Wie können sich als Händler vor abzockenden Kunden schützen? Fast gar nicht!

eBay hat in den letzten 15 Jahren recht viel auf dem Online-Marktplatz verändert. Einiges führte auch dazu, dass Händler (und Käufer) besorgt darüber sind, von jeweils dem anderen über das Ohr gehauen zu werden.

Chris Dawson von Tamebay glaubt, dass die Besorgnis darüber nicht übertrieben ist, denn auch er selbst hat schon „schlechte“ Erfahrungen mit Käufern (und Verkäufern) gemacht: Käufer behaupteten die Ware nicht erhalten zu haben, aber er war sich sicher, dass sie lügen. Auch Händler haben ihm schon versichert die Ware versandt zu haben und dann erklärt “sie müsse auf dem Postweg verloren gegangen sein“. Und auch hier war er sich sicher, dass auch sie gelogen haben.

Wie aber kann man sich als eBay-Händler vor solch falschen Behauptungen schützen?

Dawsons Meinung: Man kann es gar nicht! Wenn ein Käufer einen Händler abzocken will, wird er es tun und wahrscheinlich wird er sogar ungeschoren davonkommen. Alles im eBay-System, bei PayPal und den ganzen Richtlinien favorisiert den Käufer. Trotzdem kann man als Verkäufer ein paar Dinge beachten, sodass der Schaden nicht allzu groß ist.

Nachweis über Posteinlieferung

Das ist nicht das gleiche wie ein Nachweis darüber, dass der Artikel zugestellt wurde. Viele Händler vertrauen aber noch auf den Einlieferungsnachweis, der das Papier nicht wert ist, auf dem er geschrieben wurde. Zwar ist es besser als nichts, aber im Falle des „Nichterhaltes“ muss man den Käufer an die Poststelle verweisen. Das macht viele Kunden nicht gerade glücklich.

Versand durch Boten

Wenn Waren groß oder teuer genug sind, um sie über einen Spediteur auszuliefern, kann man sich das Leben ein wenig erleichtern: Das Nachverfolgen ist normalerweise einfacher und funktioniert auch online. Für verloren gegangene Artikel gibt es dann wohl auch einen Weg diese wieder zu aufzufinden. Trotzdem sollte man sich vorher schlau machen was alles versichert ist: Verlust, Beschädigung, Nichterhalt, der Bote schwört aber es ausgeliefert zu haben…!

Der PayPal-Verkäuferschutz verlangt Online-Nachverfolgung, das sollte man auch in keinem Fall vergessen.

Für Händler, die nur kleine und preiswerte Waren verschicken ist es etwas schwieriger, denn hier geht die Lieferung miest nur über den Postweg, alles andere lohnt sich kaum.

„Schwund“

Dawson weiß, dass ein Teil seiner Pakete einfach „verloren“ gehen. Der Prozentsatz lag bei weniger als einem Prozent und dieses eine Prozent hat er in seine Preiskalkulation mit eingerechnet. Retailstores machen es nicht anders und größere Ketten schlagen mitunter bis zu 2% auf den Verkaufspreis auf um Ladendiebstähle auszugleichen.

Man sollte als Online-Händler aufhören, sich Gedanken um verloren gegangene Waren zu machen – egal, ob sie tatsächlich abhanden gekommen sind oder man von Käufern abgezockt worden ist. Es gibt im Business wichtigere Dinge, um die man sich Gedanken machen sollte.

Fazit: Wenn man sich nur um Artikel kümmert, die nicht „angekommen“ sind, dann ist man im falschen Business unterwegs. Dann sollte man entweder die Kategorie oder die Verkaufsplattform wechseln oder grundsätzlich nicht mehr im Internet Handel betreiben.

Man muss sich beim Internet-Geschäft auf die Dinge konzentrieren, die man selbst in der Hand hat und kontrollieren kann.

Ellen Schmitt-Fleckenstein, Holzkirchen



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