Welche Auswirkungen eine Pfändung auf Verbraucher hat

Mit einer Pfändung beschlagnahmt ein Gläubiger Vermögenswerte, um damit die offenen Forderungen des Schuldners zu begleichen. Bei einer Zwangsvollstreckung wird zwischen Sach-, Lohn- und Kontopfändung unterschieden. Für den Schuldner bedeutet die Pfändung, dass so lange vollstreckt wird, bis seine Schulden beim Gläubiger vollständig beglichen sind. Die Pfändung hat einige negative Auswirkungen auf Verbraucher.

Welche Auswirkungen eine Pfändung auf Verbraucher hat. ©Depositphotos

Arten der Pfändung

Gläubiger können ihre Forderungen mit verschiedenen Maßnahmen der Zwangsvollstreckung eintreiben.

Sachpfändung

Hier sucht ein Gerichtsvollzieher nach Gegenständen, die einen gewissen Wert besitzen. Autos und Luxusartikel, wie Schmuck oder elektronische Geräte werden sofort mitgenommen.

Vermögensauskunft

Die Abgabe der Vermögensauskunft, auch als Offenbarungseid bekannt, ist eine weitere Vollstreckungsmaßnahme. Gläubiger erhalten dadurch wichtige Informationen bezüglich der finanziellen Situation des Schuldners und können so abwägen, welche Pfändungsart erfolgversprechend ist.

Konto- und Gehaltspfändung

Die Zwangsvollstreckung in Forderungen ist eine sehr effektive Form der Pfändung. Bei der Gehalts- bzw. Lohnpfändung wird der pfändbare Teil des Einkommens vom Schuldner an den Gläubiger überwiesen. Die Kontopfändung erlaubt dem Gläubiger direkten Zugriff auf das Konto des Schuldners. Der Gläubiger kann auf das Guthaben zugreifen, welches der Schuldner durch ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) schützen kann. Wie depotstudent.de berichtet, hat das zwar negative Auswirkungen, ist jedoch nicht hoffnungslos für Betroffene: Ein Konto eröffnen trotz Schufa und Pfändung ist weiterhin möglich: Das gibt auch bonitätsschwachen Menschen Handlungsoptionen. Besondere Vorsicht ist jedoch bei Pfändung durch das Finanzamt angesagt, wie vom BfDI beschrieben wird.

Folgen einer Kontopfändung

Die Kontopfändung ist die beliebteste Form der Zwangsvollstreckung durch Gläubiger. Schätzungen zufolge finden monatlich zwischen 300.000 und 350.000 Kontopfändungen statt. Eine Kontopfändung bedroht die Existenz des Schuldners und erfordert sofortiges Handeln.

Eine Kontopfändung hat negative Folgen für die Bonität des Schuldners. Dieser erhält von der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) einen negativen Eintrag, der erst drei Jahre nach Bezahlung der Verbindlichkeit gelöscht wird.

Nach der Kontopfändung wird das Guthaben in der Höhe des zu pfändenden Betrags gesperrt, sodass Auszahlungen für den verschuldeten Kontoinhaber nur dann möglich sind, wenn das Guthaben über dem gepfändeten Betrag liegt. Lastschriften, Überweisungen oder Abhebungen vom Konto funktionieren dann in aller Regel nicht mehr, weil die Bank nach Erhalt des Pfändungsbeschlusses eine vierwöchige Verfügungssperre einrichtet. Das Finanzamt NRW gibt auf dieser Seite einige Hinweis zu möglichen Vollstreckungsmaßnahmen bei Zahlungsschwierigkeiten.

Um die Lebenshaltungskosten bezahlen zu können, gibt es für Schuldner die Möglichkeit, das Girokonto in ein P-Konto umzuwandeln, damit monatlich trotz Pfändung ein festgelegter Betrag verwendet werden darf. Die Zwangsvollstreckung findet zwar statt, aber ein Grundfreibetrag von 1.340 Euro wird Schuldnern monatlich gewährt. Verbraucher, die Ehegatten und Kinder haben oder Sozialleistungen in Anspruch nehmen, sollten sich um eine Erhöhung des Grundfreibetrags kümmern, da auch dies nicht automatisch passiert.

Während bei Lohn- oder Gehaltspfändungen monatlich unpfändbare Bezüge auf das Konto des Schuldners gehen und er oder sie damit selbst nichts veranlassen muss, sieht die Sache im Falle einer Kontopfändung anders aus. Der Schutz des Existenzminimums wird nicht automatisch sichergestellt und erfordert deshalb aktives Handeln des Schuldners, indem dieser den Pfändungsschutz selbst einrichtet. Die Umwandung des Girokontos in ein P-Konto ist der Schufa mitzuteilen, damit sichergestellt wird, dass ein Verbraucher nicht mehrere P-Konten führt. Einen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit des Kontoinhabers hat das aber nicht.

Gläubiger bevorzugen diese Art der Pfändung, weil sie damit einen enormen Druck aufbauen können. Fehlt dem Schuldner das Geld für Miete, Strom und Gas, verliert er möglicherweise seine Wohnung.

Fazit

Als Schuldner sollten die Optionen einer Schuldenregulierung erwogen werden, um einen außergerichtlichen Vergleich ohne Privatinsolvenz zu ermöglichen. Sind die rechtlichen Voraussetzungen einer Pfändung gegeben, kann diese einige negative Folgen für den Verbraucher haben. Die Kontopfändung ist eine beliebte Art der Zwangsvollstreckung und existenzbedrohend für Verbraucher. Damit es nicht so weit kommt, können Schuldner versuchen, mit ihren Gläubigern ins Gespräch zu kommen, um eine Stundung oder Ratenpause zu vereinbaren. Als Schuldner, der zum Beispiel unvorhergesehene Kosten oder ein niedriges Einkommen hat, kann die Kontaktaufnahme mit einer Schuldnerberatung hilfreich sein.

Im Falle einer Pfändung des Girokontos sollte der Kontoinhaber seine Bank kontaktieren und sein Konto nach § 850k ZPO in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Dieses P-Konto stellt sicher, dass ein unpfändbarer Betrag auf dem Konto verbleibt, der die Existenzsicherung des Verbrauchers garantiert.

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