Villa: Was macht sie aus?

In Immobilienanzeigen ist häufig die Bezeichnung Villa zu finden. Allerdings hat längst nicht jedes Objekt diese Beschreibung verdient.

Grundsätzlich handelt es sich bei der „Villa“ schließlich um eine recht dehnbare Bezeichnung. Sogar Immobilienmakler, die dazu befragt werden, wodurch sich eine Villa in der Immobilienbranche eigentlich auszeichnet, haben mit einem spezifischen Definition durchaus ihre Probleme.

Villa: Was macht sie aus? pixabay.com ©ADD (Creative Commons CC0)

Es existieren keine festgelegten Richtlinien oder Kriterien dazu, in welchen Fällen es sich um eine Villa handelt und in welchen Fällen lediglich eine herkömmliche Immobilie beschrieben wird. Jedoch stellen die Exklusivität, der Preis und die Größe eines Objektes bereits wertvolle Hinweise daraufhin dar, ob es sich um eine Villa handelt. Allerdings hat dies zur Folge, dass oft hinter vermeintlichen Villen im Portfolio lediglich große Einfamilienhäuser stehen, die eine durchschnittlich schöne Lage aufweisen.

Darauf kommt es an: Grundstück und Lage

Einige Immobilienmakler sprechen jedoch grundsätzlich von einer Villa, wenn die Wohnfläche einer freistehenden Immobilie mehr als 300 Quadratmeter aufweist und die Fläche des Grundstückes rund 800 Quadratmetern entspricht.

Experten der Branche äußern außerdem, dass sich die nahezu inflationäre Nutzung der Bezeichnung Villa vor allem darauf zurückführen lässt, dass im angloamerikanischen Sprachraum bereits von einer Villa gesprochen wird, wenn die Wohnfläche mehr als 150 Quadratmeter aufweist.

Die Lage und die Fassade einer Villa

Wird jedoch von einer klassischen Stilvilla gesprochen, entspricht diese in Wien beispielsweise in der Regel einem Bauwerk aus Zeiten der Belle Époque. Zu finden sind diese Objekte vorrangig in dem 13., dem 18. und dem 19. Bezirk der österreichischen Hauptstadt. Weitere repräsentative Objekte sind jedoch ebenfalls in Penzing oder in Dornbach zu finden.

Eine solche klassische Villa zeichnet sich dabei etwa durch ihre exklusive Lage, eine Fassade, die ästhetisch gegliedert ist, und vielleicht sogar getäfelte Decken aus. Die sogenannten „Zinsvillen“ stellen dagegen freistehende Immobilien dar, die im späten 19. Jahrhundert erbaut wurden. Diese wurden bereits damals als Mietobjekte entworfen, in denen mehrere Familien leben können.

Kauf einer Villa – Darauf ist zu achten

Besonders Stilvillen zeichnen sich häufig durch einen recht hohen Renovierungsbedarf aus – die zukünftigen Besitzer lassen sich davon jedoch in der Regel kaum abschrecken.

Umbauarbeiten wurden bei den Immobilien oft in der Zwischenkriegszeit ausgeführt. Dabei fand der Einbau von zusätzlichen Bädern oder das Einziehen von Zwischendecken statt – darunter hat der Baukörper jedoch häufig gelitten. In derartigen Fällen ist durchaus mit Renovierungskosten von 1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu rechnen. Generell sollte niemals auf das Einholen einer fachmännischen Meinung hinsichtlich des Zustandes eines Gebäudes vor dem Kauf einer Villa verzichtet werden, ansonsten drohen im Nachhinein oft böse – beziehungsweise kostspielige – Überraschungen.

Zu beachten ist außerdem, dass bei alten Bauwerken in vielen Fällen ein Denkmalschutz zu berücksichtigen ist. In diesem Fall sollten vorher Erkundigungen dazu eingeholt werden, welche Einschränkungen hinsichtlich der persönlichen zukünftigen Gestaltungswünsche zu bedenken sind. Informationen dazu erteilt das Denkmalamt, der aktuelle Besitzer oder ein kompetenter Immobilienmakler.

Werden diese Punkte beachten, können sich den Luxus einer Villa in einer Top-Lage die Menschen leisten, die nicht nur über einen guten Geschmack, sondern ebenfalls über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Immobilienmakler berichten davon, dass die Käufer beziehungsweise die Interessenten für Villen generell aus sämtlichen Berufsgruppen kommen können und sowohl im In- als auch im Ausland beheimatet sind.

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