Delivery Hero-Tochter Glovo Spanien muss zu Angestelltenmodell für Fahrer wechseln und erwartet Mehrkosten von 100 Millionen Euro
Die spanische Tochtergesellschaft von Delivery Hero SE, die unter der Marke Glovo in Spanien operiert, hat angekündigt, ihr Geschäftsmodell für Lieferfahrer von einem freiberuflichen zu einem angestelltenbasierten Modell umzustellen. Ziel dieser Maßnahme ist es, rechtliche Unsicherheiten zu reduzieren und künftige Kontingenzen zu minimieren.
Inhaltsverzeichnis
Hintergrund der Entscheidung
Das neue Modell ist eine Reaktion auf ausstehende Entscheidungen der spanischen Arbeitsbehörden zur möglichen Umklassifizierung von Lieferfahrern. Diese Umklassifizierungen basieren auf dem Betriebsmodell, das Glovo seit August 2021 in Spanien eingeführt hatte. Die Entscheidung zur Umstellung soll sicherstellen, dass Glovo in Spanien rechtlichen und regulatorischen Anforderungen besser entspricht.
Die spanischen Behörden werfen dem Unternehmen vor, die Beschäftigungsverhältnisse ihrer Fahrer nicht korrekt eingestuft zu haben. Diese Umstellungen sind Teil einer umfassenderen Debatte über Arbeitsverhältnisse im Bereich der Plattformökonomie.
Finanzielle Auswirkungen
Die Umstellung des Geschäftsmodells wird voraussichtlich erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Glovo rechnet für das Geschäftsjahr 2025 mit einer Belastung von rund 100 Millionen Euro auf das bereinigte EBITDA. Trotz dieser Kosten erwartet das Unternehmen jedoch, weiterhin ein positives bereinigtes EBITDA in Spanien zu erzielen.
Gleichzeitig wird eine Erhöhung der Gesamt-Kontingenzen im Jahresabschluss 2024 erwartet. Diese Kontingenzen, die Sozialversicherungsbeiträge, Geldstrafen, Mehrwertsteuerforderungen und weitere Zahlungspflichten umfassen, werden auf 440 bis 770 Millionen Euro geschätzt. Dies stellt eine Steigerung gegenüber den im Halbjahresbericht 2024 angegebenen 330 bis 550 Millionen Euro dar.
Glovo plant keine Rückstellungen
Trotz der finanziellen Auswirkungen hat Delivery Hero erklärt, dass keine Rückstellungen gebildet werden sollen. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass keine ausreichenden rechtlichen Grundlagen für die geplanten Umklassifizierungsentscheidungen der spanischen Behörden bestehen.
Vorläufige Zahlungen und Bankgarantien
Während das Unternehmen auf endgültige gerichtliche Entscheidungen wartet, wird Glovo voraussichtlich verpflichtet sein, vorläufig Zahlungen zu leisten oder Bankgarantien zu stellen. Diese Verpflichtungen sollen schrittweise ab dem zweiten Quartal 2025 fällig werden.
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