Wie dynamische Versandoptionen Umweltbelastung im E-Commerce reduzieren können

Ständig rasen Fahrradkuriere die Straßen auf und ab, während dieselbetriebene Lieferwagen langsam ihren elektrischen Nachfolgern Platz machen.
E-Commerce nachhaltiger zu gestalten, ist ein wichtiges Ziel vieler Online-Händler, wobei Green Delivery noch nicht ganz oben auf der Tagesordnung steht. Denn nur 2 Prozent der von Sendcloud im Rahmen des E-Commerce Lieferkompass befragten Händler bieten klimafreundliche Versandoptionen an. Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Zustelldiensten, bei denen Nachhaltigkeit an erster Stelle steht. Nehmen Sie beispielsweise die nachhaltige Versandlösung von DHL: GOGREEN. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, bevor Green Delivery ein großes Publikum erreicht hat. Einzelhändler können hier eine schöne Aufgabe erfüllen. Die richtigen Versandoptionen sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Dynamische Versandoptionen für mehr Umweltschutz

Derzeit gibt es nur wenige Online-Händler, die Green Delivery anbieten. Wenn Green Delivery künftig mehr Aufmerksamkeit zukommen soll, ist es wichtig, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Das beginnt damit, mehr Aufmerksamkeit für die verschiedenen Möglichkeiten der umweltfreundlichen Liefermöglichkeiten zu schärfen. Je mehr Green Delivery-Optionen angeboten werden, desto größer ist die Chance, dass die Verbraucher sie wahr- und annehmen. Kunden wünschen sich flexiblere Auswahlmöglichkeiten (54 Prozent), wenn es um den Versand geht. Das schließt natürlich auch die Möglichkeit ein, neben schnelleren Lieferungen oder vordefinierten Lieferzeitfenstern auch umweltfreundliche Versandoptionen anzubieten. Das Anbieten von dynamische Versandoptionen, einschließlich Green Delivery, trägt dazu bei, mehr Aufmerksamkeit für umweltfreundliche Versandoptionen zu gewinnen. Integrieren Online-Händler dynamische Versandoptionen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten, die Umwelt zu schonen und die Konversionsrate zu erhöhen.

Informationen in Echtzeit

Die Informationen, die Realtime-Tracking liefert, verändern die Art und Weise, wie Kunden das Zustellverhalten steuern können. Die Echtzeit-Lieferkommunikation erhöht die Chance, dass der Verbraucher beim ersten Lieferversuch zu Hause ist. Einer der effektivsten und offensichtlichsten Wege zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist die Verringerung der Anzahl der Zustellversuche. Je seltener ein Transporter seinen Motor einschalten muss, um ein Paket auszuliefern, desto geringer sind die CO2-Emissionen.

Indem Verbraucher die Wahl haben, wo und wann ein Paket versandt wird, können Einzelhändler die Chance erhöhen, dass ein Paket beim ersten Versuch zugestellt wird. Gut für die Umwelt, aber auch für den Zusteller. Zudem wird so eine proaktive Kontaktaufnahme mit Kunden, die von Zustellproblemen betroffen sind oder wahrscheinlich betroffen sein werden, zu einem wesentlichen Bestandteil des Online-Kundendienstes. Die direkte Kundenkommunikation erhöht gleichzeitig die Kundenzufriedenheit – und zufriedene Kunden kommen gerne wieder.

Weniger und wiederverwertbares Verpackungsmaterial verwenden

72 Prozent der Verbraucher glauben, dass Online-Shops zu viel Verpackungsmaterial verwenden. Und das zu Recht: Zu oft werden riesige Kartons mit unnötigem Füllmaterial für einige wenige und oft auch kleine Produkte verwendet.

Abgesehen von der Tatsache, dass dies eine Verschwendung von Plastik und Karton ist, ist diese Art der Verpackung ineffizient. Zu große Verpackungen nehmen unnötig Platz in einem Lieferwagen in Anspruch – Platz, der auch für die Zustellung anderer Pakete hätte genutzt werden können. Das würde weniger Fahrten und damit ebenfalls einen geringeren CO2-Ausstoß bedeuten.

Doch warum dort aufhören? Die Verbraucher stehen nicht nur der übermäßigen Verwendung von Verpackungsmaterial kritisch gegenüber, sondern auch der geringen Wiederverwendbarkeit. 77 Prozent stimmen zu, dass Verpackungsmaterial vollständig wiederverwertbar sein sollte – zum Beispiel Kartons, Versandtaschen, Füllmaterial oder Tinte.

Einzelhändler könnten dafür sorgen, dass Verpackungen bei Bedarf gleichzeitig auch als Rückgabeverpackung verwendet werden. Deutschland versucht hier bereits eine Vorreiterrolle einzunehmen. Das Verpackungsgesetz soll Produzenten und Händler von Verpackungsmaterialien zu mehr Nachhaltigkeit motivieren und damit Verpackungsabfälle reduzieren sowie wiederverwendbare Verpackungen und Recycling fördern. Und es gibt bereits immer mehr Einzelhändler, die die Mehrfachverwendung von Verpackungen fördern. Zalando experimentiert zum Beispiel mit wiederverwendbaren Verpackungen, wobei die Kunden gebeten werden, die wiederverwendbare Versandtasche über einen Briefkasten zurückzusenden. Die Verpackung kann mindestens vierzigmal verwendet werden und stellt eine langfristig nachhaltige Lösung dar.

Die Anzahl der Rückgaben adressieren

Es mag kein Problem sein, aber die Verringerung der Anzahl der Rücksendungen trägt dazu bei, die CO2-Emissionen pro Bestellung zu begrenzen. Jede Rücksendung verursacht zusätzliche Transporte, Lieferwagen, Kraftstoff und verursacht damit zusätzliches CO2. Die Bereitstellung klarer Produktbeschreibungen und hochauflösender Fotos, damit die Verbraucher eine bessere Vorstellung davon haben, was sie bestellen, verringert nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Rücksendungen, sondern kommt auch der Umwelt zugute.

So komfortabel es auch ist, es gibt noch viel zu tun, um die Umweltauswirkungen des Online-Shoppings zu reduzieren. Durch das kritische Hinterfragen von Verpackungsgestaltung sowie des Versands können die Einzelhändler Kunden auf das Thema aufmerksam machen und sie gleichzeitig in ihre Nachhaltigkeitsstrategie mit einbeziehen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist für viele potentielle Kunden ein wichtiges Thema, das im Rahmen der grünen Bewegung in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Haben Kunden die Möglichkeit, sich für mehr Nachhaltigkeit zu entscheiden, werden sie den Schritt mitgehen – und Online-Händler bekommen damit eine weitere Möglichkeit, sich vom Wettbewerb zu differenzieren.

Von Bas Smeulders, COO & Co-founder Sendcloud

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