Ein halbes Jahrhundert im Paketgeschäft: Hamburger Paketlogistiker Hermes wird 50

Im Jahr 1972 gründete der Hamburger Versandhändler OTTO den Hermes Paket-Schnell-Dienst, um seine Waren serviceorientierter und unabhängig von der damaligen Deutschen Bundespost auszuliefern. Seitdem hat die Marke Hermes eine rasante Entwicklung hingelegt und ist in unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften aktiv, auch über die Grenzen Deutschlands hinweg. Das originäre Geschäft, der nationale Paketversand, liegt in den Händen der Hermes Germany GmbH, die anlässlich des 50. Jubiläums zurück- wie auch nach vorne blickt. Vor allem der Klima- und Umweltschutz wird neben der kontinuierlichen Digitalisierung bei dem Hamburger Logistikdienstleister in den kommenden Jahren massiv im Fokus stehen.

Hermes Zustellfahrzeuge aus den frühen Anfängen. ©Hermes

„Die vergangenen 50 Jahre waren für Hermes sehr bewegend: Aus dem einst kleinen Paketdienstleister wurde ein Name, der aus der Paketbranche nicht mehr wegzudenken ist. Ohne unser starkes Miteinander und das Engagement aller Mitarbeitenden sowie das Vertrauen unserer Partner wie auch Endkund*innen wäre dies nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich vonseiten der Hermes Germany von Herzen bedanken“, erklärt Olaf Schabirosky, Chief Executive Officer bei Hermes Germany.

50 Jahre Logistik-Kompetenz und die Zukunft: schon unterwegs!

„Wir sind in den letzten Jahren enorm gewachsen. An diesem Kurs halten wir auch zukünftig fest, um die Logistik entschlossen und nachhaltig nach vorne zu treiben“, berichtet Schabirosky. „Unser Fokus liegt ganz klar darauf, unsere Dienstleistung noch stärker an die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kund*innen anzupassen. Dazu setzen wir weiter auf die konsequente Digitalisierung unseres Geschäfts. Darüber hinaus sind Nachhaltigkeit und Klimaschutz strategisch noch stärker in den Mittelpunkt unseres Tuns gerückt und sind erklärtes Unternehmensziel. Wir wissen, dass Erfolg und Wachstum nur mit entschlossenem Handeln in Sachen Klima- und Umweltschutz möglich sind. Zudem wollen auch wir unseren Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten.“

Hermes Germany beschäftigt sich aktuell intensiv mit neuen Lösungen für die Paket- und City-Logistik von morgen, um v. a. die Letzte Meile immer nachhaltiger zu gestalten. Dabei setzt der Logistiker auf einen vielfältigen Maßnahmen-Mix, bei dem Elektromobilität eine wichtige Rolle spielt. Nachdem im letzten Jahr mit Green Delivery Berlin eine Blaupause für nachhaltige City-Logistik in der Hauptstadt an den Start gebracht wurde, sind dem Modell inzwischen bereits Magdeburg, Dresden und Mainz gefolgt. Für 2022 stehen weitere Städte auf dem Plan.

Hermes Paket-Schnell-Dienst Zusteller 1970er. ©Hermes

Insgesamt verfolgt Hermes einen ganzheitlichen Ansatz beim Klima- und Umweltschutz: Neben den Aktivitäten auf der Letzten Meile setzt der Logistiker u.  a. auf Ökostrom, erneuerbare Energien und hocheffiziente Anlagen an seinen Logistikstandorten, um CO2-Emissionen einzusparen. Während die neuesten Logistik-Center allesamt mit dem Gold-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet wurden, werden auch die älteren Standorte fortlaufend energetisch optimiert bzw. saniert. Oberste Priorität hat stets die Reduktion und Vermeidung von CO2-Emissionen. Dort, wo technologische Lösungen momentan noch nicht vorhanden sind, oder wirtschaftlich nicht umsetzbar, werden Emissionen teilweise durch Klimaschutzprojekte nach höchsten Standards kompensiert. Ein weiteres Beispiel für das Engagement des Logistikers: Gemeinsam mit der Otto Group unterstützt Hermes Germany das Klima- und Naturschutzprojekt „toMOORow“, welches sich für die Wiedervernässung von Moorflächen einsetzt.

