Das sind die Top 100 der nachhaltigsten Online-Martkplätze

Cross-Border Commerce Europe (CBCommerce), die Plattform zur Förderung des grenzüberschreitenden Online-Handels in Europa, untersucht in einer neuen Studie zum Online-Handel die Nachhaltigkeitsleistung der 100 weltweit führenden Online-Marktplätze, die in Europa grenzüberschreitend Handel betreiben. Die Poleposition geht mit 68,9 von 100 möglichen Punkten auf unserer Nachhaltigkeitsskala an eBay. Die Studie von CBCommerce wurde mit Unterstützung von FedEx Express und Worldline durchgeführt.

„Top 100 Cross-Border Sustainable Marketplaces operating in Europe“ ist eine umfassende Zusammenstellung und Bewertung von Nachhaltigkeitsdaten der weltweit erfolgreichsten Marktplatzseiten, die in Europa grenzüberschreitend agieren.

Unser Ranking erfolgt auf Basis einer 100-Punkte-Skala, die 10 KPI berücksichtigt:

  1. Nachhaltigkeitszielsetzung (20 Punkte)
  2. Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells (15 Punkte)
  3. Nachhaltigkeit des grenzüberschreitenden Einkaufserlebnisses (15 Punkte)
  4. Nachhaltigkeitszertifizierungen und -labels (10 Punkte)
  5. Nachhaltiges Sortiment (10 Punkte)
  6. Last-Mile-Zustellung und Transportdienstleistungen (10 Punkte)
  7. Markenpartner (7,5 Punkte)
  8. Herstellung in Südostasien und Transportwege (5 Punkte)
  9. CO2-Bilanz (5 Punkte)
  10. CSR-Management/Nachhaltigkeitsverantwortliche (2,5 Punkte)

Die Studie berücksichtigt alle Typen von Online-Marktplätzen (B2C, B2B, C2C, P2P) und alle Branchen außer Reisen.

Die Top 10 der in Europa nachhaltig operierenden Cross-Border-Online-Marktplätze sind

  • Top 1: eBay (USA)
  • Top 2: Redbubble (Australien)
  • Top 3: Etsy (USA)
  • Top 4: Rakuten (Japan)
  • Top 5: Amazon (USA)
  • Top 6: Amazon Handmade (USA)
  • Top 7: Threadless (USA)
  • Top 8: Bol.com (Niederlande)
  • Top 9: StockX (US)
  • Top 10: Leboncoin (Frankreich)

Gebrauchtwaren- and Zweite-Hand-Geschäftsmodelle

Dass ausgerechnet eBay an der Spitze des Rankings zu finden ist, überrascht nicht, denn Nachhaltigkeit ist bei dem 1995 gegründeten Unternehmen ein Kernelement. Der Schwerpunkt des global agierenden Online-Marktplatzes lag von Beginn an auf dem Verkauf von Artikeln aus zweiter Hand, sodass etwa 16 % des Erlöses als „green and clean“ gelten können. Das authentische, schon von der Grundidee her nachhaltige C2C-Geschäftsmodell erhält die Maximalbewertung von 15 Punkten in der Kategorie „Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells“, wodurch sich eBay mit insgesamt 68,9 von 100 Punkten an die Spitze unserer Rangliste setzt.

Amazon als B2C-Cross-Border-Marktplatz mit 53 % Drittanbietern im B2B-Segment verkauft vor allem Neuwaren, weshalb das Geschäftsmodell im Hinblick auf Nachhaltigkeit unterdurchschnittlich abschneidet. Nichtsdestotrotz konnte sich das Unternehmen durch seine starken Bemühungen um umweltfreundliche Lagerhaltung, den Aufbau einer Elektro-Lieferflotte und sein gutes Angebot an nachhaltigen Materialien, Produkten und Verpackungen den 5. Platz in unserem Ranking sichern.

Die nachhaltigsten europäischen Marktplätze – inklusive UK

Die bestplatzierten Marktplätze europäischer Herkunft (inkl. UK) in unserem Nachhaltigkeitsranking sind Bol.com (Niederlande) auf dem 8. Platz, Leboncoin (Frankreich) auf Platz 10, Spreadshirt (Deutschland) auf Platz 11, ASOS (UK) auf Platz 14, FNAC (Frankreich) auf Platz 15, Zalando (Deutschland) auf Platz 17, Farfetch und Lyst (beide UK) auf den Plätzen 19 und 20, La Redoute (Frankreich) auf Platz 21, Vinted (Litauen) auf Platz 22 und United Wardrobe (Niederlande) auf Platz 24.

