eBay-Tochter brands4friends: Wie stehen die Chancen für die Zukunft?

Im vergangenen Jahr befasste sich gründerszene.de mit 5 Start-Ups, die das Jahr 2015 in den Augen des Gründerszene-Chefredakteurs Joel Kaczmarek nicht überleben werden. In einem aktuellen Bericht beleuchtet Georg Räth die aktuelle Situation. Bei den 5 Unternehmen handelte es sich um Swoopo, StudiVZ, Xing, Brands4Friends und Jamba. Mit Swoopo hat Kaczmarek schon recht behalten, denn im März 2011 hatte das Online-Auktionshaus Insolvenzantrag gestellt. Die anderen 4 Start-Ups gibt es noch.

Da aus Brands4Fiends mittlerweile eine eBay-Tochter geworden ist, im Folgenden einen kurzen Überblick über die derzeitige Situation des Unternehmens aus der Sicht von Räth: Im Jahr 2010 wuchs brands4friends in erster Linie durch seine Zusammenarbeit mit StudiVZ und Newsletter dynamisch. Das Unternehmen beschäftigte binnen kürzester Zeit mehr als 200 Mitarbeiter. Im Juli 2010 verkündet der Konkurrenz-Shoppingclub Vente-Privée nach einer Wachstumsschwäche von brands4friends die deutsche Marktführerschaft. In Deutschland schien das Wachstum von brands4friends ausgereizt.

Stand Januar 2012: Durch anscheinendes Missmanagement in der Buchhaltung kam es zu sehr hohen Zahlungsausfällen für Lieferanten. Folge: brands4friends musste eine Zwischenfinanzierung einschieben.

Ab September 2010 durften dann die Brands4Friends-Gründer Constantin Bisanz und Christian Heitmeyer das Unternehmen nicht mehr alleine vertreten und Sergio Dias übernahm die Führung. Im Oktober dann akquirierte Amazon den deutschen Konkurrenten BuyVIP für 70 Millionen Euro. Im gleichen Monat veröffentlichte der Shoppingclub seine neue Management- und Produkt-Strategie: Erweiterung der Produktofferten, Überarbeitung des Marketings sowie Einführung eines Top-Kundenprogramms und Absicherung des Operationbereiches mit einem Logistikservice. Dann im Dezember 2010 die Überraschung: Das Unternehmen eBay übernahm brands4friends, was mit einem Wechsel in der Führungsetage einherging. Dr. Stephan Zoll Geschäftsführer von eBay in Deutschland übernahm das Ruder und hatte damit bis zum Oktober 2011 zwei Führungsrollen inne.

Die Reichweitenwerte blieben im Jahr 2010 relativ beständig und fielen erst zu Beginn des Jahres 2011 ab. Im nationalen Vergleich mit beispielsweise dress-for-less, BuyVIP und der Zalando Lounge zeigt sich kein eindeutiger Sieger. Bei BuyVIP kann ein kleiner Reichweitenvorsprung ausgemacht werden, allerdings stammt hier lediglich 16% des Handelsverkehrs aus Deutschland. Vergleicht man nun brands4friends mit dem französischen Shoppingclub Vente Privée hinsichtlich der Reichwerte, so hat das französische Unternehmen klar die Nase vorn.

Fazit des Autors: Fraglich ist, wie sich die Zukunft für brands4friends gestalten wird. Momentan sieht es so aus, als habe sich das Unternehmen gefangen. Ob der Trend des Reichweitenrückgangs nach der eBay-Übernahme anhält, bleibt abzuwarten.


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