Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel bald obsolet und eBay mischt mit

Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel bald obsolet und eBay mischt mit

Man liest viel über die „four horsemen of digital media” — Apple, Google, Facebook und Amazon. Alle 4 sind aus unserem täglichen digitalen Leben fast nicht mehr weg zu denken. Diese Dominanz greift aber inzwischen auch, zwar in unterschiedlichem Grad, auf das lokale Leben über.

Google dominiert die lokale Suche und das Landkarten-Business. Facebook wird zur Entdeckungsmaschine für fast alles, einschließlich der lokalen Orte und der unterschiedlichen Businesszweige. Apple bedient die Verbraucher über seine Hardware und die Verteilung von Content. Mehr und mehr wird auch das Karten-Business Apples Geschäft. Zudem ist es ein schlafender Gigant in Sachen mobiler offline-Bezahlung. Und nicht zu vergessen Amazon. Der Internetriese möchte über Showrooms ein Stück des regionalen Retail-Business-Marktes erhalten.

Aber gibt es nicht auch eBay als einen fünften Anwärter in diesem Reigen? Bis zu einem gewissen Grad war vor allen eBay USA schon im lokalen Business unterwegs. Doch eBay hat seine Position hinsichtlich des regionalen Geschäftes durch Akquisitionen in den letzten 18 Monaten beschleunigt. Bei den mobilen Transaktionen erwartet man daher auch einen Umsatz von 8 Milliarden US-Dollar.

eBay könnte durchaus auf dem richtigen Weg sein, den lokalen Commerce zu dominieren, so jedenfalls sieht es der Technologie-Journalist Mike Boland. Das Bild wurde für ihn noch schärfer als er sich mit PayPal Chief Scientist Mok Oh, WHERE CEO Walt Doyle und Milo CEO Jack Abraham unterhielt.

Die Idee für eBay sieht dann in etwa so aus

WHERE Ads generieren Nachfragen mit zielgerichteten Nachrichten. Milos Produkt-Inventar zielt auf die Bedürfnisse der Nutzer ab und RedLaser steht als Suchwerkzeug für den Retail-Bereich zur Verfügung. PayPal schließt dann den Kreis der Transaktionen. Alles ist im Grunde abgedeckt, um eBays lokale Präsenz zu erhöhen.

„Die Grenzen zwischen der stationären und der digitalen Welt gibt es nicht mehr“, so WHERE CEO Doyle.

Dieser geschlossene Regelkreis dient nicht nur den Usern, er schafft auch einen geeigneten Weg zu Umwandlungen und Anpassungen. Obwohl es noch viel mehr gibt und viel mehr zu entwickeln gilt, klärt sich so langsam der Nebel, der bislang zwischen den Online-und Offlinewelten schwebte.

WHERE CEO Doyle findet: „Das ist nicht mehr nur elektronischer Handel, das ist Handel.“

 

Das Ganze festigte sich noch, als PayPal letzte Woche die Namensänderung von WHERE in PayPal Media Network bekannt gab, was eine noch tiefere Integration signalisiert. eBay ruht sich derzeit auf den getätigten Akquisitionen nicht aus, sondern fährt weiter fort Neues aufzubauen.

PayPal ist der Knotenpunkt, an dem alles zusammenläuft. Zusätzlich zu seiner langjährigen Position im Online-Bezahlsektor, gibt es jetzt eine Point of Sale-Einbindung wie zum Beispiel für Home Depot Filialen in den USA, sowie den Zugang zu den kleineren und mittleren Händlern via PayPal Here.

Das Ziel, so PayPal Chief Scientist Mok Oh, soll die Präsenz im Online-, Offline- und mobilen Business sein. Mit anderen Worten: Präsent sein an allen Orten, wo heutzutage Kaufentscheidungen gemacht oder beeinflusst werden.

Und es geht nicht nur darum, wo sich Benutzer räumlich gerade aufhalten oder welches Gerät sie verwenden. Es geht darum, herauszufinden, wo sie sich gerade im sprichwörtlichen „Kauf-Trichter“ aufhalten, um sie dort abfangen zu können.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



Kategorien: Onlinehandel allgemein

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