Casino-Betreiber entlassen tausende Mitarbeiter wegen drohender Finanzkrise

Viele Betreiber von Spielbanken sind i diesem Jahr in akute Finanzschwierigkeiten geraten. Einer der Hauptgründe dafür war das Ausbleiben der Besucher durch staatlich verordnete Maßnahmen. Und obwohl in Europa und der Bundesrepublik eines der größten Finanz-Hilfspakete geschnürt wurden, ist diese Unterstützung für die Betreiber von Spielotheken und Casinos nur ein schwacher Trost. Aus steuerlichen Gründen haben viele Betreiber der großen Spielhallen-Ketten ihren Hauptsitz ins europäische Ausland verlegt und haben keinen Anspruch auf die Unterstützung durch die Bundesregierung.  Leidtragende in dieser Situation sind die Mitarbeiter in den Filialen und Zweigstellen der Spielotheken-Ketten. Da die Betreiber Kosten einsparen müssen werden wohl viele Spielotheken schließen – und die jeweiligen Mitarbeiter gekündigt werden.

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Weite Teile der Glücksspielbranche betroffen

Die Krise hat aber nicht nur Spielotheken und Spielhallen getroffen, sondern auch die staatlich kontrollierten Spielbanken. Tatsächlich sind hier die finanziellen Ausfälle so stark das sogar im Parlament des Bundesland Nordrheinwestfahlen heftige Diskussionen darüber entbrannt sind ob die sich das Bundesland nicht lieber aus dem Glücksspielgeschäft zurückzieht und alle Spielbanken verkauft. Dabei haben diese im vorigen Jahr noch einen mehrstelligen Millionenbetrag an zusätzlichen Einnahmen erwirtschaftet.

Weitaus besser stehen im Gegensatz dazu die Online-Casinos da. Sie haben – allen aktuellen Schwierigkeiten zum Trotz – ihren Umsatz und Gewinnzahlen halten können. Trotzdem wird wohl auch hier demnächst der eine oder andere Registration Bonus deutlich geringer ausfallen, denn von der aktuellen Krise konnten auch sie nicht profitieren. As eigentlich kein Problem darstellen sollte zeigt aber tatsächlich wie hoch der Wettbewerbsdruck unter den Online-Casinos tatsächlich ist. Immerhin waren durch die Krise monatelang Millionen von Menschen zuhause und haben den PC oder das Notebook weitaus häufiger benutzt wie noch vor einem Jahr. Nur hat das nicht zu einer wirklich zunehmenden Zahl an Interessenten im Bereich des Online-Glücksspiel geführt.

Schließung von Spielotheken schwerer Schlag für die Wirtschaft

Dass die Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten gerade im Bereich der Glücksspielbranche zum größten Teil nicht greifen könnte sich in nächster Zeit als ein tiefgreifenderes Problem entpuppen wie es momentan vielleicht den Anschein hat. Tatsächlich gibt es einige Umstände die verdeutlichen warum die Schließung von hunderten von Spielotheken durchaus zu einem Problem der Politik – genauer gesagt der Kommunen – werden könnte:

  • In Spielotheken arbeiten vorrangig weniger gut ausgebildete Mitarbeiter wie zum Beispiel Thekenkräfte und Reinigungspersonal. Schließt man jetzt Spielotheken, werden diese erhebliche Probleme haben neue Arbeitsplätze zu finden, was zu einer Steigerung der Arbeitslosenzahlen führt.
  • Mit jeder geschlossenen Spielothek entgehen den Kommunen die örtliche Gewerbesteuer. In einer Zeit in der die Gemeinden ohnehin schon mit hohen Einnahmeausfällen zu kämpfen haben trifft sie das umso mehr, da gerade Spielotheken immer für gute und solide Einnahmen gesorgt haben.
  • An der Schließung der Spielotheken hängen auch viele Zulieferer Firmen wie zum Beispiel Lebensmittellieferanten Wartungsunternehmen für Spielautomaten, u.ä. Eine hohe Zahl an Schließungen von Spielotheken wird auch bei den Zulieferern zu Entlassungen führen.
  • Eine hohe Zahl an Arbeitslosen belastet nicht nur die Jobcenter. Vielmehr ist jeder Arbeitslose ein ehemaliger Steuerzahler. Mehr Arbeitslose heißt im Klartext langfristig weniger Steuern.

Welche Möglichkeiten gibt es gegenzusteuern?

Das aufgrund von Spielotheken-Schließungen erhöht Arbeitslosenzahlen und nicht unerhebliche Steuerausfälle zu erwarten sind ist somit klar vorauszusehen. Doch welche Möglichkeiten gibt es der drohenden Katastrophe entgegenzuwirken? Nun um es klar auf den Punkt zu bringen: Die Bundesregierung hat alleine nur sehr wenige Optionen. Viele Spielotheken-Ketten sind mittlerweile internationale Unternehmen mit Sitz im europäischen Ausland. Will man also ein Rettungspaket für die Spielotheken schnüren geht auch das nur auf internationaler – genauer gesagt europäischer – Ebene. Hier allerdings besteht die Schwierigkeit der unterschiedlichen Gesetzgebung bei den einzelnen Mitgliedsländern der EU. Bis alle Mitgliedstaaten sich auf ein tragfähiges Stützungsprogramm in europäischem Rahmen geeinigt haben können Monate oder sogar Jahre vergehen – zu spät für die Spielotheken. Bleibt als einzigste Möglichkeit den Schaden zu begrenzen und zu versuchen die Spielotheken die in Deutschland ihren Hauptsitz haben so gut wie möglich aufzufangen. Mit dem aktuellen Notprogramm versucht die Bundesregierung genau das. Bleibt letztendlich nur zu hoffen das die eingeleiteten Maßnahmen ihren Zweck so weit wie möglich erfüllen. Sollte die Unterstützung tatsächlich, zumindest in Teilen helfen, dann könnte sich der Bestand an Spielotheken in einigen Jahren wieder erholt haben. So könnten sich dann auch die Arbeitslosenzahlen wieder auf ein erträgliches Maß absenken und die Kommunen wieder einen erfreulichen Steuerzugewinn in der Stadt- oder Gemeindekasse feststellen.

Frank
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