Supermärkte sind die Gewinner der Krise

Der Großteil der Handelsbranchen kämpft seit Anfang 2020 durch die anhaltende Corona-Pandemie und deren Auswirkungen mit massiven Umsatzeinbußen. Als systemrelevante Branche gehörte der Lebensmittelhandel hingegen zu den wenigen Gewinnern der Krise, die im Jahr 2020 ihre Umsätze steigern konnten. Damit unterstreicht der LEH-Sektor abermals seine große Bedeutung für die deutsche Handelsbranche und ihre Kundschaft. Das Wachstum beschränkt sich jedoch in erster Linie auf die Supermärkte* und großen Supermärkte** in Deutschland. Das zeigen die jüngsten Daten in unserem aktuellen Statistikkompendium EHI handelsdaten aktuell 2021. 

Zweistelliges Umsatzwachstum  

Deutlichste Gewinner der Krise sind die deutschen Supermärkte* und großen Supermärkte**. Deren durchschnittliche Umsatzsteigerung lag in den letzten zehn Jahren vor der Corona-Pandemie bei ca. 3 Prozent. Im letzten Jahr hingegen durften sich die Supermärkte über eine deutliche Umsatzsteigerung von 13,1 Prozent freuen. Ihr Gesamtumsatz lag im Jahr 2020 bei 57,9 Mrd. Euro. Ebenfalls zweistellig (11,8 Prozent) war das Umsatzplus bei den großen Supermärkten, deren Gesamtumsatz im letzten Jahr ca. 19 Mrd. Euro betrug. “Grund für diese Entwicklung war vor allem die Systemrelevanz der Lebensmittel-Branche, die die Geschäfte vor den Lockdowns bewahrt hat. Aber auch das veränderte Einkaufsverhalten vor dem Hintergrund der Pandemie hat die positive Entwicklung der Branche begünstigt”, erläutert EHI-Handelsexperte Marco Atzberger.

Umsatzanteile gewonnen  

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Umsatzanteilen der Lebensmittelgeschäfte in Deutschland wider. So steigerten die Supermärkte im Vergleich zum Vorjahr ihren Umsatzanteil um 1,4 Prozentpunkte und erwirtschafteten damit im letzten Jahr 32,2 Prozent des gesamten LEH-Umsatzes in Deutschland von 179,8 Mrd. Euro. Der Umsatzanteil der großen Supermärkte lag 2020 bei 10,6 Prozent und stieg um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019. Der Umsatzanteil der Lebensmittel-Discounter ist dadurch hingegen im Jahr 2020 leicht um 1,1 Prozentpunkte auf einen Anteil von 43,8 Prozent gesunken.  

Volkswirtschaftliche Basisdaten, umfassende Strukturdaten, Kosten- und Leistungskennzahlen zum Handel und seiner einzelnen Branchen der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz und die aktuellen Ergebnisse aus den EHI-Forschungsbereichen sind jetzt in Ergänzung zu unserer Online-Statistik-Datenbank handelsdaten.de als Buch EHI handelsdaten aktuell 2021 erschienen.

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