Das sind die Gewinner der EHI reta awards 2021 für die besten Technologie-Lösungen im Handel

Zum 14. Mal hat das EHI die Gewinner der reta awards ausgewählt. Die Gewinner werden heute per Video bekanntgegeben. Den Award haben die Unternehmen mit den besten Ideen für Technologien im Handel bereits entgegengenommen und werden ihre Projekte am 15. März im Rahmen der digitalen Veranstaltung)* vorstellen. Jeweils drei gleichrangige Preisträger konnten in den fünf Kategorien die Auszeichnung entgegennehmen. Erstmalig gibt es Auszeichnungen in der neuen Kategorie „Best AI and Robotics Application“. Die Technologie-Partner werden als „Top Supplier Retail“ ausgezeichnet.

Kategorie: Best Customer Experience

Diese Auszeichnung bekommen Händler, die zukunftsorientierte Methoden und Technologien eingeführt haben, um die Kundenloyalität und Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Unsere Preisträger sind:
Küchenquelle setzt bei der Beratung beim Küchenkauf auf moderne Mixed Reality (MR) Technologie. Seit Herbst 2020 plant Küchenquelle deutschlandweit zuhause beim Kunden maßgeschneiderte Küchen mit der Microsoft HoloLens 2 und nutzt dabei die Software .rooms by Island Labs, eine holographische Skizzen- und Visualisierungsplattform. Kund:innen erleben damit eine 1:1-Visualisierung ihrer geplanten Küche, die sie sehen und begehen können. Dadurch erhalten sie größtmögliche Sicherheit in ihrer Kaufentscheidung.
Breuninger hat in seinem Nürnberger Flagshipstore ein umfassendes Omnichannel-Konzept umgesetzt. An digitalen Touchpoints erhalten Kund:innen Informationen und Tipps. Smarte Stationen liefern Informationen zur Produktverfügbarkeit und zeigen Größen und Produktvarianten in anderen Häusern an. Ebenfalls zu dem Konzept gehören digital vernetzte Umkleidekabinen, digitale Stelen zur Wegeführung im Geschäft, digitale LED-Wände, ein Click-and-Collect-Service sowie die Möglichkeit von Online-Terminreservierungen für Beratung, die Änderungsschneiderei oder im Beauty-Bereich. Das Projekt wurde mit den Technologiepartnern MuSe Content und 3d-berlin vr solutions realisiert.
Lebensmittelhändler Tegut setzt mit dem innovativen Convenience-Store „tegut… teo“ konsequent auf Selfservice. Der Shop funktioniert dank smarter Technik ganz ohne Personal und ermöglicht den Einkauf rund um die Uhr. Der erste Mini-Shop in Fulda mit 50 qm Verkaufsfläche ist als Nahversorger konzipiert und bietet 950 Produkte für den täglichen Bedarf. Der Zutritt erfolgt 24/7 über eine App mit Zugangscode oder per Bank- oder Kreditkarte. Die Einkäufe können per App oder am Bezahlterminal bezahlt werden. Die Unternehmen Wanzl sowie design for human nature und snabble sind an der Formatentwicklung beteiligt.