Die relevantesten Ergebnisse, geordnet nach KPI:

  • Nachhaltigskeitszielsetzung: 40% der Top-100-Marktplätze verfolgen klar definierte, ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele, die mit Europas Grünem Deal (European Green Deal 2030-2050) in Einklang stehen. Unsere Untersuchung konzentrierte sich auf die UN-Nachhaltigkeitsziele Nr. 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) und Nr. 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz).
  • Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells: C2C-Plattformen und Second-Hand-Apps (Resale Social Commerce) sind die die geeignetsten Geschäftsmodelle, um Nachhaltigkeit zu fördern. C2C-Marktplätze für handgefertigte und/oder auf den Kunden zugeschnittene Produkte (Customisation) schneiden im Nachhaltigkeitsranking überdurchschnittlich ab. Die Marktplätze DePop, Vinted und StockX wachsen besonders schnell.
  • Nachhaltigkeit des grenzüberschreitenden Einkaufserlebnisses: Unser Forscherteam tätigte verschiedene Einkäufe auf unterschiedlichen Marktplätzen. Das Einkaufserlebnis wurde einer eingehenden Analyse im Hinblick auf Design und Größenbemessung (Mode), Lieferzeiträume, Abwicklung der Zahlungsvorgänge, grüne Logistik, Verpackungen, 9-R-Services (Leistungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft), Retourenabwicklung und Transparenz unterzogen. 27% der auf den Top-100-Marktplätzen erworbenen Produkte können als nachhaltig gelten.
  • Nachhaltigkeitszertifizierungen und -labels: 70% der Top-100-Marktplätze halten sich an Statuten, die von gemeinnützigen Organisationen zur Förderung, Bewertung und Zertifizierung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft festgelegt wurden. Die meisten Marktplätze befürworten Öko-Labels und -Zertifikate und setzen die damit verbundenen Anforderungen um. Auch (recycelte) Öko-Verpackungen werden von der Mehrheit begrüßt.
  • Nachhaltiges Sortiment: 40% der Top-100-Marktplätze haben es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 mindestens 20 % nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Im vergangenen Jahr registrierten die Anbieter einen Anstieg um 60 % bei der Nachfrage nach umweltfreundlichen und -verträglichen Artikeln. Käufer suchten zunehmend nach biologisch abbaubaren, wiederverwertbaren und/oder gebrauchten Produkten.
  • Last-Mile-Zustellung und Transportdienstleistungen: Die Marktplätze bevorzugen Partnerschaften mit nachhaltigen Transportdienstleistern. Zwar treffen alle Logistiker Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen und damit zur Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks, doch FedEX, DPD und DHL schneiden bei grenzüberschreitenden Transporten am besten ab.
  • Markenpartner: Marktplätze bevorzugen den Verkauf nachhaltiger Marken auf ihren Webseiten. 50% der Top-20-Markenhersteller in Europa haben sich in puncto Nachhaltigkeit klare, ehrgeizige Ziele gesetzt.
  • Herstellung in Südostasien und Transportwege: Der Lieferung von Waren auf dem Luftweg hinterlässt den größten CO2-Fußabdruck. Doch nur 10% der Marktplätze sanktionieren dieses Transportmodell.
  • CO2-Bilanz: Der Marktplatz mit dem im Hinblick auf die grenzüberschreitende Logistik kleinsten CO2-Fußabdruck ist Facebook, gefolgt von den C2C-Marktplätzen eBay und Vinted. Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck eines grenzüberschreitend gehandelten Artikels von Amazon.de, der in Westeuropa ausgeliefert wird, liegt bei 4,53kg C02. Im Vergleich dazu verursacht ein eBay-Artikel nur 1,5 kg CO2.
  • CSR-Management/Nachhaltigkeitsverantwortliche: Fast die Hälfte der Top 100 unter den in Europa agierenden Marktplätzen beschäftigt spezialisierte Führungskräfte und Teams, um Nachhaltigkeit zu fördern und negative Umwelteinflüsse zu minimieren.

Nachhaltigkeit als strategische Priorität der Marktplätze für das nächste Jahrzehnt

eBay, der Spitzenreiter unter den Top 100 der nachhaltigen Marktplätze, verbucht 68,9 von 100 Punkten auf unserer Skala für sich, während sich Digitec Galaxus auf Platz 100 mit 7,1 Punkten zufrieden geben muss. Nachdem das Thema Langlebigkeit erst zuletzt in den Fokus der Marktplätze gerückt ist, bleibt insgesamt noch viel Raum für Verbesserungen. Jedoch sind im letzten Quartal 2020 sowohl von Markenherstellern und Transportdienstleistern als auch von Marktplätzen viele Anstrengungen unternommen worden, das digitale Leben grüner und nachhaltiger zu gestalten.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft (9-R-Services) sind insbesondere infolge von Klimawandel und COVID-19 die strategisch wichtigen Themen für Online-Marktplätze. Authentizität, Transparenz, Personalisierung und individuelle Anpassung (Customisation) sind Schlüsselfaktoren auf dem Weg zu einem intelligenteren, ökologisch verantwortlichen Konsum, der stärker auf Nutzungsketten und Erhalt fokussiert als auf Besitz mit anschließender Entsorgung und daher gebrauchten und wiederverwerteten Waren den Vorzug vor neuen gibt.

„Ich möchte mich bei unseren Marktforschungs-Partnern FedEX und Worldline bedanken, die gemeinsam mit unserem Forschungsteam unsagbar viel Energie in die erste Ausgabe dieser lang erwarteten Studie gesteckt haben. Die Studie hebt die nachhaltigsten der in Europa agierenden Online-Marktplätze hevor und fördert so die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit in der gesamten Branche“, so Carine Moitier, die Gründerin von CBCommerce.

Cross-Border Commerce Europe
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