, Heimwerkerbedarf und Lebensmittel. Selbst Autos oder komplexe Versicherungsverträge werden inzwischen online gekauft. Kempf: „Die Verbraucher kaufen häufiger und zunehmend teure oder erklärungsbedürftige Produkte im Internet.“ Parallel dazu sorgen neue Geräte und Anwendungen für zahlreiche Veränderungen im E-Commerce. Die BITKOM-Untersuchung zeigt einige grundlegende Trends.

Das Internet verbindet Online-Handel und stationären Handel
87% der Verbraucher informieren sich im Internet und kaufen dann im Geschäft ein. Gleichzeitig informieren sich 71% im Geschäft, kaufen dann aber online ein. Bei der Suche nach Informationen im Internet stehen Preisvergleichsseiten an der Spitze, die von 58% der Internet-Nutzer besucht werden. 51% informieren sich auf den Webseiten der Anbieter und 35% in Foren oder Blogs. Verstärkt wird die Verbindung von Off- und Online-Shopping durch das mobile Internet. 42% der Besitzer von Smartphones oder Tablet PCs vergleichen mit dem mobilen Gerät im Geschäft die Preise für ein Produkt und 32% informieren sich vor Ort über die Eigenschaften eines Produkts. „Die bereits hohe Preistransparenz verstärkt sich durch das mobile Internet noch einmal“, sagte Kempf. Stationäre Einzelhändler sollten daher die Chancen des Internets nutzen. Kempf: „Insbesondere die sozialen Medien bieten kleineren Händlern gute Möglichkeiten, ohne großen Aufwand lokal und überregional auf sich aufmerksam zu machen sowie Kunden zu gewinnen und diese zu binden.“

Electronic Commerce wird Social Commerce
Bei Kaufentscheidungen spielt der Austausch zwischen den Verbrauchern im Web eine immer wichtigere Rolle. 73% aller Internet-Nutzer lesen vor einer Bestellung die Bewertungen anderer Kunden. 35% geben selbst Bewertungen ab. Ebenfalls ein Drittel der Befragten sagt, die Meinung anderer habe direkten Einfluss darauf, was sie im Internet kaufen. 27% aller Internet-User sind im Web von Freunden, Familie oder Kollegen auf ein Produkt aufmerksam gemacht worden, das sie später gekauft haben. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 35%. Die steigende Bedeutung sozialer Medien zeigt, dass ein Viertel aller Internet-Nutzer bereits Fan einer Marke oder eines Produkts in einem sozialen Netzwerk wie Facebook ist. Bei den Jüngeren ist es 48%.

Der Online-Handel wird mobil
„Starken Einfluss auf das Kaufverhalten hat die steigende Verbreitung von Smartphones und Tablet Computern“, sagte Tim Hilpert, Mitglied der Geschäftsleitung von eBay Deutschland. Die Anwendungen sind vielfältig: So können Verbraucher auf den Geräten beispielsweise digitale Einkaufszettel und Rabatt-Coupons mitführen. Die Navigationssoftware ermöglicht es, Läden zu finden oder sich sogar im Geschäft besser zu orientieren. Mit Barcode-Scannern können Produktinformationen abgerufen werden oder das Gerät erlaubt die Bezahlung. „Die mit Smartphone und Tablet getätigten Transaktionen nehmen rasant zu“, sagte Hilpert. Laut der BITKOM-Studie kauft bereits jeder zweite Smartphone-Nutzer mit dem Gerät Waren oder Dienstleistungen ein. Bei den Besitzern von Tablet Computern liegt dieser Anteil bei fast zwei Dritteln.

Hinweis zur Methodik: Im Auftrag des BITKOM hat das Marktforschungsinstitut Forsa 1.068 Personen ab 14 Jahre befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Umfrage unter Online-Händlern hat der BITKOM in Kooperation mit dem Preisvergleichsportal Guenstiger.de durchgeführt. An der Befragung haben 109 Online-Händler teilgenommen.


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