Verbraucherreport 2024: Defizite im digitalen Verbraucherschutz aufgedeckt

Der aktuelle Verbraucherreport 2024 des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) offenbart erhebliche Defizite im digitalen Verbraucherschutz. Nahezu die Hälfte der Befragten (49 Prozent) fühlt sich im Bereich Digitales und Internet nicht ausreichend geschützt. Besonders problematisch sind untergeschobene Verträge und Fakeshops. Angesichts dieser Herausforderungen fordert der vzbv eine Aktualisierung der Verbraucherrechte, um den Schutz im digitalen Raum zu verbessern.

Verbraucherreport 2024: Defizite im digitalen Verbraucherschutz aufgedeckt
Verbraucherreport 2024: Defizite im digitalen Verbraucherschutz aufgedeckt. AI generated picture by ©onlinemarktplatz.de

Verbraucherreport 2024 – Politisches Handeln gefordert

Ramona Pop, Vorständin des vzbv, betont die Dringlichkeit politischen Handelns: „Im digitalen Raum sind Verbraucher besonders verwundbar. Die steigende Zahl der Beschwerden zeigt, dass die aktuellen Regelungen nicht ausreichen. Wir brauchen ein Update vieler Verbraucherrechte, um digitale Fairness von Anfang an zu gewährleisten.“

Sie hebt hervor, dass viele bestehende Verbraucherrechte aus der analogen Zeit stammen und den technischen Möglichkeiten moderner Unternehmen nicht gewachsen sind.

Digitalisierung bringt Herausforderungen und Unmut

Obwohl digitale Angebote den Alltag vieler Menschen erleichtern, sind die Lücken im Verbraucherschutz deutlich spürbar. 2023 verzeichneten die Verbraucherzentralen über 92.000 Beschwerden im digitalen Bereich, was ein Drittel aller Beschwerden ausmacht. Besonders häufig betroffen sind ungewollte Verträge für Festnetz, Internet oder Mobilfunk. Eine überwältigende Mehrheit der Befragten (95 Prozent) fordert besseren Schutz vor solchen untergeschobenen Verträgen.

Verbraucherreport 2024: Defizite im digitalen Verbraucherschutz aufgedeckt. ©VZBV

Fakeshops auf dem Vormarsch

Ein weiteres wachsendes Problem sind Fakeshops. Im Jahr 2023 gingen knapp 7.000 Beschwerden zu unseriösen Online-Shops bei den Verbraucherzentralen ein – ein Anstieg von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen hilft, solche betrügerischen Angebote zu identifizieren und Verbraucher zu schützen.

Manipulative Designs und KI-Regulierung

Auch manipulativ gestaltete Webseiten, die Verbraucher zum Kauf animieren sollen, stellen ein großes Problem dar. Knapp acht von zehn Befragten (79 Prozent) fordern ein Verbot solcher Designs.

Pop erklärt: „Manipulative Designs müssen umfassend verboten werden, da sie einfache menschliche Verhaltensmuster ausnutzen.“

Die Regulierung künstlicher Intelligenz (KI) ist ein weiteres zentrales Thema. 92 Prozent der Befragten sprechen sich für klare Regeln aus, um Manipulation und Täuschung durch KI zu verhindern. Fast die Hälfte (44 Prozent) ist besorgt, bei Kaufentscheidungen oder Vertragsabschlüssen durch KI manipuliert zu werden. Besonders die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen zeigt hier große Bedenken.

Vertrauen in Verbraucherorganisationen und Politik

Der Verbraucherreport zeigt auch, dass Verbraucherschutz für viele Menschen von großer Bedeutung ist. 92 Prozent der Befragten halten Verbraucherschutz für wichtig für ihre persönliche Sicherheit. Verbraucherorganisationen genießen dabei großes Vertrauen: 73 Prozent der Menschen vertrauen diesen Organisationen sehr stark oder eher stark. Gleichzeitig sehen 84 Prozent der Befragten die Politik in der Verantwortung, ihre Interessen zu schützen, wobei nur 24 Prozent der Politik tatsächlich Vertrauen entgegenbringen.

Fazit: Verbraucherschutz braucht ein Update

Der Verbraucherreport 2024 verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, die Verbraucherrechte im digitalen Raum zu aktualisieren. Der vzbv fordert umfassende Maßnahmen, um den Schutz der Verbraucher vor digitalen Gefahren zu gewährleisten. Es liegt nun an der Politik, diese Herausforderungen anzugehen und die Lücken im Verbraucherschutz zu schließen.