Ware für die Tonne? Wie Online-Händler ein rentables Geschäft aus Retouren machen

Rund 286 Millionen Retourenpakete aus dem deutschen Online-Handel reisen jährlich durch die Bundesrepublik. Das hat nicht nur Nachteile für die Händler, sondern auch für die Umwelt enorme Folgen. Eine Veranschaulichung: Etwa 40 Zentimeter beträgt die Durchschnittslänge eines üblichen Retourenpakets. Würde man nun alle Pakete in einer Linie aneinanderreihen, ergäbe das eine Gesamtlänge von 114.000 Kilometern – knapp das Dreifache des gesamten Erdumfangs.

Ware für die Tonne? Wie Online-Händler ein rentables Geschäft aus Retouren machen. ©Depositphotos

Doch was passiert mit den retournierten Artikeln? Das EuroHandelsinstitut, EHI Retail Institute, hat 92 deutsche Online-Händler dazu befragt und lieferte teils schockierende Ergebnisse: Etwa 55 Prozent der Retouren, also 143.000 Tonnen Neuware, werden jährlich einfach vernichtet. Ob neue Waschmaschinen, Rasenmäher, Markenschuhe oder Smartphones. Gerade bei führenden Online-Riesen sind hier auch in den letzten Jahren erschütternde Zahlen enthüllt worden. Umso mehr sind jetzt nachhaltige Lösungen gefragt, die gegen die widrige Entwicklung vorgehen. Konstantinos Vasiadis bietet mit der Elvinci.de GmbH so eine Lösung und gibt Retourenware eine zweite Chance: „Man kann Retourenware sehr gut weiterverkaufen, wenn man es mit System macht. Dafür kann man die künstliche Intelligenz nutzen.“ Bei welchen Prozessen die künstliche Intelligenz beispielsweise eingesetzt werden kann, damit Online-Händler sich aus ihrer Retourenware ein rentables Geschäft machen können, hat Experte Konstantinos Vasiadis in drei Tipps zusammengefasst.

Tipp 1: der Wareneingang

Der Grund, weshalb viele Unternehmen retournierte Ware vernichten, ist schlicht und ergreifend das Kostenersparnis. Doch meist haben solch kurzweilige Entscheidungen weitreichende Konsequenzen – nicht nur für die Händler selbst, sondern auch für die Umwelt. Dabei haben Händler die Möglichkeit, durch Retourenware sogar zusätzliche Gewinne zu erzielen. Plant und kalkuliert man allerdings nicht alles genau durch, sind die Margen eher gering, erklärt der Experte für Retourenware.

Er empfiehlt daher, bereits beim Wareneingang auf künstliche Intelligenz zurückzugreifen, indem auch die Warenklassifizierung parallel zum Wareneingang erfolgt. Das spart nicht nur einen beträchtlichen Teil des Arbeitsaufwands, sondern sorgt auch für mehr Struktur und Effizienz. Die Klassifizierung selbst sollte dabei möglichst umfangreich durchgeführt werden und kann durch künstliche Intelligenz in vielerlei Hinsicht unterstützt werden: von der automatisierten Zählung, Messung und Identifizierung der Produkte samt relevanter Informationen bis hin zur Sortierung und Verbuchung.

Tipp 2: der Wiederverkauf

Nachdem die retournierte Ware beim Hersteller oder Händler eingegangen ist und ordnungsgemäß klassifiziert wurde, sollte sie so schnell wie möglich wieder im Onlineshop zur Verfügung stehen. Denn so können die Lagerhaltungskosten minimiert werden. Erledigt man diesen Prozess allerdings per Hand, kann das je nach Masse über mehrere Tage bis Wochen dauern.

Darum ist auch hier der Einsatz von künstlicher Intelligenz hilfreich, erklärt Konstantinos Vasiadis: Durch ein intelligentes System können die eingepflegten Produkte automatisch sortiert und so bearbeitet werden, dass sie den Bedürfnissen der potenziellen Käufer entsprechen.

Tipp 3: das Verpacken und Verladen

„Das Geschäft mit B/C-Ware, Retouren oder Lagerüberhängen ist meist sehr unzuverlässig“, weiß der Experte. Darum sollte künstliche Intelligenz nicht nur beim Wareneingang und Wiederverkauf, sondern auch beim Verpacken und Verladen der Geräte bestmöglich eingesetzt werden.

Durch ein systematisches Verpacken und Verladen mithilfe von künstlicher Intelligenz können Waren beispielsweise deutlich effizienter und ohne Qualitätseinbußen bearbeitet werden. So sorgen Online-Händler nicht nur für schnelle und reibungslose Prozesse, sondern vergeuden dadurch auch weniger Stauraum – im eigenen Lager und auch im Lastkraftwagen. Lagerhaltungskosten werden dadurch gespart und Kraftfahrer müssen dank effizienter Verladung weniger Fahrten auf sich nehmen – wovon letztendlich auch die Umwelt profitiert.

Elvinci
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