Kategorie: Best Enterprise Solution

In dieser Kategorie werden Handelsunternehmen ausgezeichnet, die ihre Effizienz durch die Entwicklung und Implementierung innovativer Systeme und Technologien gesteigert haben. Unsere Preisträger sind:
BabyOne hat für seine Filialen und rund 1.200 Mitarbeitenden eine interne E-Learning-Plattform eingeführt, um das im Unternehmen vorhandene Spezialwissen untereinander teilen zu können und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Auf der Plattform, die mit Qualitize initiiert und umgesetzt wurde, können Mitarbeitende unter dem Motto „Von Mitarbeitern für Mitarbeiter“ Videos mit Anleitungen zur idealen Handhabung von Produkten oder Tipps zur Optimierung von Prozessen hochladen, Wunschlisten zu speziellen Themen erstellen, Informationen anfragen, Favoriten markieren, Beiträge kommentieren oder mit Emoticons reagieren. So wird eine lebendige Community für die Mitarbeitenden besonders auf der Verkaufsfläche geschaffen, die voneinander lernen, sich gegenseitig informieren, motivieren und inspirieren können.
E.Leclerc hat eine Plattform für Datenaustausch mit Lieferanten geschaffen. Daten von Tausenden von Lieferanten aus allen Branchen wurden hierfür digitalisiert, auch von Branchen, die in der Vergangenheit nicht digital ausgerichtet waren. Die Lieferanten stellen Produkt- und Preisinformationen zur Verfügung und können sie regelmäßig aktualisieren. Diese Informationen werden dann von der Plattform gesammelt und auf der Website von E.Leclerc sowie in Verkaufsstellen und Lagern zugänglich gemacht. Verschiedene Funktionen ermöglichen dem Lieferanten die Angaben beispielsweise um Nährstoffwerte o.ä. zu erweitern und direkt mit dem Einzelhändler zu teilen. Das Projekt wurde mit Alkemics realisiert.
Fressnapf hat den smarten Assistenten „MIA“ in seinen Filialen eingeführt, über den das Filialpersonal Zugriff auf alle Kundendaten hat. Darüber hinaus unterstützt MIA die Aufgabenverwaltung in den Geschäften. So hilft die Task-Management-Lösung bei der Sortierung von Produkten mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum. In jedem Geschäft werden die Mindesthaltbarkeitsdaten der einzelnen Produkte digital gespeichert. MIA kommuniziert die erforderlichen Aufgaben automatisch. Auf diese Weise haben sowohl die Filialen als auch die Zentrale einen Überblick über alle Artikel, die kurz vor dem Ablauf stehen. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit q.beyond realisiert.

Kategorie: Best Instore Solution

Handelsunternehmen, die durch den Einsatz von Technologie am POS einen nachweisbaren operativen Mehrwert erreicht haben, konnten in dieser Kategorie überzeugen. Unsere Preisträger sind:
Die Rewe-Tochter BILLA / MERKUR setzt in den österreichischen Supermärkten eine Smart-Shelf Solution von Bizerba ein, die automatisiert und in Echtzeit die Regalbestände mithilfe von integrierten Wägesensoren und einem intelligenten Schwerpunktalgorithmus gramm- und zentimetergenau kontrollieren können. Eine Sichtkontrolle durch das Personal ist nicht mehr nötig. Mit der Einführung konnten die Lagerbestände erheblich reduziert werden. Zudem konnte die Supermarktkette die internen Prozesse verbessern.
Edeka Oertwig setzt in seiner im März 2020 eröffneten Filiale Henstedt-Ulzburg zusätzlich zu vier herkömmlichen Kassen zwei intelligente Scanner- und Kassensysteme ein. Die smarte Kassenlösung „Scanmate“ verfügt über zwei Checkouts mit dual ausgeführter Warenablage. Das Personal muss dabei die Ware nicht mehr per Hand scannen und nur in Ausnahmefällen wie bei schwer lesbaren Codes oder Obst und Gemüse aktiv werden. Der 360°-Barcode-Scanner stoppt die Förderbänder, falls ein Artikel nicht automatisch per Barcode erfasst wurde. Bei einem Warenkorb mit durchschnittlich 15 Artikeln sollen mit der Lösung 102 Kunden pro Stunde bedient werden können. Eine Waage und Barzahlungssysteme können optional integriert werden. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit ITAB Germany und Glory möglich.
Die Rohan Apotheke hat ihr Stammhaus im südbadischen Ettenheim mit digitalen Preisschildern ausgestattet, die sowohl mit High-Tech-Regalkameras als auch mit dem Kassensystem sowie der Lagerlogistik vernetzt sind. Insgesamt kommen rund 1100 digitale Preisschilder des Technologieunternehmens zum Einsatz. Vier Regalkameras melden dazu automatisch Leerstände. Supplier für dies Projekt ist SES-imagotag Deutschland.

