PayPal interessiert sich für den russischen Online-Bezahlmarkt

Der Online-Bezahldienst PayPal versucht seine weltweite Ausdehnung fortzusetzen und richtet sein Augenmerk jetzt auf den russischen E-Commerce-Sektor. Der E-Commerce-Markt in Russland wuchs im Jahr 2010 um 40% und weiteres Wachstum des Marktes wird prognostiziert.

Russland stellt mit einen der am schnellsten wachsenden Internet-Märkte dar und die Zahl der Internet-User stieg in den vergangen 3 Jahren unaufhörlich an. Alle 18 Monate verdoppelte sich die Zahl derer, die Zugang zum Internet fanden und erreichte Ende 2010 57 Millionen Menschen.

Die Schwierigkeiten des Online-Shoppings in Russland liegen vor allem in der Bezahlung der im Netz georderten Waren. Da die Kreditkarte recht wenig und nur in vereinzelten Schichten verbreitet ist, ist es für die Online-Shopper nicht einfach, ihre bestellten Waren zu bezahlen.

Zwar gibt es mittlerweile ein paar russische Unternehmen, wie Yandex.Dengi und WebMoney, die Online-Bezahlungen organisieren, doch hier muss man seinen Account zunächst per Überweisung aufladen. Die einzige Möglichkeit direkt zu bezahlen geht über SMS und das ist sehr teuer. Viele Webseiten akzeptieren die Bezahlung via Handy: Der Verbraucher verschickt dann eine SMS mit der entsprechenden Bestellung und der Rechnungsbetrag wird bei der nächsten Telefonrechnung belastet. Aber, die Telefongesellschaft berechnet bis zu 40% des Verkaufspreises als Gebühr.

Kein Wunder also, dass PayPal strategische Überlegungen anstellt, den russischen Online-Bezahlmarkt zu erobern. PayPal wartet lediglich noch auf entsprechende Gesetzte zum nationalen Bezahlsystem, bevor ein Büro eröffnet werden soll.

PayPals Entscheidung markiert eine Kehrtwende in der Haltung der amerikanischen Online-Unternehmen hinsichtlich der Unternehmenseröffnung in Russland. Im Jahr 1998 beendete CompuServe seine russischen Aktivitäten, da zu viele Hacker sich mit falschen Konten oder gefälschten und gestohlenen Kreditkarten einloggten.

PayPal jedoch ist zuversichtlich, was das Potential des Marktes anbelangt und steht in Verhandlungen mit den lokalen Internet-Providern und Mobilfunkunternehmen. Generell ist die eBay-Tochter nicht nur an Russland interessiert, sondern an der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) im Ganzen.


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