Cross-Border Commerce Europe veröffentlicht die vierte Ausgabe „TOP 16 Countries Cross-Border Europe“

Cross-Border Commerce Europe, die Plattform zur Förderung des grenzüberschreitenden Online-Handels in Europa, veröffentlicht eine umfassende Studie, die die 16 stärksten europäischen Länder sowohl (I) hinsichtlich des Verbraucherverhaltens als auch (II) bezüglich der Unternehmensleistung im grenzüberschreitenden Online-Handel untersucht und bewertet. Im Ranking der eifrigsten EU-Verbraucher steht erneut Luxemburg an der Spitze, während Deutschland seine Position als EU-Land mit den erfolgreichsten grenzüberschreitenden Online-Shops und
-Marktplätzen bestätigen kann. Im Vereinigten Königreich (UK) sank der grenzüberschreitende Online-Umsatz um 12 % auf das historisch niedrige Niveau von 29 Mrd. €.

Der gesamte grenzüberschreitende Online-Handel in der EU (ausgenommen das Segment Reisen) hat im Jahr 2021 einen Umsatz von 171 Mrd. € erwirtschaftet, was einem Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Studie von CBCommerce wurde mit Unterstützung von Checkout.com, FedEx Express, Lengow, nShift und Payoneer erstellt.

Bitte anklicken für größere Ansicht. ©Cross-Border Commerce Europe 2022

(I) Das „TOP 16 Countries Cross-Border Europe“-Verbraucher-Ranking resultiert aus der Auswertung umfangreicher Cross-Border-Daten.

Ausschlaggebend für die Platzierung der einzelnen Länder waren vier Parameter:

  • grenzüberschreitende Online-Käufe in Europa (16 Länder in Westeuropa und Skandinavien plus UK)
  • Marktanteil grenzüberschreitender Online-Käufe
  • grenzüberschreitendes Verbrauchervertrauen
  • Prozentsatz grenzüberschreitender Seitenbesuche

Mittels der geschilderten Methode wurde für die „TOP 16 Countries“ 2021 folgende Rangliste ermittelt:

    • TOP 1: Luxemburg
    • TOP 2: Irland
    • TOP 3: Österreich
    • TOP 4: Dänemark
    • TOP 5: Belgien
    • TOP 6: Schweiz
    • TOP 7: Schweden
    • TOP 8: Norwegen
    • TOP 9: Deutschland
    • TOP 10: Italien
    • TOP 11: Spanien
    • TOP 12: Frankreich
    • TOP 13: Portugal
    • TOP 14: UK
    • TOP 15: Finnland
    • TOP 16: Niederlande

Die Aufsteiger sind Dänemark, Belgien, Schweden, Deutschland, Italien, Frankreich, Finnland und Portugal, einziger Absteiger ist das Vereinigte Königreich. Luxemburg, Irland, Österreich, die Schweiz, Norwegen, Spanien und die Niederlande halten den Status quo.

Luxemburg auf Platz 1 des Cross-Border-Verbraucherrankings

Luxemburg belegt den ersten Rang bei der Zahl der grenzüberschreitenden Seitenbesucher, beim grenzüberschreitenden Verbrauchervertrauen und beim grenzüberschreitenden Online-Marktanteil und ist damit wie schon 2020 der klare Sieger im ersten Teil des Cross-Border-Länderrankings. In Luxemburg bestellen die Verbraucher eifrig grenzüberschreitend auf großen Plattformen wie Zalando, Asos, Veepee, Fnac und Amazon (.de und .fr). Ein großer Teil der Bevölkerung ist online; nach Angaben des Statistikportals des Landes hatten im Jahr 2021 97 % der Haushalte Zugang zum Internet. Außerdem wurde der letzte Online-Einkauf bei 79 % der Bevölkerung in den letzten drei Monaten des Jahres 2021 getätigt. Die meistbesuchten grenzüberschreitenden Webshops sind Bader.de, Maisonsdumonde.com, Auchan.lu, Hunkemoller.lu, Rueducommerce.fr, Alternate.lu, Next.lu und Zooplus; 40 % der grenzüberschreitenden Käufe betreffen Kleidung, Schuhe und Accessoires.

Belgiens Verbraucher belegen Rang 5 beim grenzüberschreitenden Online-Handel

Belgien schneidet in Bezug auf das Vertrauen der Verbraucher in den grenzüberschreitenden Online-Handel gut ab. Dieses Vertrauen schlägt sich aber noch nicht unmittelbar in Cross-Border-Käufen nieder. In Belgien entfallen 5,5 Mrd. € Umsatz aufs grenzüberschreitende Shopping. Hoch in der belgischen Verbrauchergunst stehen dabei Zalando, Zara, Asos, Boohoo, H&M, Amazon, Wish, Shein und AliExpress sowie Coolblue und Bol.com, die Shops der nördlichen Nachbarn.

Italien verbessert sich auf Rang 10

Italien ist 2021 auf dem 10. Platz zu finden und verbessert sich damit um zwei Positionen. Der grenzüberschreitende Marktanteil stieg von 30 % auf 35,4 % und das Verbrauchervertrauen erhöhte sich im Jahresverlauf von 53 % auf 58 %. Insgesamt verzeichnete Italiens Online-Handel ein starkes Umsatzwachstum von 66,7 % auf 9,5 Mrd. €.

Frankreich nun auf dem 12. Platz im Verbraucherranking

Frankreich klettert vom 13. Rang auf Rang 12. Der grenzüberschreitende Anteil an den getätigten Online-Käufen lag hier bei 20,4 %; in absoluten Zahlen belief sich der Cross-Border-Online-Umsatz auf 23 Mrd. €.
Der Online-Handel in Frankreich verzeichnete 2021 insgesamt ein enormes Wachstum. Der Hauptgrund dafür ist die starke Nutzung bedeutender einheimischer Webshops, die zu Marktplätzen erweitert wurden, darunter Fnac, Carrefour, La Redoute, Nature et Découvertes, Conforama u.a. Hinzu kommen sich schnell entwickelnde vertikale Marktplätze wie ManoMano.