Optimistisch trotz herausfordernder Zeiten

Von den derzeit nicht einfachen Rahmen- und Marktbedingungen lässt sich der Paketlogistiker nicht entmutigen: „Wir haben bei Hermes Germany in den letzten Jahren einen erfolgreichen Weg eingeschlagen: Wir sind nachhaltig gewachsen, haben unser Kundenportfolio beachtlich ausgebaut und Services verbessert. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden fast 97 Prozent der Sendungen beim ersten Zustellversuch abgeliefert und das in einem Spitzentempo: 93 Prozent der Standardsendungen wurden direkt am Folgetag, nachdem sie uns übergeben wurden, an der Haustür zugestellt. Das ist eine erstklassige operative Leistung, die hier tagtäglich erbracht wird. Unser Netzwerk hat sich gerade in der Pandemie als resilient und leistungsfähig erwiesen. Insgesamt haben wir in der jüngsten Vergangenheit eine gute Basis für die Zukunft geschaffen“, erläutert Schabirosky.

In fünf Jahrzehnten zum größten Post-unabhängigen KEP-Logistiker

Am 1. Juni 1972 startete mit dem Hermes-Paket-Schnell-Dienst das hauseigene postunabhängige Paketverteilungssystem des OTTO Versands. Schon im Weihnachtsgeschäft 1973 stellte der Paketdienst die millionste Sendung für OTTO zu. Drei Jahre nach Gründung war das nun in Hermes Versand Service umbenannte Unternehmen flächendeckend in Deutschland präsent und betreute mit rund 560 Mitarbeitenden das gesamte Sendungsaufkommen des OTTO Versands. Zum Vergleich: Heute transportiert Hermes Germany an Spitzentagen über zwei Millionen Sendungen und ist ein zuverlässiger Partner sowohl für große und kleine E-Commerce-Unternehmen (B2C) wie auch in Bezug auf den privaten Paketversand (C2C). In über 150 Länder weltweit können Kund*innen ihre Päckchen und Pakete mit Hermes versenden. Mehr als 6.000 Mitarbeiter*innen aus über 90 Nationen sind für den Paketlogistiker tätig.

Paketzustellung in den 70er Jahren. © Hermes

Das Geschäft nahm weiter an Fahrt auf, als im November 1989 die deutsch-deutschen Grenzen öffneten. Zum Weihnachtsgeschäft gab es die ersten Auslieferungen in die damalige DDR. Nach der Währungsumstellung am 1. Juli 1990 ist Hermes der erste Paketdienst, der in der DDR flächendeckend Kund*innen beliefern konnte.

Ein bedeutender Meilenstein war auch die Eröffnung des ersten Hermes PaketShops im Februar 1999. Heute, 23 Jahre später, ist das PaketShop-Netzwerk nicht nur ein zentraler Baustein im Logistiknetz von Hermes, sondern hat sich auch als wichtige alternative Zustelloption in der gesamten Branche etabliert. In bundesweit über 16.500 PaketShops können Hermes Kund*innen Pakete sicher versenden, bequem empfangen oder einfach retournieren – dank langer Öffnungszeiten oftmals auch außerhalb stark frequentierter Zeiten. Hinzu kommt, dass der PaketShop auch in Sachen CO2-Fußabdruck eine gute Alternative ist: So verursacht die konsolidierte Zustellung an einen PaketShop im Schnitt 25 Prozent weniger CO2 als an die private Haustür.

In den 1990er Jahren begann bei Hermes zudem eine neue EDV-Ära und die Prozesse wurden in den folgenden Jahren zunehmend digitaler. Mittlerweile erleichtern zahlreiche digitale Tools (z. B. die digitale Tourenplanung) den Arbeitsalltag von Logistikmitarbeitenden und Zusteller*innen. Gleichzeitig orientieren sich immer passgenauere digitale Services an den Wünschen und Bedürfnissen der Kund*innen. Durch z. B. die Umverfügung der Sendung an einen PaketShop bis kurz vor Zustellung oder das Umrouten an eine*n Nachbar*in, lenken Empfänger*innen den Zustellprozess aktiv mit. Insgesamt hat die agile und digitale Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens durch den in der jüngeren Vergangenheit angestoßenen sowie in der gesamten Otto Group gelebten Kulturwandel – und durch die Corona-Pandemie – noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht.

Auch das Logistiknetzwerk wurde in den vergangenen Jahren u. a. durch ein groß angelegtes, 300 Millionen Euro schweres Infrastrukturprogramm massiv um weitere moderne und nachhaltige Standorte erweitert. Mit bundesweit 13 Logistik-Centern und mehr als 275 eigenen und Partner-Standorten verfügt Hermes Germany über ein stabiles und flexibles Netzwerk, durch das der Paketdienstleister mit hanseatischen Wurzeln auch für die kommenden Jahre bestens gewappnet ist.

Hermes
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