eBay und Amazon vor den Quartalszahlen – ein Vergleich

Wenn eBay und Amazon in dieser Woche ihre Quartalszahlen Q1/2011 bekanntgeben, werden die Investoren genau hinschauen, wie sich der Kampf der beiden Online-Plattformen um die Gunst der Verbraucher auszahlt. Sie werden in der Hauptsache darauf schauen, ob der Umsatz schnell genug wächst und sich die Ausgaben und Kosten rechtfertigen.

Amazon ist von seinem traditionellen Weg Sachgüter anzubieten etwas abgewichen und versucht mittlerweile, mit Apple oder Google zu konkurrieren, in dem sich Amazon im Bereich der digitalen Güter auszubreiten versucht.

eBay will direkter mit Amazon in Wettbewerb treten. Hierzu erfolgte unter anderem die Akquisition von GSI Commerce, sodass man seinen Kunden mehr Retailer anbieten kann. Amazons Wachstum führte dazu, dass die operative Marge abnahm. Amazon hatte auch keinen Hehl daraus gemacht und warnte die Investoren vor einem eventuell kurzzeitigen Rückgang des Profits.

Die Frage die sich stellt – wie viel Druck hinsichtlich der Rentabilität müssen Amazon-Investoren jetzt aushalten?

Michael Koskuba, Senior portfolio Manager bei Victory Capital Management: „Amazon investiert für die Zukunft, und es ist eine Frage der Zeit, wie lange dieser Finanzierungsprozess andauern wird.“ Nachbörslich brach die Aktie im Januar 2011 um 8,90% auf 167,88 Dollar ein, als im Zuge der Präsentation der Q4/2010 Zahlen bekannt wurde, dass die operative Marge gesunken ist.

Amazon hatte vor allem im Weihnachtsquartal, aber auch schon davor Apple oder Barnes&Noble herausgefordert, in dem zum Beispiel die E-Buch-Preise oder der Kindle selbst gesenkt wurden. Zudem wurden die Versandkosten reduziert oder der Versand gratis angeboten. Eine herausragende Verkaufsperformance könnte die Amazon Investoren besänftigen, eine „so La-La-Performance“ würde den Aktienpreis in den Keller schicken.

Cowen & Co Analyst Jim Friedland: „Wenn Amazon ein Umsatzstarkes Quartal bekanntgibt, dann werden die Leute eher über Margen hinweg schauen. Alles andere wird zu einem Sell-off führen.“ Letztendlich werden die Einkünfte das Barometer dafür sein, wie gut Amazon es schafft sich gegen ein wieder genesendes Unternehmen eBay zur Wehr zu setzen. „Die Einkünfte reflektieren wie hoch der  Marktanteil sein muss, den Amazon noch gewinnen müssen“, so BGC (Boston Consulting Group) Partner Analyst Colin Gillis. Die Wall Street Analysten erwarten für Amazon im Schnitt einen Gewinn von 61 Cent pro Aktie.

eBay sehen die Wall Street Analysten bei einem Gewinn von 46 Cent je Aktie und einem Umsatz von 2,48 Milliarden Dollar. eBay hat zwar hinsichtlich der Verkäufe wieder enorm aufgeholt, hinkt aber immer noch Amazon hinterher.

Bei eBay werden die Investoren in erster Linie ein Augenmerk darauf richten, wie hoch der Anteil an verkauften Waren ist. Zudem werden sie die Anzahl der neuen PayPal-Accounts genau betrachten. Cowens Friedland meint, dass eBay aber wahrscheinlich wieder einmal für Schwäche bestraft wird und keiner die neu gewonnene Stärke hervorheben wird: „Wenn die Ergebnisse von eBay schlechter ausfallen, liegt es wieder daran, dass Amazon ein so starker Konkurrent ist. Fallen die Resultate besser als erwartet aus, dann liegt es an der allgemein positiven wirtschaftlichen Situation.“ Friedland erwartet, dass der Bruttohandelsumsatz (ohne Fahrzeuge) von eBay im ersten Quartal 2011 um 6% angestiegen ist.

PayPal hat dem Unternehmen seit Jahren ein Umsatzwachstum beschert, während seine Marktplatz-Einheit in der Reifezeit war. Auf PayPal entfiel etwas mehr als ein Drittel des Umsatzes im vergangenen Jahr. Sein Umsatz aber stieg um 23%, während der Umsatz der Marktplatz-Geschäfte nur um 8 % wuchs. Die eBay-Aktie könnte dieses Mal stärker gewinnen als das Amazon-Papier, sofern die Ergebnisse die Investoren tatsächlich beeindrucken. „eBay ist auf dem Weg zurück. Wenn man an den Gewinnen im E-Commerce teilhaben möchte, so sollte man eBay-Aktien kaufen“, so Analyst Gillis von BCG.

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