Kategorie: Best Connected Retail Solution

Diese Auszeichnung (ehemals Omnichannel Solution) erhalten Einzelhandelsunternehmen, die ihre IT-Infrastruktur modernisiert und die Online- und Offline-Welt miteinander verbunden haben. Unsere Preisträger sind:
Sporthändler INTERSPORT setzt seine digitale Transformation auf dem französischen Markt fort und verbindet seine E-Commerce-Präsenz mit den Filialen. In Frankreich implementierte die Gruppe die Omnichannel-Lösung „OMS OneStock“ des Dienstleisters OneStock. Das Tool vereinheitlicht die Lagerbestände der Geschäfte und ermöglicht so, rund 90 Prozent der Produktpalette auf der Website intersport.fr zum Verkauf und für den Versand aus dem Geschäft anzubieten.
ROSE Bikes hat gemeinsam mit ROQQIO Commerce Solutions eine skalierbare Omnichannel-Lösung implementiert. Die Roqqio Commerce Cloud ist dabei zentraler Bestandteil der zukünftigen IT-Architektur, vernetzt die verschiedenen Systeme wie Webshop oder Produktions-ERP miteinander und sorgt so für ein skalierbares Omnichannel-Order-Management. Im stationären Handel des Fahrradhändlers kommen dabei POS-Lösungen wie Kassen oder Instore-Apps mit Self-Checkout zum Einsatz. Ziel von Rose Bikes ist es, der Kundschaft eine nahtlose Omnichannel-Customer-Journey zu bieten.
Die Salling Group implementierte einen neuen E-Commerce-Technologieaufbau, der auf modernem UX, Headless Commerce (Commercetools), Headless CMS (Magnolia), Microservices und APIs basiert und hat damit ihre Software neu aufgestellt. Die Lösung ermöglicht es jeder Kette – mit demselben System – einen eigenen, individuellen und mobil-optimierten Online-Auftritt und Inhalt festzulegen.

Kategorie: Best AI & Robotics Application

Diese Auszeichnung in diesem Jahr erstmals vergeben. Sie erhalten Einzelhandelsunternehmen, die durch die Implementation von Anwendungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik Prozesse im Handel vereinfachen, beschleunigen oder Automatisieren konnten.
Ikea hat in Zusammenarbeit mit Diebold Nixdorf und Checklens ein KI-basiertes System entwickelt, das an den SCO-Kassen automatisch Scan-Fehler bemerkt. Eine smarte Kamera über dem Self-Checkout-Bereich erkennt jedes einzelne Produkt und meldet dem Kunden über die POS-Software, falls ein Produkt nicht gescannt wurde. Das System kann aktuell mehr als 15.000 Produkte von Ikea erkennen.
MediaMarktSaturn hat zusammen mit Retresco eine intelligente Software-as-a-Service Lösung eingeführt, die automatisch Texte aus den technischen Produktattributen generiert. Die Online-Shops von MediaMarkt und Saturn haben ungefähr 350.000 Produkte. Jede Woche werden mehrere tausend Produkte neu gelistet und nicht jeder Hersteller liefert detaillierte Produktbeschreibungen für seine Produkte. Durch die NLG Lösung textengine.io konnten bereits über 500.000 unique Texte generiert werden, die der Händler in seinen E-Commerce-Lösungen auf den jeweiligen Produktseiten anzeigt.
SanLucar Obst & Gemüse Handel hat zusammen mit dem österreichischen Digitalisierungsexperten Barcotec einen intelligenten Kühlschrank entwickelt, der sicherstellen soll, dass immer genügend frische Convenience-Produkte in marktgerechten Mengen vorhanden sind und der Kundschaft anbieten kann. Echtzeitdaten über Funkchip ermöglichen eine präzisere Produktionsplanung u.a. durch Meldung von Leerständen. Jeder Kühlschrank verhält sich laut dem Unternehmen wie ein autonomer Verkaufsstand. Zum Beispiel kann der Kühlschrank bei Hitze im Sommer mit mehr Melonen gefüllt werden, während die Produktion reduziert wird, wenn schlechtes Wetter vorhergesagt ist.
*)Die Gewinnerunternehmen präsentieren Ihre Ideen am 15. März ab 14.00 Uhr im Rahmen der EHI Innovation Days, powered by EuroCIS. Anmeldung zum Livestream kostenfrei hier. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache abgehalten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Networking über die Plattform wonder.me.
EHI Retail Institute
Beitrag teilen: