Die Zahlen zur dritten Quartal waren gut, aber wo steht eBay tatsächlich?

Wo steht eBay tatsächlich?

Wie berichtet, legte eBay sein Ergebnis zum dritten Quartal vor ein paar Tagen vor. Auf den ersten Blick sah es wie ein großartiges Quartal aus und insgesamt war es das auch für eBay und PayPal. 32% Umsatzwachstum im Jahresvergleich ist eine ziemlich große Steigerung, aber wenn man zwischen den Zeilen liest, dann stellt man fest, dass ein guter Teil aus Erträgen der Übernahme von GSI Commerce kam und ein der andere Großteil von PayPal. Nur rund 14% wurden aus dem eBay-Marktplatz generiert. Und ich vermute, so Skip McGrath, das Gros der 14% war das Resultat der jüngsten Dollar- Kursgewinne. eBay schließt alle seine ausländischen Märkte in die Zahlen mit ein. Gewinnt der Dollar über den schwachen Euro an Wert, lässt das die Zahlen zum Bruttohandelsumsatz größer erscheinen.

Die gute Nachricht war, dass die Zahl der weltweiten aktiven Marktplatz-Nutzer um 6% im Vergleich zum Vorjahr auf 98,7 Millionen angestiegen ist und bei PayPal die Zahl der aktiven registrierten Konten um 14% auf 103 Millionen anwuchs. eBay hat die Zahlen des US-amerikanischen Online-Marktplatzes nicht separat veröffentlicht, doch wer als Händler dort aktiv ist wird festgestellt haben, dass die Verkäufe schwächer geworden sind.

Wall Street scheint das auch so zu sehen. Trotz der 32%-igen Steigerung des Ergebnisses fiel die eBay-Aktie von 34,40 Dollar auf 31,85 Dollar ein paar Tage nach Bekanntgabe. Die Aktie hat sich jetzt wieder ein wenig erholt, nachdem die Nachricht aus Europa kam, dass man versuche die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen.

Die andere positive Entwicklung war eBays Erfolg der mobilen  Shopping-Apps. eBay geht davon aus, fast 5 Milliarden Dollar in mobilem Gross Merchandise Value (GMV) im Jahre 2011 zu generieren.

Unsere Grafik zeigt, dass die Artikeleinstellungen auf eBay USA von rund 128 Millionen auf rund 140 Millionen im Oktober angestiegen sind. Der Anstieg spiegelt die eBay-Rekrutierung von großen Anbietern mit Tausenden von Artikeln wider.

Aber wenn man sich die Abverkaufsraten anschaut, dann sieht das Bild nicht so rosig aus. Im Januar lagen sie über 32%. Aber  bis zum 20. Oktober dieses Jahres sind sie unter 30% gefallen. Aus unerfindlichen Gründen sind die Abverkaufsraten dann in den letzten 2 Wochen komplett abgestürzt.

Es ist wohl ziemlich eindeutig, dass eBays Wachstum seit Donahoes Amtstritt in 2008 in erster Linie von PayPal kommt. Skip McGrath: „Take PayPal out of the mix and eBay would be a ten dollar stock –if that”.

Alles in allem glaubt McGrath, dass eBay darunter leidet den Marktplatz nicht richtig zu positionieren. Sobald man sich außerhalb der eBay-Community befindet, weiß niemand mehr so genau, wer oder was eBay ist. Die Lösung hierfür wäre recht einfach. Gleich um die Ecke von eBay in San José, liegt die Stadt Palo Alto, wo möglicherweise der größte lebende Experte für Marktpositionierung sein Büro hat. Sein Name ist Regis McKenna.

McGrath arbeitete vor zirka 25 Jahren für Regis. Regis war der derjenige, der mit dem Apple-Logo aufkam und Lösungen zur Marktpositionierung für Unternehmen wie Apple, Intel und Hunderte von Silicon Valley-Startups lieferte. eBay hat gekämpft um herauszufinden, wer eBay ist und was man sein will, und das seitdem Meg Whitman das Unternehmen verließ. Meg hatte eine Menge von Fehlern, aber sie war in erster Linie ein Marketing-Mensch. John Donahoe ist ein Finanz-Mensch. Er hat leider kein Konzept für Branding oder Positionierung.

McGrath: „John – give Regis a call. He can help!“

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