Kleider machen Leute – Konfektionsgrößen nicht! Berliner Tech-Startup sucht den perfekten Schnitt

Der Fashion-E-Commerce boomt! Bildete die Branche bereits vor der Corona-Krise das größte Marktsegment im Onlinehandel, erlebt sie unter den aktuellen Umständen weiter rasantes Wachstum. Parallel dazu wächst jedoch auch die Schattenseite des bequemen Einkaufens: Der selbstverständlich gewordene Service der kostenlosen Retoure verschlingt jährlich Millionen und ist nicht zuletzt auch für die Umwelt ein Problem.

„Hinter den Zahlen steckt dabei nicht selten eine Frau, die frustriert in den Spiegel schaut“, sagt Stefanie van Laak.

Die E-Commerce-Expertin blickt auf über 20 Jahre Erfahrung in der Modebranche zurück und gründete im vergangenen Jahr die Fit-Intelligence-Plattform Shapematchr.

Größentabelle war gestern

„In den unzähligen deutschen Onlineshops befinden sich tausende Kleidungsstücke, die perfekt zu uns passen – wir finden sie nur nicht!“ Mit dieser Motivation entwickelte van Laak gemeinsam mit Hubert Volz, ehemaliger Head of Technology bei Zalando Lounge und Jan Jantzen, der zuletzt als Vice President Data & Analytics bei der Scout 24 Group tätig war, die Tech-Revolution für den Kleiderschrank der Frau. Die Vision des mittlerweile achtköpfigen Teams: Eine Welt ohne Konfektionsgrößen, in der jede Frau die für sie passende Kleidung findet. Der Algorithmus der Plattform kreiert aus den angereicherten realen Körperdaten der Nutzerinnen persönliche Einkaufsprofile. Diese werden mit den angereicherten Produktdaten vorhandener Bekleidungsstücke der Brandpartner gematcht. Die Erarbeitung des Datenmodells erfolgte am Hohenstein Institut für Textilinnovationen.

Testphase mit Mirapodo erfolgreich

Von der Vision des Shopping Profiles as a Service (SPaaS) können die teilnehmenden Brands bereits heute profitieren. Auf einer Beta-IOS App können ausgewählte Nutzerinnen seit Sommer 2020 Shapematchr nutzen. Die beim Matching ermittelten Produkte werden im Rahmen einer Personal Shop View angezeigt und können innerhalb der App bei Mirapodo gekauft werden. Die täglichen Datenfeeds von Mirapodo ans Berliner Startup umfassen dabei neben den erforderlichen Produktdaten auch aktuelle Hinweise auf Angebote, Preise und Bestände. Auch weitere Brandshops und Online-Retailshops sollen schon bald über das Affiliate Modell angebunden werden. “Unsere Partner können von dem Vorteil profitieren, den Nutzen von Shapematchr zu testen, ohne dabei jegliche Form von Implementierung im eigenen Ökosystem vornehmen zu müssen”, so van Laak.

„Auch die spezifischen Herausforderungen bei der Erfassung des weiblichen Körpers, haben uns dazu bewegt, die Daten vorerst manuell erfassen zu lassen.“ Stefanie van Laak, Gründerin

Körpermessen als Community-Event 

Die Smart-Sizing-Branche gewinnt an Bedeutung. Die unterschiedlichen, technischen Herangehensweisen der Marktplayer haben dabei jedoch mindestens eine gemeinsame Herausforderung: Die Erfassung der Körperdaten. Vertrauen Konkurrenten hier auf 3D-Visualisierungen via Bodyscan auf dem Smartphone, entschied sich das Shapematchr-Team bislang bewusst dagegen. „Die optimale Passform eines Kleides zu finden, erfordert Präzision bei der Erhebung der Daten. Die Angebote im mobilen Bodyscanning liefern für unseren Matching-Algorithmus noch keine ausreichend exakten Datensätze. Auch die spezifischen Herausforderungen bei der Erfassung des weiblichen Körpers, haben uns dazu bewegt, die Daten vorerst manuell erfassen zu lassen”, erklärt die Gründerin. Das Erfassen der nötigen Daten für das Profil erfolgt daher über sogenannte Measuring-Events. In einer Videokonferenz mit bis zu 12 Teilnehmerinnen leiten Profis die Frauen zur korrekten Vermessung ihrer Körpermaße an. Ideen zur weiteren Skalierung der manuellen Vermessung wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden der SRH University in Berlin entwickelt. Bis zum Sommer 2021 plant das Team, zehn weitere Brands auf Shapematchr anzubinden.

Zur Homepage von https://www.shapematchr.com/

Shapematchr GmbH
Beitrag teilen: