Amazon schockt erneut die Anleger: Gewinn brach im vierten Quartal 2011 trotz Weihnachtsgeschäft um 58% ein

Amazon.com hat gestern Abend nach Börsenschluss seine Zahlen zum vierten Quartal 2011 veröffentlicht.

Im Vorfeld wurde viel spekuliert und vor allem die Zahlen zu den Verkäufen des iPad-Rivalen Kindle Fire interessierten die Analysten brennend. Dass das Tablet ohne Zweifel sehr erfolgreich war, ist sicher. Die Verkäufe ab Mitte November bis zum Ende des Jahres wurden auf  zirka 5 – 6 Millionen Geräte geschätzt.  Doch wurde auch bereits gemunkelt, dass das Tablet weit unter Herstellungspreis angeboten wurde. Amazon hat auch keine Verkaufszahlen bekannt gegeben. Nur so viel: Während der neunwöchigen Vorweihnachtszeit (Ende 31.12.2011) sind die Verkäufe des Kindle Readers und des Kindle Fire um 177% im Jahresvergleich angestiegen.

Die Konsensschätzung für den Umsatz im vierten Quartal 2011 lautet auf 18,2 Milliarden Dollar (Q4 2010: 13,0), die für den Gewinn auf 0,19 (0,91) Dollar pro Aktie. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten mit 48,9 Milliarden Dollar und 1,18 Dollar je Aktie.

Amazon schockt erneut die Anleger: Gewinn brach im vierten Quartal 2011 trotz Weihnachtsgeschäfts um 58% ein

Und das sind nun die offiziellen Geschäftszahlen von Amazon und wieder erschreckt Amazon seine Anleger:

Die durchschnittlichen Umsatzerwartungen wurden zwar übertroffen, beim Gewinn jedoch blieb Amazon hinter den Prognosen der Analysten zurück. Zudem enttäuschte der Ausblick.

Der Nettogewinn reduzierte sich von 416 Millionen US-Dollar bzw. 91 Cents je Aktie im vierten Quartal 2010 auf nun 177,00 Millionen US-Dollar (-58%) bzw. 38 Cents je Aktie. Die Reduktion war bedingt durch Investitionen in neue Produkte und den Ausbau der Lieferzentren.

Die Umsatzerlöse konnten im Berichtszeitraum von 12,95 Milliarden US-Dollar auf nun 17,43 Milliarden US-Dollar gesteigert werden (+35%).

Jeff Bezos, Gründer und Amazon-Chef: „Wir sind den Millionen von Kunden dankbar, die den Kindle Fire und die Kindle E-Reader während der Weihnachtszeit gekauft haben. Hierdurch wurde der Kindle unser Erfolgsprodukt sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa. Unsere Millionen von Drittanbietern hatten eine enorme Weihnachts-Verkaufszeit mit einem Wachstum von 65%. Auf diese Dritthändler entfielen nach Stückzahlen 36% aller Verkäufe.“

Für das Gesamtjahr 2011 gab es folgende Zahlen:

  • Der Nettoumsatz stieg um 41% auf 48,08 Milliarden Dollar verglichen mit 34,20 Milliarden Dollar im Jahr 2010.
  • Das Betriebsergebnis verminderte sich um 39% auf 862 Millionen Dollar, verglichen mit 1,41 Milliarden Dollar in 2010.
  • Der Nettogewinn verminderte sich um 45 % auf 631 Millionen Dollar oder 1,37 Dollar je Aktie, verglichen mit 1,15 Milliarden Dollar, oder 2,53 Dollar pro Aktie in 2010.

Für das laufende erste Quartal 2012 stellt Amazon ein operatives Ergebnis zwischen einem Verlust von 200 und einem Plus von 100 Millionen US-Dollar bei Umsätzen zwischen 12,0 und 13,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Analysten prognostizieren für das erste Quartal 2012 einen Gewinn je Aktie von 33 Cents. Die Umsatzerlöse werden auf 13,41 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Aktie verliert nachbörslich 7,9 Prozent auf 179,00 Dollar.


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