Thalia beendet Geschäftsjahr 2020/21 trotz Pandemie mit Umsatzplus

Thalia beendet das Geschäftsjahr 2020/2021 in Deutschland und Österreich mit einem Umsatz von mehr als 1,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr von rund 7 PROZENT. Dabei legte der Buchhändler insbesondere beim E-Commerce deutlich zu. So stieg der Umsatz in diesem Bereich auf rund 40 PROZENT (Plus 12 PROZENTPUNKTE vs. VJ) − das entspricht rund einer halben Mrd. Euro. Durch die Auswirkungen der Pandemie sank der Umsatz im stationären Buchhandel in Deutschland und Österreich auf vergleichbarer Fläche um rund 16 PROZENT. Verantwortlich für die Verluste waren die staatlich angeordneten Schließungen der meisten Läden über einen Zeitraum von rund fünf Monaten. Auch das wichtige stationäre Weihnachtsgeschäft fiel komplett aus. Trotz dieser Herausforderungen hat Thalia keine Mitarbeitenden aufgrund der Pandemie entlassen müssen. Das Unternehmen stockte zudem auch im Geschäftsjahr 2020/2021 das Kurzarbeitergeld in den Monaten Januar und Februar auf bis zu 100 PROZENT auf.

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Michael Busch, CEO und geschäftsführender Gesellschafter von Thalia: „Die Freude über unser Umsatzplus kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir unsere Ziele im Geschäftsjahr 2020/2021 deutlich verfehlt haben. Der Schaden durch die Zwangsschließungen unserer Buchhandlungen beträgt, über beide Corona-Jahre hinweg, rund 65 Millionen Euro. Davon übernimmt der Staat vermutlich einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Den Rest müssen wir über Kredite finanzieren – es fehlen somit viele Millionen für notwendige Investitionen“. Das verschaffe multinationalen Wettbewerbern einen Vorteil gegenüber dem deutschen Familienunternehmen Thalia, so Busch weiter.

Obwohl Thalia durch die Pandemie mit in der Höhe nötigen finanziellen Verbindlichkeiten in das neue Geschäftsjahr starten wird, hat sich das Unternehmen in der Krise weiterentwickelt: besonders das Omni-Channel-Geschäftsmodell wurde gestärkt und weiter vorangetrieben. So wuchs das E-Commerce-Geschäft von Thalia in Deutschland und Österreich um rund 65 PROZENT gegenüber dem Vorjahr.

Laut einer aktuellen Studie* des renommierten EHI Retail Institute, überspringt Thalia bei den 100 umsatzstärksten Onlineshops Deutschlands in nur einem Jahr 22 Plätze und landet in der oberen Hälfte des Rankings auf Platz 40. Kaum ein anderer Händler kann eine ähnlich deutliche Verbesserung vorweisen.

Thalia setzt weiterhin auf den Ausbau aller Vertriebskanäle

Zur Thalia Plattform gehören mittlerweile ca. 470 Buchhandlungen** in Deutschland (Plus 9 vs. VJ), Österreich und der Schweiz. Kein Buchladen wurde aufgrund der Krise aufgegeben, obwohl die Besucherfrequenz im letzten Geschäftsjahr in Deutschland und Österreich um mehr als 34 PROZENT sank. Dagegen konnte die Kundengewinnungsquote (Plus 4,5 PROZENT vs. VJ) sowie der Kauf pro Kunde (Plus 13 PROZENT vs. VJ) in beiden Ländern durch Marketinginvestitionen im zweistelligen Millionenbereich deutlich gesteigert werden.

