Vorsicht vor Scamming im Internet

Das Landeskriminalamt (LKA) Hessen informiert, dass im Jahr 2011 in Hessen zirka 11.000 Fälle von Betrug im Internet registriert wurden. Das Gros der Täter arbeitet vom Ausland aus. Einfallsreich und zumeist mit geklauten Identitäten können sie ganz einfach Internet-Nutzer übers Ohr hauen. Persönlich müssen sie nie in Erscheinung treten. „Das Internet macht es den Tätern leicht, und sie sind sehr kreativ“, sagte Gaby Goebel-Andreas, Expertin für Internetkriminalitäts-Prävention im LKA der Nachrichtenagentur dpa.

„Scamming“ (Vorschussbetrug) sei zahlenmäßig der größte Bereich der Cyberkriminalität. Besonders vorsichtig sollten Internet-User sein, wenn sie aus dem Ausland kontaktiert werden.

Die Trickbetrüger bieten Verkaufsgeschäfte an, die von Immobilien- und Partnervermittlung bis hin zu Mobbing oder Geldwäsche reichen. Aber nicht nur, dass der Internet-Nutzer viel Geld verlieren kann, es besteht auch die Gefahr, selbst schuldig zu werden, wenn der Käufer über sein Konto gesetzwidrig erworbenes Geld laufen lässt.

Schwierig ist die Strafverfolgung der Täter. Zum einen, weil sie falsche Identitäten annehmen, zum anderen aber auch, weil die deutschen Behörden an die Landesgrenzen gebunden sind.

In Hessen sei die Polizei bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität gut aufgestellt, sagte Goebel-Andreas. Alle Polizeipräsidien hätten seit dem Jahr 2007 Internet-Kommissariate sowie Internetberater. Die Beamten gingen Anzeigen nach, hielten jedoch ebenfalls Vorträge über die Maschen der Gauner und stellten Informationsmaterial zusammen, um Verbraucher zu sensibilisieren.

Hinweise zu Warenbetrug, betrügerischer Immobilien- und Partnervermittlung, zu Finanzagenten und Identitätsdiebstahl gibt die Polizeiberatung im Internet.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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