Angeordnete Speichelprobe lässt eBay-Betrüger seine Tat gestehen

Es dauerte 2 Verhandlungstage bis ein 28-jähriger Thüringer gestand, 2 Tickets online veräußert zu haben, die er gar nicht besaß. Als der Richter jedoch eine DNA-Probe verlangte, bekam der junge Mann Angst und gab die Tat zu.

Im Dezember 2011 ging Harald W. (Name geändert) als Gewinner einer eBay-Versteigerung hervor: Für 145 Euro erwarb er 2 Eintrittskarten für das Spiel FC Bayern gegen Kaiserslautern. Harald W. jedoch hat die Tickets nie erhalten, denn er ist damals einem Betrüger aufgesessen.

Der Käufer aus Neumarkt hatte erst einmal keinen Grund, skeptisch zu sein. Er erhielt eine E-Mail mit den Daten des Verkäufers und vereinbarte mit dem Thüringer eine Zahlung per Nachnahme. Einige Tage später erreichte den Bayer per Post das bereits erwartete Kuvert und er bezahlte dem Postboten den ausgemachten Betrag. Als er den Umschlag öffnet war die Überraschung groß. Der Inhalt: 2 DIN-A5-Umschläge, aber keine Eintrittskarten. Daraufhin informierte er die Post von dem Vorfall. Die 145 Euro wurden eingefroren und kamen daher erst gar nicht auf dem Konto des Betrügers an. Harald W. erstattete Anzeige gegen den Mann aus Thüringen.

Am ersten Verhandlungstag behauptet der Angeklagte vor dem Richter hartnäckig, sein eBay-Account sei gehackt worden, ein Unbekannter wolle ihn reinlegen. Eine von Richter angeordnete Speichelprobe sollte bis zum nächsten Verhandlungstag Licht ins Dunkel bringen.
Schon auf dem Weg zur Polizeiwache wurde dem Angeklagten dann anscheinend bewusst, dass der DNA-Test erdrückendes Beweismaterial zum Vorschein bringen könnte. Auf der Rückbank des Streifenwagens gestand er.

Der Mann aus Thüringen kam daraufhin erneut vor Gericht und räumte seine Tat ein. Da er schon im Oktober wegen eines ähnlichen Betrugsfalles verurteilt worden war, muss er sich jetzt um seine Freiheit sorgen. „Sollte sich das wiederholen, sind Sie weg vom Fenster“, mahnte der Richter. Wegen Betrugs wurde er zu einer Geldstrafe von 2.250 Euro verurteilt.

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