Auch die Thalia-Plattform mit Branchenlösungen für IT, Webshop und Beschaffung, entwickelt sich weiter. Ende Oktober 2020 gaben Thalia und der Traditionsbuchhändler Osiander ihre Zusammenarbeit bekannt. Mit dem Go-live des Osiander-Webshops inklusive der Omni-Channel-Services und dem Anschluss von insgesamt 69 Buchhandlungen an die Thalia IT-Infrastruktur, geht die Zusammenarbeit nun in den Regelbetrieb über. Damit ist es gelungen, die Nummer drei im Markt in weniger als einem Jahr auf die Plattform zu holen. Mit Hachmann und Dreimann in Olpe, sowie der Buchhandlung Galensa in Quickborn (Eröffnung Januar 2022) sind zwei weitere Buchhändler auf die Plattform gekommen, um als selbstständige Unternehmer vom Thalia Know-how zu profitieren. Michael Busch versteht die Plattform „als solides Fundament, auf dem auch andere ihr Geschäft aufbauen und erfolgreich gestalten können“.

Ausbau buchnaher Geschäftsfelder

Neben dem Ausbau des Buchhandlungsnetzwerkes, stellt sich das Unternehmen mit buchhandelsnahen Themen zunehmend breiter auf. So gewinnt durch den Zukauf von Lehmanns Media im März 2021 der Fachinformationshandel an Bedeutung, durch den zahlreiche Synergien und attraktive neue Kontaktpunkte entstehen. Der Unternehmensbereich versteht sich als Quelle von relevantem Wissen für private und institutionelle Kund*innen mit Zugriff auf rund 100 Mio. Artikel in den verfügbaren Katalogen. So vertrauen beispielsweise alle Goethe-Institute weltweit auf die Kompetenz von Lehmanns Media. Mit dem Erwerb von Spotlight, einem führenden Systemdienstleister für Entertainmentprodukte wie Ton- und Bildträger, Bücher, Software und Konsolenspiele, verstärkt Thalia auch das Engagement im Systemhandel. Seit 2019 gehört bereits mit Best of Books (B.O.B), ein wichtiger Player in diesem Markt zu Thalia. Im September wurde B.O.B mit Spotlight unter dem Namen „Thalia Retail Concepts“ zusammengeführt. Damit verstärkt Thalia seine Präsenz u.a. im Lebensmitteleinzelhandel. Der erste Shop mit vollständigem Thalia Branding wurde im Juni in Kaiserslautern eröffnet, weitere Standorte sollen in den nächsten Monaten folgen.

Erfolgreich im Markt des digitalen Lesens und Hörens

Während der Corona-bedingten Schließungen wuchs das Interesse der Konsument*innen an digitalen Leseerlebnissen. So steigen beispielsweise die Ausgaben für E-Books (Plus 10 PROZENT vs. VJ) und für Hörbuchdownloads (Plus 26 PROZENT vs. VJ). Heute besitzen drei Millionen Menschen ein E-Book- oder Hörbuch-Abonnement. Der Marktanteil von Thalia im E-Book-Markt liegt bei 25 PROZENT. Die tolino Allianz konnte ihren Marktanteil am E-Reading-Markt auf insgesamt 44 PROZENT ausbauen. Zusätzlich baute Thalia den Marktanteil bei Hörbüchern im stationären Buchhandel deutlich von 35 auf 42 PROZENT aus.

Zu den Gewinner-Sortimenten im vergangenen Geschäftsjahr zählten neben Kinderliteratur, Kinderbeschäftigung und englischsprachigen Büchern vor allem die Spielwaren.

Durch den Rückzug des Spielzeugfachhandels aus den Innenstädten übernimmt Thalia verstärkt dessen Rolle. Der Sortimentsanteil dieses Segments beträgt mittlerweile rund 10 PROZENT (Plus 2 PROZENT vs. VJ).

Einzelhändler-Plattform und Initiative ‚shopdaheim‘ wächst und erweitert Angebot

Im März 2020 wurde die Einzelhandelsplattform ‚shopdaheim.de/at‘ gegründet, um den multinationalen Internetkonzernen eine regionale Alternative entgegenzusetzen. Die von Thalia Mayersche und Osiander initiierte Händler-Allianz ermöglichte es dem Geschäft „in der Nähe“, auch während der Corona-bedingten Schließungen für die Kundinnen und Kunden erreichbar zu bleiben. Seitdem wächst die Plattform kontinuierlich und umfasst heute rund 25.000 Einzelhändleradressen aus über 130 Branchen. Händler*innen haben ab sofort die Möglichkeit, individuelle Profile anzulegen, auf denen tagesaktuelle Informationen, angebotene Serviceleistungen oder das Produktsortiment im digitalen Schaufenster abgebildet werden. Zusätzlich werden Services wie Click & Shop, Click & Meet und Click & Call angeboten.

