Unternehmen schöpfen das Potenzial von Produktdaten nicht aus

Die systematische Nutzung von Produktdaten mithilfe digitaler Lösungen ist bei Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich noch nicht allgemein verbreitet. Viele Firmen unterschätzen das damit verbundene Potenzial. Das zeigt eine aktuelle Studie der ZHAW.

Unternehmen schöpfen das Potenzial von Produktdaten nicht aus. ©Novomind 2021

Die systematische und digitale Sammlung und Nutzung von Produktdaten bringt Herstellern und Händlern einen hohen Nutzen: Systeme für das sogenannte «Product Information Management» (PIM) schaffen die Voraussetzung, um die Customer Experience zu verbessern, den Umsatz zu steigern sowie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen zu optimieren. Dennoch ist der Einsatz solcher Lösungen bei Firmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich noch nicht durchgängig verbreitet: Rund jedes vierte befragte Unternehmen nutzt derzeit kein PIM-System. Etwa 50 Prozent haben eines im Einsatz und weitere 20 Prozent befinden sich in der Evaluations- oder Implementierungsphase. Am weitesten verbreitet ist die Nutzung im Konsumgüterbereich, am wenigsten in Industrieunternehmen. Zu diesen Resultaten kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Marketing Management der ZHAW School of Management and Law. Sie beruht auf Interviews mit zehn Expertinnen und Experten und einer Onlinebefragung bei über 100 Unternehmen in den drei Ländern. Die Untersuchung fand zwischen Februar und Juni 2021 statt.

Besonders Onlinehändler könnten profitieren

«Die meisten Unternehmen finden PIM-Systeme zwar nützlich. Viele sehen aber vorwiegend die technischen und operativen Vorteile wie etwa die Steigerung der Datenqualität. Deutlich weniger erkannt wird der finanzielle Mehrwert und das Potenzial für das Erreichen strategischer Unternehmensziele», erklärt Studienleiter Rainer Fuchs. So können insbesondere Firmen im E-Commerce-Bereich mit vernetzten PIM-Systemen Kundinnen und Kunden detailliert und transparent über Eigenschaften, Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit ihrer Produkte informieren. «Damit heben sie sich im immer wettbewerbsintensiveren Onlinehandel ab, bieten den Kundinnen und Kunden einen Mehrwert und erzielen letztlich mehr Verkäufe», sagt Fuchs.

Fehlendes Know-how

Hürden für die vermehrte Nutzung von PIM-Systemen bestehen neben der Unterschätzung der Vorteile in dem fehlenden internen Know-how sowie der aufwändigen Implementierung. Denn dafür müssen oft Daten aus verschiedenen Unternehmensabteilungen und Applikationen zusammengezogen werden.

Im Kundenbeziehungsmanagement ist die systematische Nutzung von Daten und der Einsatz entsprechender digitaler Lösungen seit Jahren Standard. «In der Zukunft dürfte auch die Bedeutung des Produktdatenmanagements stark zunehmen», meint Fuchs. PIM-Systeme sind Softwarelösungen, in denen sich produktbezogene Informationen systematisch sammeln, konsolidieren und anreichern sowie aus anderen Business-Systemen integrieren lassen. Darüber hinaus können solche Lösungen Daten automatisch an unterschiedliche weitere Kanäle weitergeben, beispielsweise an den Produktkatalog eines Onlineshops.

Über die Studie:

Die Studie „Werttreiber Product Information Management“ der ZHAW School of Management and Laws wurde vom dortigen Institut für Marketing Management erstellt. Sie beruht auf zehn Interviews mit Expertinnen und Experten und einer Onlinebefragung bei über 100 Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Untersuchung fand statt im Zeitraum von Februar bis Juni 2021. Die Studie wurde in Kooperation mit der novomind AG aus Deutschland und brix IT Solutions GmbH aus der Schweiz als unternehmerische Umsetzungspartner erstellt.

Hier geht es zum Download der Studie.

novomind AG
Beitrag teilen: