Gewerkschaft Verdi will Onlinehandel durch gesetzlichen Maßnahmen einschränken

Nachdem Verdi seit vielen Jahren bereits erfolglos versucht, das Geschäft von Amazon zu boykottieren, startet man nun einen neuen Ballon und möchte den gesamten Onlinehandel durch gesetzlichen Maßnahmen einschränken. Ein so genanntes „nachhaltiges Konzept zum Ausbau der Vielfalt im Handel“ in Deutschland hat Verdi nun gefordert und verbreitet dazu folgende Mitteilung:

„Entscheidend ist die Regulierung des Onlinehandels mit dem Ziel, einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, der langfristig Arbeitsplätze sichert. Der Vernichtungswettbewerb in der Branche muss auch mit Hilfe von gesetzlichen Maßnahmen beendet werden. Das stabilisiert den Handel insgesamt“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „Internationale Konzerne nutzen hemmungslos die mit unseren Steuergeldern geschaffene Infrastruktur aus, zahlen selbst aber so gut wie keine Steuern in Deutschland und verweigern den Beschäftigten rechtssichere Arbeitsverhältnisse über Tarifverträge“, so Nutzenberger. Das sei „nicht die Zukunft des Handels in einem modernen Sozialstaat“.

pixabay.com ©RyanMcGuire (Creative Commons CC0)

Verdi verlangt, dass sich Wirtschafts- und Arbeitsministerium, Gewerkschaft und die Unternehmensverbände des Handels sich bald zusammensetzen, um schnellstmöglich Grundlagen für ein Konzept zum Ausbau der Vielfalt im Handel zu erarbeiten.

Verdi dazu weiter: „Staatliche Unterstützung muss die Interessen der Beschäftigten im Vordergrund sehen. Prekäre Arbeitsverhältnisse zu fördern, die dauerhaft mit unseren Steuergeldern subventioniert werden müssen, ist nicht Aufgabe der Politik“, sagte die Gewerkschafterin. Niemand habe einfache Antworten, schon gar nicht in Coronazeiten. „Wir sollten uns aber vor nicht durchdachten Schnellschüssen hüten, die nach hinten losgehen“, kritisierte Nutzenberger. Zusätzliche Sonntagsöffnungen und die Verlängerung der Öffnungszeiten bis in die Nacht führten logischerweise zu einem noch größeren Infektionsrisiko für Kunden und die Beschäftigten. Die Gewerkschafterin sprach sich auch dafür aus, Covid-Erkrankungen als Berufskrankheit im Handel anzuerkennen, um die Beschäftigten bei Langzeitfolgen zu schützen.

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