Michael Busch: “Corona war ein schmerzhafter Weckruf für den Einzelhandel. Mit der Gründung von ‚shopdaheim‘ konnten wir aktiv zur dringend notwendigen Digitalisierung besonders der kleinen Läden beitragen. Für den stationären Handel, für die Vielfalt in den Einkaufsstraßen, ist es von entscheidender Bedeutung, auch online präsent zu sein. Die Kund*innen bewegen sich schon heute mühelos zwischen On- und Offline-Welt – genau an dieser Stelle setzen die neuen Funktionen und Services von ‚shopdaheim‘ an.“

Erfolgreiche Kampagnen für sicheres Einkaufen und vitale Innenstädte

Das vergangene Geschäftsjahr war geprägt durch Solidarität im Einzelhandel. Gemeinsam mit vielen anderen Händler*innen kämpfte Thalia für eine sichere Öffnung der Läden und eine angemessene finanzielle Entschädigung durch die Bundesregierung. Mit der Kampagne ‚Das Leben gehört ins Zentrum‘, durch eine vielbeachtete Demonstration vor dem Bundeskanzleramt und der Lichtaktion ‚Die Stadt lebt‘ machte sich auch Thalia für vitale und attraktive Innenstädte stark. Zusätzlich engagiert sich der Buchhändler für die Impfkampagne ‚Leben statt Lockdown‘, an der sich aktuell 34 Unternehmen beteiligen.

Trotz Krise bleibt Nachhaltigkeit im Fokus

Im Thalia Wertekompass ist Nachhaltigkeit fest verankert. Mit den ersten Nachhaltigkeits-wochen des Unternehmens im September 2021 setzte der Buchhändler ein Zeichen für Umweltschutz und einen nachhaltigen Lebensstil. Unter dem Motto ‚#nachhaltigzeit beginnt schon mit kleinen Taten!‘ wurden über alle Kanäle hinweg ein abwechslungsreiches Programm und kuratierte Sortimente geboten. Darüber hinaus wurde das Angebot der nachhaltigen Dienstleistungen ausgeweitet. Es ist nun möglich, sich Online bestelle Bücher und Artikel −zunächst an ausgewählten Standorten − per Fahrradkurier liefern zu lassen, und auch das Netzwerk der Abholstationen wurde auf insgesamt 19 aufgestockt.

In unterschiedlichen Unternehmensbereichen wie Logistik, Facility Management oder bei der Produktentwicklung werden verstärkt nachhaltigere Lösungen umgesetzt. Diese Maßnahmen reichen vom Wechsel zu klimaneutralen Importdienstleistungen über Warenanlieferungen

vom Zentrallager in die Buchhandlungen mit wiederverwendbaren Wannen bis hin zu einem 2021 eingeführten innovativen Energiemanagement. Dieses erlaubt es, filialgenau den Energieverbrauch zu ermitteln und zu optimieren. Holzprodukte der Thalia Eigenmarke sind grundsätzlich FSC-zertifiziert.

„Wir haben das zweite herausfordernde Geschäftsjahr mit Corona letztendlich gut gemeistert. Ich sehe uns für das kommende Jahr gut aufgestellt, denn trotz der Pandemie konnten wir, vor allem dank unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele Initiativen und Innovationen auf den Weg bringen. Wir freuen uns jetzt auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft und hoffen, dass wir die Krise endlich hinter und lassen können“, so Michael Busch.

Quelle allgemeine Marktdaten: GfK, 2021

* EHI Pressemeldung vom 12.10.2021, bezogen auf das Kalenderjahr 2020

** Der Zukauf der Weltbild-Filialen zum 1.10.2021 fällt ins kommende GJ

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