Zalando mit enttäuschenden Quartalszahlen

Steigende Inflation, Lieferengpässe und ein Rückgang der Kundenbestellungen machen dem Online-Modehändler Zalando zu schaffen. Im zweiten Quartal ist der Umsatz um 4 % auf 2,6 Milliarden Euro gesunken, das bereinigte operative Ergebnis lag bei 77,4 Millionen Euro. Der Gewinn ist mit 14 Millionen Euro im Gegensatz zu 120,4 Millionen im Vorjahresquartal stark gesunken.

Zalando erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine höhere Profitabilität sowie eine Rückkehr zum Wachstum und bestätigt damit seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Im zweiten Quartal 2022 wuchs die Zahl der aktiven Kund*innen kontinuierlich auf mehr als 49 Millionen (+11% im Jahresvergleich). Zalando stärkte darüber hinaus weiter seine Kundenbeziehungen. Das Mitgliederprogramm Zalando Plus wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 164% und zählt nun mehr als 1,5 Millionen Mitglieder.

Zalando mit enttäuschenden Quartalszahlen. ©Depositphotos

Robert Gentz, Co-CEO bei Zalando, sagt: „Wir haben als Team unsere Agilität unter Beweis gestellt und gezeigt, dass wir schnell reagieren und uns an das aktuelle Umfeld anpassen können. Gleichzeitig gestalten wir das Erlebnis für unsere Kundinnen und Kunden noch inspirierender und attraktiver und bauen unseren Kundenstamm weiter aus. Wir konzentrieren uns voll und ganz auf unsere Strategie und tätigen gezielt Investitionen, um unser langfristiges Wachstum zu ermöglichen.“

Zalando setzt seine Strategie fort, der Starting Point for Fashion zu sein. Dabei fokussiert sich das Unternehmen darauf, die Beziehungen zu seinen Kund*innen und Partnern weiter zu stärken, um das Wachstum des Plattformgeschäfts voranzutreiben. Im zweiten Quartal investierte Zalando in die Verbesserung des Kundenerlebnisses, insbesondere im Bereich Beauty, der im Jahresvergleich um 30% gewachsen ist. Zalando führte zudem sein Mitgliederprogramm Zalando Plus in der Schweiz ein und expandierte nach Rumänien und Ungarn, wodurch das Unternehmen nun in 25 Märkten präsent ist. Darüber hinaus startete das Unternehmen den Shopping-Club Zalando Lounge in Litauen, Rumänien und der Slowakei. Im Juni erwarb Zalando eine Mehrheitsbeteiligung an Highsnobiety, einem internationalen Vorreiter im Bereich “New Luxury”. Highsnobietys Kompetenz in Sachen Mode, Kuratieren und Storytelling, kombiniert mit der innovativen Plattform und Reichweite von Zalando, wird Zalando dabei unterstützen, eine aufregende und ansprechende Online-Umgebung für Kund*innen und Markenpartner zu schaffen.

Als Teil des Aktionsplans, mit dem das Unternehmen auf die aktuelle Wirtschaftslage reagiert, hat Zalando sein Angebot angepasst, um dem veränderten Konsumverhalten der Kund*innen zu entsprechen. Um die Kosten pro Bestellung zu optimieren, führte Zalando Anfang Juni in 15 weiteren Märkten ein Mindestbestellwert ein, der nun in allen 25 Zalando-Märkten gilt. Zur Anpassung der Kostenstruktur, hat Zalando seine Marketingausgaben und Investitionen in die Logistikinfrastruktur reduziert.

„Wir konzentrieren uns auf Maßnahmen zur Verbesserung unserer Effizienz und unserer Marge – diese werden uns helfen, in der zweiten Jahreshälfte unsere Profitabilität zu stärken. Zalandos gesunde Finanzlage erlaubt es uns, weiterhin in unsere Technologieplattform und Logistikinfrastruktur zu investieren, um unser langfristiges Wachstumsziel zu erreichen“, sagt Dr. Sandra Dembeck, CFO von Zalando.

Im zweiten Quartal 2022 betrug das Bruttowarenvolumen des Unternehmens 3,8 Milliarden Euro und zeigte verglichen mit einem außerordentlichen Vorjahresquartal eine unveränderte Entwicklung und das trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, das durch externe Faktoren wie geringeres Verbrauchervertrauen, Inflationsdruck und einzelne Lieferengpässe beeinträchtigt wurde. Der Umsatz ging um 4% auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Wandel hin zur Plattform zurückzuführen. Zalando meldete ein bereinigtes EBIT von 77,4 Millionen Euro mit einer Marge von 3%.

Zalando bestätigt die Prognose vom 23. Juni 2022 für das Geschäftsjahr 2022 mit einem GMV-Wachstum zwischen 3% und 7% auf 14,8 bis 15,3 Milliarden Euro. Es wird erwartet, dass der Umsatz zwischen 0% und 3% auf 10,4 bis 10,7 Milliarden Euro steigen wird, wobei sich das bereinigte EBIT im genannten Zeitraum auf 180-260 Millionen Euro belaufen wird. Investitionen (Capex) von 350-400 Millionen sind geplant.

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