Wie eBay sein sterbendes Business wieder zum Leben erweckt hat

Yahoo fährt unter CEO Marissa Mayer einen komplett neuen Kurs und vielleicht sollte Yahoo sich auch mal anschauen, was bei eBay in den letzten Jahren so passiert ist.

Nach einer langen Durststrecke hat eBay nämlich eine Seltenheit im Internet geschafft: Es hat den Turnaround eines Business bewerkstelligt, das viele schon als tot abgeschrieben hatten. Das Geheimnis eBays hierbei war: Produkt-Redesign und mobile Innovationen. Der Ansicht ist zumindest Kevin Kelleher von readwriteweb.

eBay war eines der Internet-Unternehmen, das stark angegriffen war. Lag der Aktienkurs 2004 noch bei 59 Dollar je Aktie, fiel er im Jahr 2008, als der aktuelle eBay-CEO John Donahoe Meg Whitman ersetzte, auf einen Wert von 26 Dollar.

Seit dieser Zeit arbeitete Donahoe sehr intensiv an einer Richtungsänderung der eBay-Marktplätze, was eine Verschiebung vom Auktionsformat hin zu Festpreis-Verkäufen einschloss. Zudem wurde der Fokus auf große, namhafte Händler gelegt, wenn auch auf Kosten vieler kleiner Händler.

Zu Beginn hatte es den Anschein als würde die Neuausrichtung nicht funktionieren. Ein Jahr nach Donahoes Amtszeit fiel der Aktienkurs sogar auf unter 10 Dollar. Donahoe war in der Defensive – mit desillusionierten Investoren, die keine Hoffnung mehr hatten. Doch er blieb dran. Der Umschwung dauerte ein paar Jahre und 4 Jahre später tauchen nun Zeichen des Erfolgs für eBays Marktplatz-Geschäft auf.

Jetzt ist eBay aus einem schlechten Traum erwacht und der Aktienwert erreicht den höchsten Stand seit Januar 2006. Der Börsenwert liegt bei über 60 Milliarden Dollar. In etwas weniger als 3 Jahren hat es eBay geschafft von einem Unternehmen mit einem Börsenwert von 16 Milliarden Dollar zu einem Konzern mit einem Börsenwert von 60 Milliarden Dollar aufzusteigen. So etwas in der Web 2.0 Ära zu erreichen, die von jungen Unternehmen wie beispielsweise Facebook dominiert wurde, ist bemerkenswert.

Vor allem die Erholung des eBay Kerngeschäftes ist beeindruckend, da hier die Wachstumsraten zum völligen Stillstand kamen. Der mobile Bereich zeigt ebenso erstaunliche Steigerungsraten, doch hier ist es ein wenig einfacher gewesen, denn dieser Sektor wurde neu aufgebaut.

eBays Marktplatz zeigte im vergangenen Quartal eine Wachstumsrate von 15%, ohne Einfluss der Wechselkurse, was dem schnellsten Wachstum seit dem Jahr 2006 entspricht. Ein Großteil des Wachstums rührt vom Festpreisformat her, das Donahoe in den vergangenen Jahren fokussierte. Nach einer nur schleppenden Zunahme in 2009 und 2010, musste Donahoe viel Kritik einstecken, weil er das Auktionsmodell aufgegeben hatte, was ja eigentlich eBay groß gemacht hatte.

Im mobilen Bereich ist eBay ebenfalls auf der Erfolgsspur und PayPal sieht einen ähnlichen Aufschwung bei den mobilen Bezahlungen. eBay hat hier frühzeitig für sich einen Markt entdeckt. Durch die Entwicklung der eBay Einkaufs-App hatte eBay in diesem Sektor schnell einen führenden Platz inne.

Von den 45 Millionen Menschen die im Juni 2012 eine Shopping-App nutzten, lag eBays Applikation mit 13,2 Millionen auf Rang 1 vor Amazon und Groupon.

eBay arbeitet auch weiterhin daran seinen Marktplatz zu verbessern, auch hinsichtlich der Auslieferung. eBay NOW ist nur ein Beispiel hierfür.

Die Jahre des schnellen Wachstums liegen hinter eBay, aber eBay versucht für sich eine neue Rolle im E-Commerce zu finden. Kehrtwendungen wie diese sind sehr selten in der Internet-Industrie zu finden.

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Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen

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Kategorien: Onlinehandel allgemein

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