Das Vereinigte Königreich nur noch auf Rang 14

Das Vereinigte Königreich ist aufgrund des Brexits um 10 Plätze zurückgefallen und belegt 2021 nur noch Rang 14. Das fehlende Vertrauen der Verbraucher und weniger grenzüberschreitende Besucher führten zu einem Umsatzrückgang von 12 %; verblieben ist ein Cross-Border-Online-Umsatz von 29 Mrd. €.

Der Brexit wirkt sich negativ auf den grenzüberschreitenden Handel von und nach UK aus. Eine nicht unwesentliche Anzahl britischer Kunden hat das Vertrauen in den grenzüberschreitenden Handel verloren (-35 %). Für die Verkäufer bedeutet der Brexit vor allem mehr Bürokratie und Steuern. Die operativen und logistischen Probleme, vor die der Brexit Online-Händler aller Größen und Branchen stellt, lassen sich nicht leugnen. Steigende Versandkosten, Lieferverzögerungen, neue Vorschriften und ein erhöhter bürokratischer Aufwand stellen die EU-Händler, die an Kunden im Vereinigten Königreich verkaufen, und britische Händler, die in die EU liefern, vor nie dagewesene Herausforderungen.

Die Niederlande erneut auf dem letzten Platz

Schlusslicht sind auch 2021 die Niederlande, wo sich der grenzüberschreitenden Marktanteil am Online-Handel auf nur 15,9 % beläuft, was 4,8 Mrd. € entspricht. Der Hauptgrund dafür ist die große Auswahl an starken einheimischen Webshops wie Bol.com, Coolblue, Wehkamp und AH. Zalando ist die beliebteste grenzüberschreitende Online-Modeplattform der Niederländer.

(II) Das Ranking der Spitzenländer in Bezug auf die Unternehmensleistung basiert auf den umfangreichen Daten zum grenzüberschreitenden Online-Handel, die unserer Studie „TOP 500 Cross-Border Retail Europe“ zugrunde liegen.

Hier die Liste der TOP-10-Länder, die die besten Cross-Border-Webshops und -Marktplätze hervorbringen:

    • TOP 1: Deutschland mit 1. Zalando (Kinnevik), 2. Lidl (Schwarz Group) und 3. About You (Otto Group)
    • TOP 2: Schweden mit 1. IKEA, 2. H&M und 3. COS (H&M Group)
    • TOP 3: Niederlande mit 1. Euronics, 2. Vistaprint (Cimpress) und 3. Philips (Signify)
    • TOP 4: Dänemark mit 1. Lego, 2. Jysk und 3. Vivino (Balderton)
    • TOP 5: Frankreich mit 1. Decathlon (Mulliez), 2. Vestiare Collective und 3. Moncler (Richemont)
    • TOP 6: UK mit 1. JD Sports (Pentland), 2. MyProtein und 3. Bookdepository
    • TOP 7: Schweiz mit 1. Nespresso (Nestlé), 2. Expert and 3. Dolce Gusto (Nestlé)
    • TOP 8: Spanien mit 1. Zara (Inditex), 2. Mango und 3. Bershka (Inditex)
    • TOP 9: Irland mit 1. Smartbox/Bongo (Smartbox Group), 2. Qwertee und 3. Smyths Toys
    • TOP 10: Italien mit 1. Gucci (Kering), 2. Diesel (OTB Group) und 3. Napapijri (VF Corp)

„Champions“ des grenzüberschreitenden Online-Handels wie Hugo Boss, Hello Fresh, Zooplus, Zalando, Lidl, About You, Adidas und Westwing sorgen dafür, dass Deutschland mit seinen 84 Millionen Einwohnern auch 2021 die Nase vorn hat. Das Land hat 112 Cross-Border-Webshops in den TOP 500, das Vereinigte Königreich „nur“ 74.
Die Spitzenposition Deutschlands ist auch darauf zurückzuführen, dass es insgesamt eine große Anzahl grenzüberschreitend agierender Online-Händler beheimatet, von denen neun Marktplätze und 55 (d.h. 49 %) Pure Player sind.

Schweden, mit 44 starken grenzüberschreitenden Webshops in den TOP 500 vertreten, punktet vor allem mit den Modehändlern der H&M-Gruppe (H&M, COS, & Other Stories). Die Marke & Other Stories zeigt, dass eine grenzüberschreitende Online-Expansionsstrategie erfolgreicher sein kann als die Eröffnung neuer Geschäfte.

Paneuropäische Holdings wie Inditex, Richemont, Kinnevik, Heartland, Signify, Mulliez, Otto, Schwarz, LVMH und Nestlé sind die Haupttreiber des grenzüberschreitenden E-Commerce in Europa.

Aufgrund der Schließung von Geschäften während der Pandemie haben Multichannel-Einzelhändler verstärkt auf den grenzüberschreitenden Handel gesetzt. Das gleiche gilt für Direktvertriebsmarken (DTC) wie Philips und Lego.

„Ich möchte unserem Forschungsteam und unseren Partnern Checkout.com, FedEx Express, Lengow, nShift und Payoneer herzlich für ihre Unterstützung bei der Erstellung dieses neuen Rankings danken. Es weist die besten europäischen Länder im grenzüberschreitenden E-Commerce aus und stimuliert die gesamte Branche”, so Carine Moitier, die Gründerin von CBCommerce.eu.

Cross-Border Commerce Europe
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