Onlineplattformen werden für Vor-Ort-Apotheken wettbewerbsentscheidend

Onlineplattformen sind auch im Apothekenbereich immer präsenter. Große Onlineplayer stellen für Apothekeninhaber:innen eine ernste Konkurrenz dar. Der Wunsch: Onlineplattformen für Vor-Ort-Apotheken aus der Apothekerschaft heraus betreiben und so Abhängigkeiten vermeiden. Die positive Entwicklung der Konjunkturindizes zur Geschäftslage und -entwicklung wird im Juli leicht abgebremst.

Die Onlineisierung macht auch vor Apotheken nicht Halt und für Apothekekeninhaber:innen in Deutschland wird es immer relevanter, sich mit Onlineplattformen und Onlinelieferdiensten zu beschäftigen. Aus diesem Grund stellt der APOkix im Juli die Frage, wie Apothekeninhaber:innen diesen Plattformen und Diensten gegenüberstehen. Fazit: Rund die Hälfte der Befragten ist bereits an mindestens eine Onlineplattform bzw. einen Onlinelieferdienst angeschlossen. Am beliebtesten: ihreapotheken.de (46 %), gesund.de (38 %) und mein-apothekenmanager.de (38 %). Wenig Zuspruch erhalten dagegen große Onliner wie DocMorris (2 %) und Amazon (1 %) sowie Onlinelieferdienste wie first A, mayd oder cure (je 1 %). Einigkeit besteht aber in puncto Sorgen und Perspektiven: So fühlen sich 77 Prozent durch Onlineplattformen der großen Versandhändler wie DocMorris, Shop-Apotheke und Co. in ihrer Existenz bedroht. Entsprechend sind 76 Prozent der im APOkix befragten Apothekeninhaber:innen der Meinung, dass es für stationäre Apotheken wichtig sei, auf Onlineplattformen für Vor-Ort-Apotheken präsent zu sein, um gegenüber den großen Onlineplayern auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Onlineplatform ja, aber bevorzugt aus der Apothekerschaft heraus

Durch die Anbindung an eine Onlineplattform in ein Abhängigkeitsverhältnis zum jeweiligen Anbieter zu gelangen sorgt rund jeden zweiten der befragten Apothekeninhaber:innen. Eine Lösung: Die Interessen der Apothekerschaft wahren, indem die Plattformen aus der Apothekerschaft selbst betrieben werden. Diesem Wunsch schließt sich eine große Mehrheit von 88 Prozent an. 49 Prozent glauben auch, dass Abhängigkeiten weiter vermieden werden können, indem sich Apotheken verschiedenen Onlineplattformen für Vor-Ort-Apotheken anschließen, anstatt nur einer.

Handlungsdruck noch verhalten

Obwohl die Relevanz der Präsenz auf Onlineplattformen von nahezu drei Viertel der Befragten bejaht wird, scheint die Bekanntheit der Plattformen und der damit verknüpften Services bei vielen Apothekenkund:innen noch ausbaufähig zu sein: Über die Hälfte (66 %) der befragten Apotheker:innen sind der Meinung, dass die Onlineplattformen von ihren Kund:innen aktuell noch nicht sehr gut angenommen werden.

Konjunkturindizes noch verhalten

Der Konjunkturaufschwung der Apotheken ist im Juli leicht abgebremst. Der Konjunkturindex zur aktuellen Geschäftslage fällt – nach einem beachtlichen Anstieg im Juni von 22,4 Prozentpunkten –um 7,7 Punkte zurück. Ähnlich verhält es sich beim Indexwert für die erwartete Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten: Auch dieser geht leicht zurück und liegt mit 58,1 Punkten 8,3 Punkte unter dem Vormonat Juni.

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